09 Juni
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Kaffee mit Krücken trinken leichgemacht

Ich sitze voll verkrüppelt im Hinterhof

Der kleine Stolperer vom Wochenende hat sich nach dem zweiten Besuch im Krankenhaus dann doch als Außenbandriss entpuppt. Da sowas heutzutage nicht mehr operiert wird, darf ich nun die nächsten 6 Wochen diese wunderbare Beinschiene tragen. Dazu stellt das Gehen auf Krücken ganz neue Anforderungen an die eigene Kreativität. Nehmen wir nur die Situation, man möchte einen Kaffee im Hinterhof trinken. Unter normalen Bedingungen kein großes Problem, ohne freie Hände hingegen nicht ganz unkompliziert. Erfahrungswerte zeigen, dass die dämlichste Variante darin besteht, die gefüllte Tasse irgendwie zusammen mit der Krücke festzuhalten. Im Ansatz schon besser aber auch nicht optimal, ist der Versuch die Tasse auf dem Fußboden mit einer Krücke vorwärts zu schieben. Auch das führt zu nichts weiter als Flecken auf dem Boden. Die beste Methode ist eindeutig die, eine ganze Kanne Kaffee zu kochen, den Kaffee in eine Thermoskanne zu füllen und zusammen mit der Tasse in einer Umhängetasche zu transportieren. So kann man auch gleichzeitig Buch, Tabak, Netbook und was man sonst so braucht ohne Probleme durch die Gegend tragen. Außerdem werde ich lernen, die Kraft der Macht zu gebrauchen, um wie Luke Skywalker das Verlängerungskabel aus dem Keller in den Hinterhof zu bewegen, wenn gleich der Akku vom Netbook leer ist. Wäre doch gelacht!

06 Juni
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Wirklich dumm gelaufen

Mit Krücken ist man sehr behindert

So schnell kann es gehen. Eigentlich hatte ich es für eine gute Idee gehalten, den Nachbarn auf dem Campingplatz vom Holzmüll des Vorbesitzers unseres Häuschens zu befreien und das Zeug gleich im Feuerkorb zu entsorgen. Es hatte auch alles gut funktioniert, bis ich beim Wegtragen der letzten OSB-Platte in ein Erdloch getreten bin und mich gleichzeitig im Farn verfangen habe. Das Ergebnis war ein filmreifer Sturz, gefolgt von einem üblen Schmerz im rechten Fußgelenk. Gebrochen war zum Glück nichts (Ich bin unkaputtbar, auch wenn meine Liebste das nicht glauben mag!), stattdessen habe ich mir nur eine Bänderdehnung zugezogen,die aber auch nicht sehr angenehm ist. In meinem Krankenhaus habe ich außer Hohn und Spott von den lieben Kolleginnen und Kollegen auch noch ein Paar Krücken bekommen, mit denen ich wohl die nächsten Tage durch die Gegend humpeln kann. Man glaubt ja nicht, wie behindert man sich mit solchen Dingern vorkommt.

15 August
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Supervision mit Folgen

Ford Sierra

Ich kann Supervisionen sowieso nicht leiden. Noch weniger mag ich sie, wenn ich eigentlich einen freien Tag gehabt hätte aber deswegen für zwei Stunden ins Krankenhaus fahren muss. Heute Morgen ist mir dann auch noch eine Dame aus der Röntgenabteilung in meinen schönen Ford Sierra gerauscht. Anstatt beim Einparken nach Hinten zu sehen, ist sie einfach mal losgefahren und noch bevor ich den Rückwärtsgang einlegen konnte, hat es auch schon gerummst. Zum Glück verfügt der Sierra noch über eine Stoßstange, die ihren Namen auch verdient, weshalb bei mir nur diese und der rechte Blinker ausgetauscht werden muss. Mit ein wenig Bastelarbeit sollte das halbwegs schnell repariert sein. Trotzdem wäre das ohne Supervision nicht passiert.

23 Oktober
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Von Gullideckeln und Büroklammern

Foto meines Schlüsselbundes

Ich benötige Ihre Hilfe, liebe Leserinnen und Leser! Heute Vormittag hatte ich nämlich einen wichtigen Termin, zu dem ich möglichst zeitig erscheinen sollte. Davor musste ich allerdings noch zum Arzt, weshalb ich in aller Frühe los bin um alles rechtzeitig zu erledigen. Beim Arzt angekommen, fiel mir beim Abschließen des Wagens mein Schlüsselbund durch einen Gullideckel in die unerreichbaren Tiefen der Hohenlimburger Regenwassereinläufe. Nachdem ich den sofort aufkeimenden Wut- und Panikausbruch erfolgreich unterdrückt habe, entschloss ich mich erstmal stundenlang in der Praxis zu warten und mich dann um das Problem zu kümmern. Gut anderthalb Stunden später stand ich mit einer Verbandswickel und einer Büroklammer bewaffnet, die ich der verdutzten Ärztin entlockt habe vor dem Feind. Nach weiteren 15 Minuten musste ich feststellen, dass derartige Aktionen anscheinend nur bei MacGyver funktionieren.

Da stand ich also, Lichtjahre von meinem Schlüsselbund entfernt während der Countdown zum nächsten Termin lief. Andere wären in dieser Situation verzweifelt, mir schickte der Himmel zwei rettende Engel, die in einem Wagen der städtischen Kanalreinigung unterwegs waren. Ausgerüstet mit einem Magneten der meinen Kleinwagen hätte anheben können, konnten sie meine Schlüssel aus dem Morast zurück ans Tageslicht direkt in meine schweißnassen Hände befördern. Jetzt würde ich gerne ein Glas Bier auf den Patron der Kanalarbeiter erheben und ihn oder sie in meine persönliche Heiligenliste aufnehmen. Leider konnte ich bisher niemand passenden finden. Deshalb meine Anfrage an Sie: kennt jemand unter Ihnen den Schutzpatron der Kanalarbeiter oder eines Berufes, der dem nahe kommt?