Orden des Leibowitz



01.01. 2010

Die Zeit ist aus den Fugen

Man weiß nicht ein, und man weiß ebensowenig aus. Die christliche Weltanschauung, die seit zweitausend Jahren auch von den fortgeschrittensten Geistern doch im ethischen Teil akzeptiert wurde, erfährt in einem jenseits von Gut und Böse arbeitenden System die schwerste und brutalste Anbohrung. Die Verbrecherinstinkte rücken zur Philosophie auf. [...] Uralte Kulturländer Europas sind an der Stirn gezeichnet. Spanien ist ausgebrannt, Italien kommt nicht mehr ernsthaft in Betracht, und Frankreich, im tödlichen Niedergang, könnte das Schicksal Polens haben, an einem bösen Tag. Adieu, charmant pays de France!

Das liest sich wie eine Kulturkritik der FAZ oder die Neujahrsansprache von Kardinal Meisner, wurde aber schon 1899 geschrieben. Die Zitate stammen aus einem Silvester-Brief des Berliner Kritikers und Essayisten Alfred Kerr, der heute wohl nur noch Eingeweihten ein Begriff ist. Diese Bestandsaufnahme vor dem Wechsel ins 20. Jahrhundert ist nicht nur historisch interessant, sie ist auch erschreckend aktuell. Denn es zeigt, dass man auch vor 110 Jahren schon einem Kulturpessimismus anhing, der dem heutigen sehr ähnlich ist. Anscheinend ist es wirklich so, dass die Menschen ihre Zeit für die jeweils schlimmste halten. Vielleicht werden auch unsere Nachfahren in 100 Jahren über die Sorgen von 2010 lächeln, weil sie aus ihren Geschichtsbüchern wissen, wie es ausgegangen ist. Den gesamten Brief von Herrn Kerr gibt es bei Welt online zu lesen. Er schließt mit den folgenden guten Worten:

Adieu, Leser. Es schadet nichts, wenn wir einer dem anderen für den neuen Zeitabschnitt recht viel privates Glück wünschen.

31.12. 2009

Einen für Silvester

Wieder mal Zeit für den letzten Eintrag des Jahres. Ging das Jahr eigentlich nur für mich so schnell vorbei, oder habt ihr das auch so erlebt? Ich möchte mich jedenfalls artig bei meinen Leserinnen und Lesern bedanken, dass ihr diesem Weblog ein weiteres Jahr die Treue gehalten habt. Ich wünsche euch einen schönen Silvesterabend, was immer ihr auch treibt, einen guten Rutsch und fürs neue Jahr natürlich alles Gute. Ich bin zwar schon seit langem kein großer Optimist mehr, was Prognosen für die Zukunft angeht aber mehr als abwarten bleibt uns ja sowieso nicht. Ich werde die diesjährige Silvesternacht auf der Arbeit mit den lieben Patienten verbringen. Deshalb könnt ihr euer Glas nachher vielleicht auch auf die vielen Menschen erheben, die heute Nacht irgendwo arbeiten müssen. Ich stoße dann morgen Früh mit einem Bierchen auf 2010 an. Gehabt euch wohl und wir lesen uns im nächsten Jahr wieder.

31.12. 2009

The same procedure as every year!

Miss Sophie feiert ihren 90. Geburtstag. Wie in jedem Jahr lädt sie dazu ihre vier engsten Freunde ein: Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom. Diese sind alle bereits verstorben, weshalb Butler James ihre Rollen übernehmen muss. Ohne Dinner for One aus dem Jahr 1963 wäre Silvester einfach nicht vollständig.

Weiterlesen »

31.12. 2008

Silvesternacht

Und nun, wenn alle Uhren schlagen,
So haben wir uns was zu sagen,
Was feierlich und hoffnungsvoll
Die ernste Stunde weihen soll.
Zuerst ein Prosit in der Runde!
Ein helles, und aus frohem Munde!
Ward nicht erreicht ein jedes Ziel,
Wir leben doch, und das ist viel.
Noch einen Blick dem alten Jahre,
Dann legt es auf die Totenbahre!
Ein neues grünt im vollen Saft,
Ihm gelte unsre ganze Kraft!
Wir fragen nicht: Was wird es bringen?
Viel lieber wollen wir es zwingen,
Daß es mit uns nach vorne treibt,
Nicht rückwärts geht, nicht stehen bleibt.
Nicht schwächlich, was sie bringt, zu tragen,
Die Zeit zu lenken, laßt uns wagen!
Dann hat es weiter nicht Gefahr.
In diesem Sinne: Prost Neujahr!

Ludwig Thoma unter dem Pseudonym Peter Schlemihl (Quelle)

31.12. 2008

Letzte Worte

happy1979.jpgSchon wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu und im vorletzten Eintrag in diesem Jahr möchte ich wie üblich darauf hinweisen, warum es Silvester heißen muss. Darüber hinaus wünsche ich Ihnen einen schönen Silvesterabend, ob Sie nun in großer Runde feiern oder eher gemütlich ins nächste Jahr rutschen. Passen Sie auf mit dem Eierpunsch, versuchen Sie nicht, Raketen im Wohnzimmer zu zünden, auch wenn Ihnen die Idee verlockend erscheint und kommen Sie gut ins neue Jahr. Möge der Heilige Leibowitz für uns beten, dass wir alle ein gutes nächstes Jahr haben. In diesem Sinne noch einen schönen Abend!

29.12. 2008

Was mit Silvester

village_silverster.jpg

Das kleine Bilderrätsel zum Jahresabschluss: Was fällt Ihnen am aktuellen Flyer der Dortmunder Diskothek Village auf? Wer es weiß, kann sich dort am Mittwoch bis 24.30 Uhr einen prima Empfangsdrink abholen und mit den Damen im Bikini Raketen abfeuern.

31.12. 2007

Jahresabschluss

Happy 1979Das Jahr neigt sich dem Ende zu und so bleibt mir nichts weiter übrig, als mich bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser für Ihr Interesse an diesem kleinen Weblog zu bedanken. Kommen Sie gut ins neue Jahr, egal ob Sie den heutigen Abend eher ruhig oder im Rahmen einer Festivität begehen. Achten Sie auf Raketen im Tiefflug und lassen Sie das letzte Getränk lieber unberührt, denn davon bekommt man bekanntlich am nächsten Tag schlimmste Kopfschmerzen. In diesem Sinne einen guten Rutsch, alles Gute für Ihr persönliches 2008 und bleiben Sie mir gewogen.

Ein Herz und eine Seele: Silvesterpunsch (5 Folgen)

31.12. 2007

Es heisst Silvester

Schaubild Silvester

Da ich auch in diesem Jahr wieder Einladungen und gute Wünsche zu “Sylvester” lesen musste, scheint mir dieser Hinweis nicht unangebracht zu sein. Der 31. Dezember ist weder nach einem erfolglosen Kater noch nach einem boxenden Schauspieler benannt, sondern nach Papst Silvester I., der vor mehr als 1600 Jahren starb. Er wurde 284 während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian zum Priester geweiht, und mußte einige Jahre aus Rom fliehen. Am 31. Januar 314 wurde er zum Bischof von Rom, und damit zum Papst gewählt. Dieses Amt übte er 21 Jahre, bis zu seinem Tod am 31. Dezember 335 aus und wurde in der Priscilla-Katakombe beigesetzt. Während seiner Amtszeit lag ihm die Errichtung von Kirchen in Rom am Herzen; er förderte die Bauarbeiten an der Lateranbasilika und ließ die erste Peterskirche über dem Grab des Apostel Petrus bauen. Seit der Kalenderreform im Jahr 1582 verbindet man den Namen Silvester mit dem Jahresende, weil damals der letzte Tag des Jahres vom 24. auf den 31. Dezember verlegt wurde. Weitere Informationen zum Leben des Hl. Silvester gibt es hier, da auch und dort.

punchintheface

Zumindest bist du am Ende dieser Seite angelangt, deshalb noch schnell das Kleingedruckte:

Dieses Weblog wird von Site 5 in den USA gehostet und mit dem wunderbaren WordPress betrieben. Das Aussehen dieser Website basiert auf dem ebenso wunderbaren Theme Old Popular Yolk von Joshua Goodwin. Bearbeitet und mit Inhalten befüllt wird dieses Blog mit Hilfe des einzigartigen Puppy Linux.

Informationen über den Autor dieses Blogs findest du an dieser Stelle und wenn du mehr über Sankt Leibowitz erfahren möchtest solltest du hier klicken. Bei Fragen oder Hinweisen kannst du mir gerne eine E-Mail an sanktleibowitz@gmail.com senden oder das Kontaktformular benutzen. Alle weiteren vorgeschriebenen Informationen findest du im Impressum und der Datenschutzerklärung.

Wenn dir dieses Blog gefällt, kannst du entweder den RSS-Feed abonnieren, um auf dem Laufenden zu bleiben oder dir neue Artikel direkt per E-Mail zusenden lassen. Außerdem kannst du mein tägliches Gebrabbel bei Twitter verfolgen oder mein Kumpel bei Facebook werden.

Falls du dich für die Piratenpartei interessierst, kannst du dich über unsere Aktivitäten in Hagen informieren oder einen Stammtisch in deiner Nähe besuchen. Klarmachen zum Ändern klappt nur mit deiner Hilfe :)

Creative Commons License
Die Inhalte des Orden des Leibowitz stehen falls nicht anders angegeben unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

© 2007 - 2010 bei Frank Mazny. Sancte leibowitz, ora pro me!