Orden des Leibowitz



16.06. 2009

Interview mit der Piratenpartei

Ein Schlauchboot der Piratenpartei
Foto: gedankenstuecke

Die Piratenpartei wirkt ja manchmal etwas abstrakt bzw. hat noch wenig bekannte Gesichter die in der Öffentlichkeit auftreten. Da ist es gut, dass Jens Seipenbusch, Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender einige Fragen an die Partei in einem Interview beantwortet. Seipenbusch scheint außerdem der richtige Mann zu sein, um dem falschen Image einer Spaßpartei entgegenzuwirken. Einen Diplom-Physiker der zudem stellvertretender Leiter der IVV der Rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Münster ist, würde ich persönlich nicht verdächtigen Politik als Gag anzusehen. Im Interview berichtet er unter anderem über seine persönlichen Motive sich in der Piratenpartei zu engagieren und die Chancen der Piraten, bei der Bundestagswahl die 5 Prozent-Hürde zu erklimmen. Zudem hat er sich bereiterklärt, mögliche Fragen in den Kommentaren zum Interview zu beantworten.

Interview mit Jens Seipenbusch, Gründungsmitglied der Piratenpartei

25.05. 2009

Kleine Linksammlung zum Montag

Völkerschlachtsdenkmal
Foto: Stuck in Customs

Deutschland in HDR zeigt uns Trey Ratcliff bei Flickr. Außer dem Völkerschlachtsdenkmal hat er noch weitere interessante Gebäude und Orte fotografiert. Das Set bei Flickr

Squidfinger’s Patterns
158 kostenlose Hintergrundmuster die man bei Twitter oder auch für die ganz altmodische Homepage verwenden kann. Die Auswahl ist groß und von Tapeten- bis Blumenmustern ist alles dabei.

SweetTweet
Noch mehr Hintergründe für die Seite bei Twitter. Diese hier sind oft knallbunt und nach verschiedenen Themen sortiert.

60 Jahre Grundgesetz – Kein Grund für eine Party

Das es um das Grundgesetz nicht zum Besten steht, zeigt allein die Tatsache, dass wir ein Grundrecht längst verloren haben. Es mag zwar noch als Artikel vorhanden sein, de facto haben es die Politiker aber soweit eingeschränkt, das es im Grunde abgeschafft ist. Das uns das nicht wirklich auffällt, liegt vor allem in der Tatsache begründet, dass dieses Grundrecht nicht von uns selbst in Anspruch genommen wird: Das Grundrecht auf Asyl.

Thomas hat sich in seinem Zweitblog Gedanken über die Feierlichkeiten zum Jubiläum des Grundgesetzes gemacht und findet, dass es eher Zeit für mehr Wachsamkeit als zum Feiern ist.

Das ganze Leben besteht aus Veränderung
Ein Interview mit der amerikanischen Journalistin Helen Thomas, die seit John F. Kennedy jeden Präsidenten der USA kritisch befragt hat. Sie berichtet aus ihrem langen Berufsleben und setzt sich auch kritisch mit Barack Obama auseinander.

Strand auf den Malediven

Bei einem kleinen Anfall von Fernweh habe ich schöne Desktop-Wallpapers mit Fotos der Malediven entdeckt. Falls weißer Strand und blaues Meer nicht Ihr Fall ist, gibt es auf der Website noch viele andere Motive.

27.02. 2008

Alle Kunst kommt vom Fleisch

Alfred Hrdlicka

Er bezeichnet sich als Uralt-Stalinisten, Großdeutschen und hätte gegen einen erneuten Anschluss von Österreich an Deutschland nichts einzuwenden. Außerdem bezeichnete Oskar Lafontaine ihn als Paten seiner Partei, da er es war, der ihn und Gregor Gysi an einen Tisch brachte. Dass er sich mit seiner Polemik und Provokationen nicht überall Freunde schaffte, ist verständlich, doch hat es diesen widersprüchlichen Geist nie berührt. Genauso wie er überzeugter Kommunist ist, hat er auch große religiöse Kunst geschaffen und nennt wie Brecht die Bibel als Lieblingsbuch.

Der Kapitalismus, das muss man feststellen, hat versagt. Viele Menschen verhungern, die Umwelt geht vor die Hunde. Da frage ich Sie: Wie soll die Kunst sein, etwa hell, glücklich, sanft? Ich bitt schön…

Unwidersprochen ist hingegen seine Leistung als Arbeiter an der Kunst, denn er hat sich wie er selbst sagt am Stein “wund geschuftet”. So sehr, dass er schon lange nicht mehr als Bildhauer arbeiten kann:

Dann bin ich übersiedelt zum Stein, denn ich bin ein physischer Mensch, und wenn ich arbeite, will ich am Abend müde sein. Ich will mich selber spüren, meine Knochen. Ich weiß nicht, ob Sie’s ahnen, das ist eine Befreiung.

Wenn man sich seine aus dem groben Stein geschlagenen Skulpturen anschaut mag man glauben, dass er so manchen Abend mit Schmerzen begleitet von einigen Gläsern Wodka ins Bett gefallen ist. So muss wirkliche Kunst auch erschaffen werden, denn das kann nur gelingen, wenn der Künstler etwas von sich in seinem Werk lässt. Mit dieser Einstellung gehört er zu einer aussterbenden Art unter den aktuellen Künstlern. Heute ist Alfred Hrdlicka 80 Jahre alt geworden und auch wenn er den Stein schon lange nicht mehr bearbeiten kann, ist er noch lange nicht müde geworden. Ich hoffe, er wird uns noch einige Jahre mit Kunst und Politik provozieren.

Interview mit Alfred Hrdlicka in der ZEIT
Artikel über Hrdlicka in der WELT
Werke von Hrdlicka in Die Presse

26.02. 2008

Interview mit dem Erzbischof von Buenos Aires

Ich habe nicht gesagt, dass pastorale Systeme unnötig sind. Im Gegenteil. An sich ist alles, was auf Gottes Wege führen kann, gut. Meinen Priestern habe ich gesagt: „Tut eure Pflicht; die Aufgaben eures Amtes kennt ihr ja, übernehmt eure Verantwortung und lasst dann die Tür offen.“ Unsere Religionssoziologen sagen uns, dass sich der Einfluss einer Pfarrei auf einen Umkreis von 600m erstreckt. In Buenos Aires liegen zwischen einer Pfarrei und der nächsten ca. 2000m. Ich habe den Priestern damals gesagt: „Wenn ihr könnt, mietet eine Garage, und wenn ihr den einen oder anderen disponiblen Laien auftreiben könnt, dann lasst ihn nur machen! Er soll sich um diese Leute hier kümmern, ein bisschen Katechese machen, ja, auch die Kommunion spenden, wenn er darum gebeten wird.“ Ein Pfarrer entgegnete mir: „Aber Pater, wenn wir das tun, kommen die Leute nicht mehr in die Kirche!“ „Na, und?“ meinte ich nur: „Kommen sie denn jetzt zur Messe?“. „Nein“, musste er zugeben.

Im Interview mit dem katholischen Magazin 30Tage berichtet seine Emeninz, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires, von der der fünften Generalversammlung des lateinamerikanischen Episkopats im Wallfahrtsort Aparecida, sowie den Problemen der Kirche in seinem eigenen Land.

Interview mit Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires

16.02. 2008

Zollitsch und der Zölibat

Erzbischof ZollitschHerr Bischof Zollitsch scheint kein Mann der langsamen Gangart zu sein. Kaum ein paar Tage im Amt, greift er sich gleich eines der heißesten katholischen Eisen, den Zölibat, erklärt dass die Verbindung zwischen Priestertum und Ehelosigkeit “nicht theologisch notwendig” sei und wendet sich “gegen Denkverbote” bei diesem Thema. Jetzt könnte man glauben, mit dem als liberal geltenden Erzbischof Zollitsch sei ein Revoluzzer an die Spitze der deutschen Kirche getreten, der jahrhundertealte Dogmen über Bord werfen will. Genau betrachtet sind die Aussagen dann aber doch nicht so revolutionär, denn mit dem Zölibat würde gegebenenfalls eine alte Praxis fallen, nicht aber ein Fundament des Priestertums. Seit dem 2. Laterankonzil im Jahr 1139 ist der Zölibat für den Empfang der Priesterweihe in der westlichen Kirche verpflichtend. Trotzdem sagt das 2. Vaticanum:

“Die Kirche hat die vollkommene und ständige Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen, die von Christus dem Herrn empfohlen, in allen Jahrhunderten bis heute von nicht wenigen Gläubigen gern angenommen und lobenswert geübt worden ist, besonders im Hinblick auf das priesterliche Leben immer hoch eingeschätzt. Ist sie doch ein Zeichen und zugleich ein Antrieb der Hirtenliebe und ein besonderer Quell geistlicher Fruchtbarkeit in der Welt. Zwar ist sie nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert, wie die Praxis der frühesten Kirche und die Tradition der Ostkirchen zeigt, wo es neben solchen, die aus gnadenhafter Berufung zusammen mit allen Bischöfen das ehelose Leben erwählen, auch hochverdiente Priester im Ehestand gibt.”
- 2. Vaticanum, Presbyterorum ordinis, 16

Machbar wäre ein Abschied vom Zölibat also jederzeit, es bräuchte dazu ein Konzil und es wäre ein Beschluss, bei der “ein Teil der Kirche nicht mitginge”, wie es Erzbischof Zollitsch realistisch einschätzt. Alle anderen Meinungen zu diesem Thema sind rein subjektiv; man kann mit der Bibel dafür oder dagegen argumentieren, genauso wie man die rein pragmatischen Vor- und Nachteile dieser Praxis diskutieren kann. Letztendlich müssen die Betroffenen darüber reden, denn mir persönlich wäre es egal, ob der Pfarrer in Ehelosigkeit lebt oder ob ich ihn mit seiner Gattin zum Kaffee einladen kann.
Für mich als kirchlichen und theologischen Laien ist die Aussage des Bischofs zur EKD interessanter. Denn wenn er sagt, sie “ist Kirche. Ich kann ihr das nicht absprechen”, widerspricht er damit meiner Meinung nach der offiziellen Lehre der Kirche. Dies ist aber auch nur ein weiterer Schnipsel aus dem Interview, das in voller Länge erst in der nächsten Ausgabe des Spiegel erscheinen wird. Warten wir also ab.

Erzbischof Robert Zollitsch im Spiegel-Interview

23.01. 2008

Späße bis ins Grab hinein

Wir, die entkommen waren, saßen zu 20.000 in Gardelegen bei Stendal, in einem riesigen Lager. Hier durften die Insassen ein Kabarett eröffnen. Alt gediente Stars traten auf der Wiese auf, rezitierten Sketche aus den 20er Jahren und spielten Theater aus dem Gedächtnis. Zehntausende hörten zu und sangen gemeinsam den Song mit: “Und drum tragen wir unser Leiden mit Geduld, an der Scheiße sind wir selbst schuld.” Diese Kabarettisten haben mich sehr beeindruckt, leider kenne ich ihre Namen nicht.

So erinnert sich Dieter Hildebrandt an die Zeit direkt nach dem Krieg und an das Kabarett in der jungen Bundesrepublik. Es gibt wenig Menschen bei denen ich immer geneigt bin zuzuhören, Hildebrandt gehört zu ihnen, weil er bis heute meinen Umgang mit Politik und deren Vertretern geprägt hat.

Interview mit Dieter Hildebrandt

01.11. 2007

Auch im Himmel sind mehr Frauen

Vor den Kulturrevolutionären sollte sie gestehen, eine Spionin zu sein. Das konnte sie nicht. Da wurde sie 17 Tage (!) lang ohne Schlaf gelassen, in einem leeren Raum mit Betonboden. Danach kam sie für sechs Monate ins Gefängnis. Sie betete nur noch. Als sie aus Verzweiflung anfing, auch noch mit ihrem Wecker zu sprechen, kamen Wärter in die Zelle und haben den Wecker zertrümmert. Danach kam Schwester Petrus zwei Jahre in die Psychiatrie. “Seitdem lächelt sie nur noch”, sagt Schwester Mattia, ihre Oberin.

Paul Badde beschreibt in einem Essay seinen Besuch in einem katholischen Nonnenkloster in China. Wenn ich die Geschichte der Nonnen lese glaube ich immer mehr, dass China nicht nur eine Kaderschmiede für Kommunisten sondern vielmehr auch eine für zukünftige Heilige der Kirche ist.

Besuch in einem Nonnenkloster bei Shenyang

20.10. 2007

Ich stehe zum Leitbild Ehe und Familie

In unserem Ja zur Vielfalt sehe ich unsere Stärke. In Rumänien habe ich einen orthodoxen Gottesdienst erlebt, da spielt sich Liturgie ab, ohne dass die Gemeinde irgendwie beteiligt ist. Ohne Gemeinde gibt es aber für uns keinen Gottesdienst. Wir Evangelische sollten auch nicht versuchen, andere nachzuahmen, indem wir jetzt alle bunte Stolen tragen oder in klerikalen Kragen herumlaufen. Der schwarze Talar mit Beffchen ist unsere Tradition, ja unser Markenzeichen. Eine Stola gehört nicht dazu, sie ist Zeichen eines Weihepriestertums. Ich trage deshalb bewusst keine Stola.

Die evangelische Bischöfin Margot Käßmann spricht in der WELT über Ursache und Wirkung des neuen Atheismus, den derzeitigen Stand der EKD und der Möglichkeiten in der Zukunft. Als selbst Betroffene äußert sie sich auch zum Thema Brustkrebs und Scheidung, sowie zum Vorschlag, die erste evangelische Päpstin zu werden.

Interview mit der evangelischen Bischöfin Margot Käßmann

15.10. 2007

Besonders bei Katholiken bin ich skeptisch

Ich bin selbst Agnostiker. Und zwar deshalb, weil man nicht 100 Prozent sicher sein kann, dass es keinen Gott gibt. Aber ich bin Agnostiker eben nur in dem Maße, wie ich in Bezug auf Feen Agnostiker bin. [...] Niemand glaubt, dass die Wahrscheinlichkeit der Existenz von Einhornen und Feen 50 Prozent beträgt, deren Existenz man auch nicht widerlegen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass es keinen Gott gibt, würde ich bei etwa 98 Prozent ansetzen.

In der Welt spricht Alan Posener mit dem britischen Evolutionsforscher und Zoologen Richard Dawkins über den Einfluss von Religion auf Politik und Alltag und warum der Präsidentschaftskandidat Mitt Romney seiner Meinung nach zu naiv für solch einen Posten ist. Ich lese zur Zeit das Buch “Der Herr ist kein Hirte” von Christopher Hitchens, das in eine ähnliche Richtung schlägt und kann es nur empfehlen. So sehr ich auch überzeugt bin, dass der Autor bei manchen Punkten gänzlich falsch denkt, legt er doch seine Hand in einige Wunden der Religionsgeschichte, die man als gläubiger Mensch vielleicht lieber ausblendet. In Bezug auf den eigenen Glauben kann Kritik von Nichtgläubigen manchmal hilfreich sein.

Interview mit dem Evolutionsforscher und Religionskritiker Richard Dawkins

09.10. 2007

Mit Jesus im Zentrum des Islam

Der Vatikan hat uns manchmal zu verstehen gegeben, dass wir orientalischen Christen im Namen der Menschenrechte mit dem Islam zusammen arbeiten sollten: Dingen wie Emanzipation der Frau, Verteidigung des Lebens, Religionsfreiheit. Aber was heißt das? Wir haben eine besondere, einzigartige Beziehung zum Islam; eine andere als die, die ihr in Europa zu den islamischen Minderheiten habt. Ich sage immer: Wir sind die Kirche des Islam.

Seine Seligkeit Gregorius III.Die Melkitische Griechisch-Katholische Kirche gehört nicht zu den bekanntesten und mit wenig mehr als einer Million Gläubigen auch nicht zu den größten Kirchen. Sie versteht sich als direkte geistliche Nachfolgerin der ersten Christengemeinden von Jerusalem und Galiläa, und was ihr Oberhaupt, seine Seligkeit Gregorius III. Laham über das Verhältnis zum Islam, den Orthodoxen und auch zu den Beziehungen zu Rom sagen kann, ist wirklich interessant. Im direkten Zusammenleben mit anderen Religionen gestalten sich die Dinge eben oft anders, als aus dem fernen Westen betrachtet. Und selbst ein “Schurkenstaat” wie Syrien entpuppt sich als geradezu großzügig gegenüber seinen religiösen Gemeinschaften. [via Pax et bonum]

Interview mit Gregorius III. im katholischen Magazin 30Tage
Foto: Wikipedia

05.10. 2007

Von der Freikirche ins Klosterleben

Das Klosterleben ist nicht das Paradies auf Erden. Gott hat mich auf diesen Weg gerufen. Täglich braucht es meine Antwort auf diesen Ruf. Und wenn ich achtsam bin, dann entdecke ich seine Spuren in meinem Alltag.

Schwester Rut-Maria berichtet kurz und knapp über ihren Weg von einer Freikirche in das Leben als Nonne in der Klostergemeinschaft von St. Andreas. Geebnet hat ihr diesen Weg die Eucharistie, selbst ihre wenig begeisterte Familie die mit schweren Geschützen wie Eugen Drewermann aufwartete, konnte sie nicht davon abbringen. Geblieben ist ihr neben der Berufung augenscheinlich eine realistische Selbsteinschätzung.

Zwischen Kirchen-Austritt und Kloster-Eintritt

30.09. 2007

Komischerweise werde ich immer älter

Okay, also: Sie haben Recht. Ich sah diese Videos jetzt wieder. Bei “Let’s Work” dachte ich: Ich sehe aus wie ein Irrer, verheerendste 80er-Jahre. “Dancing In The Street” mit Bowie, die flatternden Seidenhemden, wir hatten nur ein paar Stunden für das Video damals, aber so oder so: schlimm. Dann “Don’t Look Back” mit Peter Tosh, 1978 in der Sendung “Saturday Night Life”: Ich trage eine Hose mit silbernen Klebestreifen! Sie deuten an, einige dieser Videos seien peinlich. Sagen wir es, wie es ist: Sie sind vielleicht sogar alle peinlich.

Mick Jagger spricht in einem Londoner Hotel mit einem Reporter der Süddeutschen Zeitung über den richtigen Zeitpunkt für das Tragen von gestreiften Stretch-Hosen, die Ökonomie einer Rock-Band und erklärt, warum das heutige London auch nicht schlimmer als 1962 ist.

Interview mit Mick Jagger

29.09. 2007

Einander kennen, um die Angst zu besiegen

Hier im Westen sprechen wir oft vom Islam als einem einzigen Block. Aber das ist ein Trugschluss. Es gibt keinen einzigen Islam, sondern viele. Mit dem Islam, der tötet – und der meiner Meinung nach nicht der wahre Islam, sondern eine Verzerrung desselben ist -, ist natürlich kein Dialog möglich. Mit dem echten Islam – dem, den ich nicht nur im Libanon kennen gelernt habe, sondern auch in Syrien und in den Golfländern -, gibt es derzeit zwar keinen theologischen Dialog, aber es kann durchaus einen der Kultur, der Liebe und des Friedens geben. Das wichtigste ist, einander zu kennen. Und zwar immer besser. Jeder von uns kann vom anderen lernen. Wir können beispielsweise an den Muslimen die Dimension der Transzendenz Gottes schätzen, den Wert des Gebets und des Fastens, den Mut, den eigenen Glauben im öffentlichen Leben zu bezeugen. Von uns dagegen können die Muslime den Wert einer gesunden Laizität lernen.

In der Online-Ausgabe der katholischen Monatszeitschrift 30Tage habe ich ein Interview von August mit dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran entdeckt. Der Kardinal war viele Jahre “Außenminister” des Vatikan und hat einige Zeit im Nahen Osten verbracht. In dem Interview spricht er über de Möglichkeiten eines Dialogs mit Muslimen aber auch anderer Religionen wie Buddhismus und Hinduismus.

Interview mit Kardinal Jean-Louis Tauran in 30Tage

punchintheface

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