06 Mai
0Comments

Interview mit Simone Brand von der Piratenpartei

Wen wählt man da eigentlich bei der Piratenpartei? Zum Beispiel Simone Brand, die als als Kandidatin in Bochum antritt. Im Interview berichtet sie, wie sie zur Piratenpartei gefunden hat und wie sie sich ihre politische Arbeit vorstellt. Das Video ist technisch nicht perfekt, aber es kommt doch schließlich auf die Inhalte an. Simone hat auch ein Benutzerprofil im Piratenwiki, außerdem ist bei Abgeordnetenwatch.de zu finden und natürlich twittert sie auch.

Read more…

31 März
5Comments

Interview zum Missbrauch in der Kirche

Also, wenn Der Spiegel mit 94 Tatverdächtigen in 15 Jahren kommt, dann ist das für jemanden der sich kriminologisch ein bisschen auskennt eine verblüffend geringe Zahl. Das hieße, dass das aktuelle Risiko des sexuellen Missbrauchs in Einrichtungen der katholischen Kirche noch viel geringer ist, als ich das zuerst vermutet hätte. [...] Abgesehen davon findet weit mehr als die Hälfte des sexuellen Missbrauchs in Familien statt. Noch mehr gilt das für die Gewalttaten. In der Debatte um die katholische Kirche wurde jetzt sexueller Missbrauch und Prügelpädagogik, die es damals unstreitig an allen Schulen gab, so oft vermischt, dass man das Gefühl hatte, man will die Zahlen strecken.

Im Cicero habe ich ein Interview mit dem Kriminalpsychiater Hans-Ludwig Kröber entdeckt, der Mitglied des unabhängigen Gremiums war, das die Kirche 2003 bei der Erstellung ihrer neuen Richtlinien zum Umgang mit Pädophilie beraten hat. Er spricht über die Ursachen von Pädophilie, Missbrauchsfälle in Deutschland und speziell die in katholischen Einrichtungen.

Man wird eher vom Küssen schwanger, als vom Zölibat pädophil

16 Juni
0Comments

Interview mit der Piratenpartei

Ein Schlauchboot der Piratenpartei
Foto: gedankenstuecke

Die Piratenpartei wirkt ja manchmal etwas abstrakt bzw. hat noch wenig bekannte Gesichter die in der Öffentlichkeit auftreten. Da ist es gut, dass Jens Seipenbusch, Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender einige Fragen an die Partei in einem Interview beantwortet. Seipenbusch scheint außerdem der richtige Mann zu sein, um dem falschen Image einer Spaßpartei entgegenzuwirken. Einen Diplom-Physiker der zudem stellvertretender Leiter der IVV der Rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Münster ist, würde ich persönlich nicht verdächtigen Politik als Gag anzusehen. Im Interview berichtet er unter anderem über seine persönlichen Motive sich in der Piratenpartei zu engagieren und die Chancen der Piraten, bei der Bundestagswahl die 5 Prozent-Hürde zu erklimmen. Zudem hat er sich bereiterklärt, mögliche Fragen in den Kommentaren zum Interview zu beantworten.

Interview mit Jens Seipenbusch, Gründungsmitglied der Piratenpartei

25 Mai
0Comments

Kleine Linksammlung zum Montag

Völkerschlachtsdenkmal
Foto: Stuck in Customs

Deutschland in HDR zeigt uns Trey Ratcliff bei Flickr. Außer dem Völkerschlachtsdenkmal hat er noch weitere interessante Gebäude und Orte fotografiert. Das Set bei Flickr

Squidfinger’s Patterns
158 kostenlose Hintergrundmuster die man bei Twitter oder auch für die ganz altmodische Homepage verwenden kann. Die Auswahl ist groß und von Tapeten- bis Blumenmustern ist alles dabei.

SweetTweet
Noch mehr Hintergründe für die Seite bei Twitter. Diese hier sind oft knallbunt und nach verschiedenen Themen sortiert.

60 Jahre Grundgesetz – Kein Grund für eine Party

Das es um das Grundgesetz nicht zum Besten steht, zeigt allein die Tatsache, dass wir ein Grundrecht längst verloren haben. Es mag zwar noch als Artikel vorhanden sein, de facto haben es die Politiker aber soweit eingeschränkt, das es im Grunde abgeschafft ist. Das uns das nicht wirklich auffällt, liegt vor allem in der Tatsache begründet, dass dieses Grundrecht nicht von uns selbst in Anspruch genommen wird: Das Grundrecht auf Asyl.

Thomas hat sich in seinem Zweitblog Gedanken über die Feierlichkeiten zum Jubiläum des Grundgesetzes gemacht und findet, dass es eher Zeit für mehr Wachsamkeit als zum Feiern ist.

Das ganze Leben besteht aus Veränderung
Ein Interview mit der amerikanischen Journalistin Helen Thomas, die seit John F. Kennedy jeden Präsidenten der USA kritisch befragt hat. Sie berichtet aus ihrem langen Berufsleben und setzt sich auch kritisch mit Barack Obama auseinander.

Strand auf den Malediven

Bei einem kleinen Anfall von Fernweh habe ich schöne Desktop-Wallpapers mit Fotos der Malediven entdeckt. Falls weißer Strand und blaues Meer nicht Ihr Fall ist, gibt es auf der Website noch viele andere Motive.

27 Februar
0Comments

Alle Kunst kommt vom Fleisch

Alfred Hrdlicka

Er bezeichnet sich als Uralt-Stalinisten, Großdeutschen und hätte gegen einen erneuten Anschluss von Österreich an Deutschland nichts einzuwenden. Außerdem bezeichnete Oskar Lafontaine ihn als Paten seiner Partei, da er es war, der ihn und Gregor Gysi an einen Tisch brachte. Dass er sich mit seiner Polemik und Provokationen nicht überall Freunde schaffte, ist verständlich, doch hat es diesen widersprüchlichen Geist nie berührt. Genauso wie er überzeugter Kommunist ist, hat er auch große religiöse Kunst geschaffen und nennt wie Brecht die Bibel als Lieblingsbuch.

Der Kapitalismus, das muss man feststellen, hat versagt. Viele Menschen verhungern, die Umwelt geht vor die Hunde. Da frage ich Sie: Wie soll die Kunst sein, etwa hell, glücklich, sanft? Ich bitt schön…

Unwidersprochen ist hingegen seine Leistung als Arbeiter an der Kunst, denn er hat sich wie er selbst sagt am Stein “wund geschuftet”. So sehr, dass er schon lange nicht mehr als Bildhauer arbeiten kann:

Dann bin ich übersiedelt zum Stein, denn ich bin ein physischer Mensch, und wenn ich arbeite, will ich am Abend müde sein. Ich will mich selber spüren, meine Knochen. Ich weiß nicht, ob Sie’s ahnen, das ist eine Befreiung.

Wenn man sich seine aus dem groben Stein geschlagenen Skulpturen anschaut mag man glauben, dass er so manchen Abend mit Schmerzen begleitet von einigen Gläsern Wodka ins Bett gefallen ist. So muss wirkliche Kunst auch erschaffen werden, denn das kann nur gelingen, wenn der Künstler etwas von sich in seinem Werk lässt. Mit dieser Einstellung gehört er zu einer aussterbenden Art unter den aktuellen Künstlern. Heute ist Alfred Hrdlicka 80 Jahre alt geworden und auch wenn er den Stein schon lange nicht mehr bearbeiten kann, ist er noch lange nicht müde geworden. Ich hoffe, er wird uns noch einige Jahre mit Kunst und Politik provozieren.

Interview mit Alfred Hrdlicka in der ZEIT
Artikel über Hrdlicka in der WELT
Werke von Hrdlicka in Die Presse

26 Februar
0Comments

Interview mit dem Erzbischof von Buenos Aires

Ich habe nicht gesagt, dass pastorale Systeme unnötig sind. Im Gegenteil. An sich ist alles, was auf Gottes Wege führen kann, gut. Meinen Priestern habe ich gesagt: „Tut eure Pflicht; die Aufgaben eures Amtes kennt ihr ja, übernehmt eure Verantwortung und lasst dann die Tür offen.“ Unsere Religionssoziologen sagen uns, dass sich der Einfluss einer Pfarrei auf einen Umkreis von 600m erstreckt. In Buenos Aires liegen zwischen einer Pfarrei und der nächsten ca. 2000m. Ich habe den Priestern damals gesagt: „Wenn ihr könnt, mietet eine Garage, und wenn ihr den einen oder anderen disponiblen Laien auftreiben könnt, dann lasst ihn nur machen! Er soll sich um diese Leute hier kümmern, ein bisschen Katechese machen, ja, auch die Kommunion spenden, wenn er darum gebeten wird.“ Ein Pfarrer entgegnete mir: „Aber Pater, wenn wir das tun, kommen die Leute nicht mehr in die Kirche!“ „Na, und?“ meinte ich nur: „Kommen sie denn jetzt zur Messe?“. „Nein“, musste er zugeben.

Im Interview mit dem katholischen Magazin 30Tage berichtet seine Emeninz, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires, von der der fünften Generalversammlung des lateinamerikanischen Episkopats im Wallfahrtsort Aparecida, sowie den Problemen der Kirche in seinem eigenen Land.

Interview mit Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires

16 Februar
2Comments

Zollitsch und der Zölibat

Erzbischof ZollitschHerr Bischof Zollitsch scheint kein Mann der langsamen Gangart zu sein. Kaum ein paar Tage im Amt, greift er sich gleich eines der heißesten katholischen Eisen, den Zölibat, erklärt dass die Verbindung zwischen Priestertum und Ehelosigkeit “nicht theologisch notwendig” sei und wendet sich “gegen Denkverbote” bei diesem Thema. Jetzt könnte man glauben, mit dem als liberal geltenden Erzbischof Zollitsch sei ein Revoluzzer an die Spitze der deutschen Kirche getreten, der jahrhundertealte Dogmen über Bord werfen will. Genau betrachtet sind die Aussagen dann aber doch nicht so revolutionär, denn mit dem Zölibat würde gegebenenfalls eine alte Praxis fallen, nicht aber ein Fundament des Priestertums. Seit dem 2. Laterankonzil im Jahr 1139 ist der Zölibat für den Empfang der Priesterweihe in der westlichen Kirche verpflichtend. Trotzdem sagt das 2. Vaticanum:

“Die Kirche hat die vollkommene und ständige Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen, die von Christus dem Herrn empfohlen, in allen Jahrhunderten bis heute von nicht wenigen Gläubigen gern angenommen und lobenswert geübt worden ist, besonders im Hinblick auf das priesterliche Leben immer hoch eingeschätzt. Ist sie doch ein Zeichen und zugleich ein Antrieb der Hirtenliebe und ein besonderer Quell geistlicher Fruchtbarkeit in der Welt. Zwar ist sie nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert, wie die Praxis der frühesten Kirche und die Tradition der Ostkirchen zeigt, wo es neben solchen, die aus gnadenhafter Berufung zusammen mit allen Bischöfen das ehelose Leben erwählen, auch hochverdiente Priester im Ehestand gibt.”
- 2. Vaticanum, Presbyterorum ordinis, 16

Machbar wäre ein Abschied vom Zölibat also jederzeit, es bräuchte dazu ein Konzil und es wäre ein Beschluss, bei der “ein Teil der Kirche nicht mitginge”, wie es Erzbischof Zollitsch realistisch einschätzt. Alle anderen Meinungen zu diesem Thema sind rein subjektiv; man kann mit der Bibel dafür oder dagegen argumentieren, genauso wie man die rein pragmatischen Vor- und Nachteile dieser Praxis diskutieren kann. Letztendlich müssen die Betroffenen darüber reden, denn mir persönlich wäre es egal, ob der Pfarrer in Ehelosigkeit lebt oder ob ich ihn mit seiner Gattin zum Kaffee einladen kann.
Für mich als kirchlichen und theologischen Laien ist die Aussage des Bischofs zur EKD interessanter. Denn wenn er sagt, sie “ist Kirche. Ich kann ihr das nicht absprechen”, widerspricht er damit meiner Meinung nach der offiziellen Lehre der Kirche. Dies ist aber auch nur ein weiterer Schnipsel aus dem Interview, das in voller Länge erst in der nächsten Ausgabe des Spiegel erscheinen wird. Warten wir also ab.

Erzbischof Robert Zollitsch im Spiegel-Interview

23 Januar
0Comments

Späße bis ins Grab hinein

Wir, die entkommen waren, saßen zu 20.000 in Gardelegen bei Stendal, in einem riesigen Lager. Hier durften die Insassen ein Kabarett eröffnen. Alt gediente Stars traten auf der Wiese auf, rezitierten Sketche aus den 20er Jahren und spielten Theater aus dem Gedächtnis. Zehntausende hörten zu und sangen gemeinsam den Song mit: “Und drum tragen wir unser Leiden mit Geduld, an der Scheiße sind wir selbst schuld.” Diese Kabarettisten haben mich sehr beeindruckt, leider kenne ich ihre Namen nicht.

So erinnert sich Dieter Hildebrandt an die Zeit direkt nach dem Krieg und an das Kabarett in der jungen Bundesrepublik. Es gibt wenig Menschen bei denen ich immer geneigt bin zuzuhören, Hildebrandt gehört zu ihnen, weil er bis heute meinen Umgang mit Politik und deren Vertretern geprägt hat.

Interview mit Dieter Hildebrandt

01 November
0Comments

Auch im Himmel sind mehr Frauen

Vor den Kulturrevolutionären sollte sie gestehen, eine Spionin zu sein. Das konnte sie nicht. Da wurde sie 17 Tage (!) lang ohne Schlaf gelassen, in einem leeren Raum mit Betonboden. Danach kam sie für sechs Monate ins Gefängnis. Sie betete nur noch. Als sie aus Verzweiflung anfing, auch noch mit ihrem Wecker zu sprechen, kamen Wärter in die Zelle und haben den Wecker zertrümmert. Danach kam Schwester Petrus zwei Jahre in die Psychiatrie. “Seitdem lächelt sie nur noch”, sagt Schwester Mattia, ihre Oberin.

Paul Badde beschreibt in einem Essay seinen Besuch in einem katholischen Nonnenkloster in China. Wenn ich die Geschichte der Nonnen lese glaube ich immer mehr, dass China nicht nur eine Kaderschmiede für Kommunisten sondern vielmehr auch eine für zukünftige Heilige der Kirche ist.

Besuch in einem Nonnenkloster bei Shenyang

20 Oktober
2Comments

Ich stehe zum Leitbild Ehe und Familie

In unserem Ja zur Vielfalt sehe ich unsere Stärke. In Rumänien habe ich einen orthodoxen Gottesdienst erlebt, da spielt sich Liturgie ab, ohne dass die Gemeinde irgendwie beteiligt ist. Ohne Gemeinde gibt es aber für uns keinen Gottesdienst. Wir Evangelische sollten auch nicht versuchen, andere nachzuahmen, indem wir jetzt alle bunte Stolen tragen oder in klerikalen Kragen herumlaufen. Der schwarze Talar mit Beffchen ist unsere Tradition, ja unser Markenzeichen. Eine Stola gehört nicht dazu, sie ist Zeichen eines Weihepriestertums. Ich trage deshalb bewusst keine Stola.

Die evangelische Bischöfin Margot Käßmann spricht in der WELT über Ursache und Wirkung des neuen Atheismus, den derzeitigen Stand der EKD und der Möglichkeiten in der Zukunft. Als selbst Betroffene äußert sie sich auch zum Thema Brustkrebs und Scheidung, sowie zum Vorschlag, die erste evangelische Päpstin zu werden.

Interview mit der evangelischen Bischöfin Margot Käßmann