Arme Würstchen auf Tour

© Bus Kampagne Deutschland
Der deutsche Ableger der atheistischen Bus-Kampagne über die ich schon hier und dort berichtete, will nicht so recht ins Rollen kommen. Denn aus allen Städten deren Verkehrsbetriebe man anfragte, kamen nur Absagen. In Dortmund schließt man gottverachtende Werbung aus und in Hamburg fühlt man sich als öffentlicher Betrieb der Neutralität verpflichtet. Für die Verantwortlichen wohl wieder ein paar Gründe mehr, sich als Nichtgläubige “absichtsvoll ‘übersehen’ oder moralisch diskreditiert” zu fühlen. Um die gottlose Botschaft trotzdem unters Volk zu bringen, hat man nun einen Doppeldeckerbus gemietet, der ab Samstag – mit den entsprechenden Parolen ausgerüstet – durch die Hauptstadt fährt und eine atheistische Stadtrundfahrt anbietet. Ich habe zwar keine Ahnung, wo die Rundfahrt hingeht aber ich bin ziemlich sicher, dass die Reste der Mauer und des Führerbunkers nicht dazugehören werden. Die atheistischen Urheber dieser Sehenswürdigkeiten würden auch kaum in das Leitbild der Kampagne passen, denn dort wird die Gottlosigkeit ja als “angstfrei, selbstbestimmt, bewusst, tolerant und frei von Diskriminierungen” beschrieben. Was das angeht sind zumindest die von ihnen angeprangerten christlichen Kirchen weiter. Dort hat man inzwischen anerkannt, dass im Laufe der Zeit nicht alles im Sinne des Erfinders gelaufen ist und benennt es auch ohne dass man den Glauben an sich in Zweifel ziehen müsste. So weit sind die Verantwortlichen dieser Kampagne noch nicht, denn ansonsten würden sie verstehen, dass weder Glaube noch Unglaube automatisch zu einem besseren Menschen macht. So bleibt die Sache eine für mich alberne Aktion, die mich persönlich nicht mal ansatzweise an meinem Glauben zweifeln lässt. Zweifeln muss ich nur an der Glaubwürdigkeit der Verantwortlichen, die eine Menge Geld für eine Ego-Kampagne rausgeworfen haben, das man anderweitig bestimmt sinnvoller hätte anlegen können. Und wenn es nur eine Therapie gegen Minderwertigkeitskomplexe gewesen wäre.

