Die Hagener Polizei hat mich für heute vorgeladen, um eine erkennungsdienstliche Behandlung vorzunehmen und um eine Aussage zur Tat von mir entgegen zunehmen. Gegen die EB kann man nichts ausrichten, erscheint man nicht zum Termin, holen sie einen eben mit Handschellen ab. Immerhin kann man nach Abschluss der Ermittlungen verlangen, dass die Fotos und Fingerabdrücke nach Abschluss der Ermittlungen vernichtet werden. Kurz nach 13:00 Uhr wurde ich also vom Herrn Kommissar in das Fotostudio im Keller geführt. Als wir an einigen offenen Zellen vorbeigingen meinte er: “Keine Angst, Sie müssen heute nicht gleich hierbleiben”. Ja, so ist der deutsche Polizeibeamte, immer einen lustigen Spruch auf Lager.
Im Studio angekommen befanden sich dort schon irgendwelche andere Leute, von denen natürlich keiner Guten Tag oder sonstwas gesagt hat. Zum Glück bin ich inzwischen an das schlechte Benehmen der Polizei gewöhnt. Nun musste ich mich auf einen am Boden befestigten drehbaren Stuhl setzen. Ein dicker älterer Beamte verlangte meinen Personalausweis und fragte mich noch nach meinen Fremdsprachenkenntnissen, Schuhgröße und mit welcher Hand ich schreibe. Auf meine Nachfrage, zu welchem Zweck die Frage nach den Fremdsprachen dient bekam ich keine Antwort, also habe ich sie auch nicht beantwortet. Hiernach musste ich mich auf dem Stuhl drehen und auf an den Wänden angebrachte Markierungen blicken, damit sie Portraitfotos von allen Seiten schießen konnten. Zum Schluss folgte noch eine Ganzkörperaufnahme im Stehen.
Jetzt waren die Fingerabdrücke an der Reihe, die wurden auf einer Art Scanner gespeichert. Zuerst wurden meine beiden Handflächen gescannt, dann die einzelnen Finger. Der Beamte stellte sich dabei etwas ungeschickt an, weshalb die Abdrücke nicht auf Anhieb gespeichert wurden. Deshalb “drohte” er mir damit, doch die gute alte Stempelfarbe zu benutzen, wenn es nicht gleich funktionieren würde. Wahrscheinlich hat er meine Finger deshalb bei den weiteren Abdrücken über Gebühr gequetscht. Danach war die Sache auch schon gelaufen, insgesamt hat es nur knapp 15 Minuten gedauert. Sonderlich schlimm war es eigentlich nicht, ich musste nur die gesamte Zeit innerlich über diese Farce grinsen. Diese gezwungene Freundlichkeit der Beamten, genauso wie ihre Ernsthaftigkeit, die mich an einen Sketch von Monty Python erinnerte war wirklich grotesk.
Ach ja, bevor die eigentliche Prozedur losging überreichte mir der Kommissar noch einen richterlichen Beschluss zu einer Wohnungsdurchsuchung. Ich hätte mich ja im Internet beschwert [sic], dass kein Beschluss vorgelegen hätte, das wäre aber ganz falsch. Alles sei vollkommen richtig durchgeführt worden. Im Beschluss steht, dass im Zuge der Ermittlungen zum Einbruch in meinem Krankenhaus bei mir und weiteren Personen Durchsuchungen durchgeführt und Beweismittel beschlagnahmt werden sollen (Details kann ich wie gehabt nicht veröffentlichen. Sie sind aber für mich hochinteressant und lassen mich noch wütender werden). Ich frage mich nur warum man uns besagten Beschluss nicht schon vor der Durchsuchung vorgelegt hat, denn weder Frau Leibowitz noch ich haben ihn vor dem heutigen Tag gesehen.
Das wäre es erstmal. Mein Anwalt hat in der Zwischenzeit meine Akte bei der Polizei angefordert, das kann aber bis zu 8 Wochen dauern. Bis dahin bleibt wieder nur abzuwarten was sich ergibt. Wenn etwas passiert, werde ich euch natürlich auf dem Laufendem halten. Weiterhin Danke für euer Interesse, denn ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass sowas ziemlich an den Nerven zehrt.