Ich sehe, wie das Geld viele Menschen hart macht. So will ich nicht werden. Geld gefährdet die innere Freiheit. Eigentlich könnten Menschen mit viel Geld sorglos und frei sein. Aber oft kreisen gerade reiche Leute mit ihren Gedanken immer nur ums Geld. Es gibt Reiche, die glücklich sind, natürlich. Aber das sind die, die innerlich frei von diesem Reichtum sind.

So sagt es Anselm Grün in einem Interview in der SZ, das ich über Peters Weblog entdeckt habe. Das Geld viele Menschen zu auf Profit ausgerichteten Dreckschüppengesichtern macht will ich keineswegs bestreiten, und auch die Bibel gesteht dem Kamel größere Chancen zu durch ein Nadelöhr zu gehen, als dem Reichen, das Himmelreich zu erlangen. Trotzdem glaube ich nicht, dass diejenigen Wohlhabenden glücklich sind, die sich innerlich von ihrem Reichtum befreit haben. Solche Aussagen halte ich für blödsinnige Allgemeinplätze auf dem Niveau von Sprüchen wie “Lieber arm und gesund als reich und krank”.

Materieller Wohlstand befreit den Menschen in erster Linie von der grundlegenden Angst um die eigene Existenz. Zudem leben reiche Menschen nachweislich gesünder und können ihrem Nachwuchs eine bessere Bildung gönnen. Es ist sogar besser reich und krank zu sein, denn dann befindet man sich in der Lage, sich die bestmögliche medizinische Versorgung leisten zu können.

Aus diesen Gründen leben nicht die besser, die sich von ihrem Reichtum innerlich befreien, sondern vielmehr diejenigen, die die Möglichkeiten ihres Status erkannt haben und ausschöpfen. Da können Generationen von armen Schluckern behaupten, dass Geld alleine auch nicht glücklich macht. Es ist Unfug. Geld befreit den Menschen von den wichtigsten Sorgen, was man durchaus als Glück bezeichnen kann.

Interview: Reden wir über Geld

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