Orden des Leibowitz



06.05. 2010

Hagener Tanzschule lehnt lesbisches Paar ab

Der Fettnapf des Tages hat die Ausmaße eines gesamten Pools. Kopfüber hinein gesprungen ist Wolfgang Stein, der Besitzer einer Tanzschule in Hagen. Auf seiner Website wünscht er zwar “allen Gästen viel Vergnügen in aktiver und netter Gesellschaft”, doch bestimmte Menschen scheinen ihm als Gäste nicht willkommen zu sein. Denn ein lesbisches Paar, das sich zu einem Tanzkurs angemeldet hatte, bekam eine äußerst unhöfliche Abfuhr:

Herr Stein hat uns aber mehr oder weniger deutlich gemacht, dass er zwei miteinander tanzende Frauen seinem Publikum in seiner Tanzstunde nicht zumuten könne.

Als ob das nicht schon peinlich genug wäre, wagt Herr Stein noch einen weiteren Kopfsprung in den Fettpool:

Wenn ich aber ein Frauenpaar in einem regulären Kurs akzeptiere, dann müsste ich auch ein Herrenpaar annehmen. Aber haben Sie schon einmal gesehen, dass Herr Westerwelle mit seinem Freund auf dem Bundespresseball tanzt?

Sicherlich darf jede/r eine eigene Meinung haben und einem Geschäftsmann wie Herrn Stein steht es frei, an welchen Menschen er Geld verdient. Doch sollte ich mal eine Tanzschule in Anspruch nehmen müssen, (da steht noch ein Tangokurs mit Frau Leibowitz aus) werde ich bestimmt eine andere wählen. Wer heutzutage ein solches Gebaren an den Tag legt, wird sich mein Geld nicht in die Tasche stecken.

Artikel zum Thema: Hagener Tanzschule lehnt lesbisches Paar ab

22.04. 2010

Brüste und Erdbeben

Der iranische Geistliche Kasem Sedighi hat kürzlich die These aufgestellt, dass die Erdbeben im Land durch Frauen in unzüchtiger Kleidung bewirkt werden:

Viele Frauen, die sich nicht angemessen kleiden, verführen junge Männer zur Unkeuschheit und verbreiten Unzucht in der Gesellschaft, was letztendlich zu Erdbeben führt.

Um diese spannende Theorie zu evaluieren hat die Bloggerin Jen McCreight für Montag den 26. April zum internationalen “Boobquake” aufgerufen. Möglichst viele Frauen sollen an diesem Tag ihr gewagtestes Oberteil mit dem tiefsten Ausschnitt tragen. Auf diese Weise soll die übernatürliche Kraft von weiblichen Brüsten gebündelt werden, um so ein Erdbeben auszulösen. Bisher haben sich bei Facebook 48.475 Teilnehmerinnen eingetragen und auch bei Twitter wird die Aktion viel diskutiert. Die Initiatorin war vom Erfolg des Boobquake selbst überrascht, zumal die Sache ursprünglich nur als Witz auf die unsäglich dumme Aussage des iranischen Klerikers gedacht war. Wenn ich es richtig verstanden habe, streiten sich jetzt einige Feministinnen darüber ob es ihrer Sache dienlich ist oder nicht. McCreight selbst, die sich auch als Feministin bezeichnet, sieht das alles wohl nicht ganz so verbissen.

Ich kann den Boobquake nur unterstützen, denn genau genommen sind nach Sedighi nicht nur weibliche Brüste notwendig um ein Erdbeben zu erzeugen, sondern auch Männer die sie ansehen. Und wenn es der Wissenschaft dient ein schönes Dekolleté zu betrachten, will ich mich gerne beteiligen.

Der auslösende Artikel bei Spiegel Online
Der Aufruf zum Boobquake von Jen McCreight
Die Erklärung zum Hintergrund des Boobquake
Der Boobquake bei Facebook
Die offizielle Fanseite zum Boobquake bei Facebook

01.03. 2010

Gendering und kein Ende

Da haben wir in NRW gerade unseren Parteitag überstanden, da kommt der nächste kleine Aufreger aus Berlin:

Sie nennen sich “Piratinnen” und haben sich unter dem Motto “Klar machen zum Gendern” das Ziel gesetzt, zu einem besseren Verständnis von Zielen, Wünschen und Nöten der Frauen in einer überwiegend von Männern dominierten Piratenpartei beizutragen. Die Piratinnen möchten einen Schutzraum bieten, in dem auch die leisen Stimmen unter den Frauen Gehör finden können und laden daher bewusst ausschließlich Frauen in ihr Netzwerk ein.

Diese Sätze stammen aus einer Pressemitteilung der frisch gegründeten “Piratinnen“, die das meiner Meinung nach über Bord geworfen geglaubte Geschlechterdenken wieder zum Programm erhoben haben. Sie haben sich vorgenommen “zu einem besseren Verständnis von Zielen, Wünschen und Nöten der Frauen in einer überwiegend von Männern dominierten Piratenpartei beizutragen” und wollen Schutzräume für Frauen innerhalb der Partei bieten. Näher betrachtet ist die Sache zwar halb so wild, denn wie ich bei Mela las, hat diese Gruppe sagenhafte vier Mitglieder und hat die Pressemitteilung eigenmächtig veröffentlicht. Trotzdem werden dadurch wieder unselige Diskussionen heraufbeschworen.

Zur Frauenfrage bei den Piraten hatte ich schon früher geschrieben und der Parteitag am letzten Wochenende hat meine Meinung bestätigt. Piraten haben Themen an denen sie arbeiten und es ist völlig egal, von wem sie vorgestellt werden. Wenn es Kritik gibt werden Frauen und Männer absolut gleich schlecht behandelt. Aber Scherz beiseite, zumindest in NRW habe ich nicht den Eindruck, dass die weiblichen Piraten in irgendeiner Weise nicht zu ihrem Recht kommen. Alle Frauen die ich bisher kennenlernen durfte, sahen nicht danach aus, als dass sie sich von irgendwem unterbuttern ließen. Außerdem wirken zum Beispiel die Damen Elle und Steffi nicht so, als dass Mann mit ihnen Streit anfangen wollte.

Ich weiß nicht welche Probleme die “Piratinnen” gehabt haben, dass sie sich entschlossen haben, eine eigene Gruppe in der Partei zu gründen. Nur werden Schutzräume für Frauen und eine Mailingliste, an der Männer nicht teilhaben dürfen uns bei diesem Thema nicht weiterbringen. Da besteht die Gefahr, dass man irgendwann bei einer für Frauen peinlichen Frauenquote landet oder sogar bei den diskriminierenden Methoden der Grünen endet. Das haben weder unsere Frauen noch die Partei insgesamt verdient.

Update: Blogeintrag zum Thema von Anika Tanck

07.02. 2010

Mach’s gut BKK

Die Zusatzbeiträge sind durch vorangegangene politische Entscheidungen unvermeidbar und werden die Probleme des Gesundheitswesens nicht lösen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich allerdings keinem Versicherten empfehlen, aufgrund eines Zusatzbeitrages die Kasse zu wechseln, da er damit weder seine Versorgungssituation verbessert, noch weiß, ob er dabei günstiger abschneidet

Diese warme Empfehlung gab mir der Vorstandsvorsitzende der BKK für Heilberufe, Hans-Joachim Röminger in seiner Stellungnahme zum anstehenden Zusatzbeitrag. Die freundliche Bitte in seiner Krankenkasse zu bleiben, hat nur zumindest bei mir keinen Erfolg. Denn schon der erste Treffer der Google-Suche brachte eine Liste mit Krankenkassen, die 2010 keinen Zusatzbeitrag erheben wollen. Da habe ich doch schnell eine neue Versicherung gefunden, die mir mehr bietet und mich wenigstens in diesem Jahr mit Zusatzleistungen verschont. Solltet ihr auch machen.

03.10. 2009

Der manifestierte Johnny Cash

Letzte Nacht ist mir Johnny Cash im Traum erschienen. Es geschah während eines Konzerts zu Ehren des Meisters. Ich stand auf der Bühne und spielte Ring of Fire, innerlich unsicher darüber, ob ich das Stück auch wirklich richtig interpretiere. Da manifestierte sich Johnny Cash direkt neben mir. Er war leicht durchscheinend und hatte einen bläulichen Schimmer, ähnlich wie Obi-Wan Kenobi in Star Wars. Gesagt hat er nichts aber er sah mich mit einem väterlichen Blick von der Seite an der besagte, dass alles was ich tue absolut richtig ist. Ich war sehr zufrieden mit mir, öffnete die Augen und blickte in die glutroten Ziffern meines Weckers, der 6.45 Uhr anzeigte. Ungefähr 45 Sekunden später wurde mir klar, dass ich in einer Viertelstunde auf der Arbeit sein musste. Auf der etwas hektischen Fahrt zum Frühdienst fragte ich mich noch, was für ein Ding an der Birne ich wohl habe, dass ich so einen Quark träume.

29.09. 2009

Vom Älterwerden

Neulich mit einer älteren Arbeitskollegin (Also älter ich. 51 ist ja kein Alter.) über das Älterwerden im Allgemeinen und den Sinn von 90 oder 100 Jahre alt werden unterhalten. Wir fanden beide, dass das völlig überbewertet und nicht erstrebenswert ist. Auch einfach deswegen, weil es für unsere Umwelt unerträglich wäre. Ich bin seit einigen Jahren zumindest soweit sozialisiert, dass ich nur noch gut 10 20 Prozent der bösartigen Dinge, die mir ständig durch den Kopf gehen, auch ausspreche. Mittlerweile bringe ich es sogar über mich, unglaublich nett und freundlich zu Menschen zu sein, für die ich an sich nicht mal Verachtung übrig habe. Aber sobald ich in Rente bin, werde ich damit aufhören und ausschließlich das von mir geben, was ich auch denke. Immer. Da das niemand aushalten kann, wollen wir hoffen, dass ich nicht zu den Menschen gehöre, die weit über 100 Jahre alt werden. Meine Kollegin hat sich übrigens das gleiche vorgenommen, nur dass sie sich nicht sicher ist, ob sie bis nach der Rente durchhält. Also Gnade euch uns Gott.

28.09. 2009

Von Lebensschützertrollen

Kann sich noch jemand an Amadeu Antonio Kiowa erinnern? Ich hatte es leider schon längst vergessen. Kiowa wurde 1990 von einem Mob Nazi-Skinheads ermordet, während 20 Polizisten tatenlos dabei zusahen weil sie sich den Tätern nicht gewachsen fühlten. 1998 hat sich die Amadeu Antonio Stiftung gegründet, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus engagiert. Bis hierhin nicht schlecht. Am letzten Dienstag hat die Stiftung auf ihrer Website “Mut gegen rechte Gewalt” zur Teilnahme an einer Demonstration gegen einen christlichen Schweigemarsch gegen Abtreibung in Deutschland aufgerufen, weil die Teilnehmer “antifeministisch” seien und als “fundamentale Christen” ein “völkisches Familienverständnis” hätten. Auch dagegen ist nach meinem Verständnis von Demokratie und Toleranz nichts einzuwenden, auch wenn ich diese Begründungen nicht nachvollziehen kann. Während des Schweigemarsches am letzten Samstag wurden allerdings von den Gegendemonstranten einige der Holzkreuze, die von den Christen durch die Stadt getragen wurden, geklaut und in die Spree geworfen und Teilnehmer des Marsches beschimpft und beleidigt. Das widerspricht meiner Vorstellung von Demokratie und Toleranz.

Elsa hat in ihrem Blog einen Brief an die Amadeu Antonio Stiftung veröffentlicht, in dem sie anfragt, wie denn das Ziel eine zivile Gesellschaft zu fördern, die anti-demokratischen Tendenzen entschieden entgegentritt, mit dem Verhalten der Demonstranten zu vereinbaren ist. Von einer Stiftung, die immerhin unter der Schirmherrschaft des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages Wolfgang Thierse steht, hätte ich eine angemessene Antwort erwartet. Man hätte ja einfach sagen können, dass man nachwievor hinter der Argumentation zur Gegendemo steht, aber die unangemessenen Ausschreitungen bedauert und sich davon distanziert. Stattdessen kam erstmal nur eine Kurzmeldung über Twitter: “Haha. Wenn man die Lebensschützertrolle füttert”.

Ich kenne weder die Amadeu Antonio Stiftung noch den Bundesverband Lebensrecht, der den Schweigemarsch gegen Abtreibung veranstaltet hat. Ein solches Verhalten ist aber meiner Meinung nach einer Stiftung, die sich für Demokratie engagiert unwürdig. Hier sollte schnellstens eine Distanzierung vom Verhalten einiger Teilnehmer der Demo und auch eine Entschuldigung an Elsa folgen. Auch würde mich die Reaktion von Herrn Thierse interessieren, der ja bekanntlich Katholik und Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist. Deshalb habe ich ihm den Link zu diesem Eintrag per E-Mail geschickt.

10.09. 2009

Abtreibung und Holocaust

Seit Jahren ärgere ich mich über gewisse christliche “Lebensschützer”, die Abtreibung mit dem Holocaust gleichsetzen. Als ob dieser Vergleich an sich nicht schon falsch genug wäre, geht ein Dr. Cornides in einem Schreiben an die österreichische Frauenministerin noch einen Schritt weiter und behauptet, diese Gleichsetzung würde Abtreibungen verharmlosen und das Andenken an die Opfer “in leichtfertiger Weise” missbrauchen. Im politischen Sprachgebrauch würde man in diesem Fall wohl von einer ungeheuerlichen Entgleisung sprechen und ich frage mich ernstlich, was in den Köpfen solcher Menschen vor sich geht, die sich zudem auch noch als Christen bezeichnen. Während der Shoa wurden ca. 6 Millionen Menschen einzig aus dem Grund gezielt und systematisch von den Nazis ermordet, weil sie Juden waren. Dieser versuchte Völkermord ist in seinem Umfang und seiner Vorgehensweise einzigartig und deshalb mit nichts zu vergleichen.

Es gibt viele Gründe Abtreibung abzulehnen, man muss dazu meiner Meinung nach nicht mal einer Religion angehören, auch wenn für mich als Katholik die moralischen Gründe im Vordergrund stehen. Trotzdem verharmlost ein Vergleich mit dem Holocaust nicht nur den Genozid an den Juden, sondern stellt auch alle Frauen, die einmal abgetrieben haben mit den Nazis gleich. Die Gründe aus denen eine Frau sich zur Abtreibung entschließt können vielseitig sein. Doch keine Frau wird sich einem solchen Eingriff mit dem festen Vorsatz unterziehen, ihr ungeborenes Kind ermorden zu wollen. Auch wenn manche der sogenannten Lebensschützer es gerne behaupten, sind Frauen die abtreiben keine Mörderinnen und die Kinder nicht ermordet worden. Wer so etwas behauptet, weiß einfach nicht wovon er spricht.

Deshalb sollten sich alle Christen von solchen Mensch distanzieren und dagegen protestieren. Der Schutz des Lebens ist wichtig und jedes Kind, das abgetrieben wird ist eines zuviel. Nur wenn die Liebe zu Ungeborenen in einen Hass umschwenkt, der soweit geht, dass man den Holocaust verharmlost und Frauen zu Mörderinnen abstempelt hilft das bestimmt niemanden, geschweige denn, dass es mit christlichen Geboten zu rechtfertigen wäre. [via Florian]

15.06. 2009

Das Grillfest der Diözese Linz 2009

Grillfest in Linz 2009Da soll noch jemand behaupten, der Österreicher könnte nur Mozartkugeln rollen und Murmeltiere auskochen. Am letzten Donnerstag bewies die Diözese Linz, dass man auch in der schönen Alpenrepublik in der Lage ist, ein prima Grillfest auf die Beine zu stellen. Fünf katholische Pfarreien hatten den arbeitsfreien Feiertag Fronleichnam genutzt, um ihre Schäflein zu einer großen Grillparty auf dem Platz des Ars Electronica Centers einzuladen. Man hatte einen extra großen Tisch gedeckt, auf dem ausreichend leckeres Grillgut und Getränke zur Verköstigung beriet standen. Um Streitigkeiten am Grill zu vermeiden, hatte Dechant Helmut Part schon im Vorfeld für jeden der fünf Pfarrer eine eigene Grillzange gekauft, die von den geistlichen Grillmeistern auch freudig angenommen wurde. Auf dem Foto sehen Sie einen der Pfarrer der zugegeben etwas übermütig gleich ein ganzes Fladenbrot auf den Grill legen will. Aber so ist der Österreicher eben, er lässt keine Gelegenheit aus um ausgelassen zu feiern. So zeigte sich Dechant Part auch sichtlich begeistert: “Auch der einsetzende Regen tat der Feierstimmung keinen Abbruch und die Leute haben bis zum Schluss mitgefeiert“. Zum Abschluss des Festes bekam jeder Gast noch eine lecker gegrillte Murmeltierwurst auf den Weg, um einen schönen Tag an der Donau abzuschließen. Von diesem Grillfest wird man sich bestimmt noch lange erzählen. Leider gibt es einige militante Vegetarier, die auch bei so einer schönen Feier immer nach einem Haar in der Suppe bzw. an der Grillzange suchen müssen. Aber die Nörgler sterben eben nie aus.

04.06. 2009

Einen für Kevin und seine Freunde

Kevin, die Pissnelke schmiert an unsere Hauswand

Hallo Kevin, wenn du das nächste Mal an der Bushaltestelle vor unserem Haus stehst und aus Langeweile die Rosen zerrupfst und mit den Blütenblättern die ganze Hauswand vollschmierst, erwischen wir dich vielleicht dabei. Weißt du was dann passiert? Eigentlich sollte man dir mit einer großen Axt die kleinen bösen Fingerchen abhacken. Da wir dann aber später dein Hartz IV-Geld bezahlen müssen, zwingen wir dich vielleicht auch nur mit deinen Klamotten die gesamte Hauswand abzuwaschen. Außerdem bekommen deine Eltern eine schöne Rechnung für die vorherigen Reinigungskosten und die Rosen. Mit deinem schmalen Verstand wirst du es wahrscheinlich nicht verstehen, aber Rosen fallen nicht vom Himmel, sondern man muss sie kaufen, einpflanzen und pflegen damit sie so viele Blüten tragen, die du so gerne abreißt. Dasselbe gilt natürlich auch für deine Freunde. Vielleicht treffen wir uns ja mal an der Bushaltestelle.

punchintheface

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