Lassen Sie sich nicht von dem total bekloppten deutschen Titel dieses Buchs “Schule ist was für Versager” täuschen, denn es ist wirklich gut. Wenn Sie dazu noch wie ich ein ausgesprochener Fan der Familie Simpson sind werden Sie es lieben. Der Autor Paul Halpern ist Professor für Physik und Mathematik und benutzt verschiedene Episoden der Serie um damit wissenschaftliche Themen zu erklären. Er geht der Frage nach, ob es den berühmten dreiäugigen Fisch Blinky wirklich geben könnte oder erklärt, warum es die Teleportationsmaschine, die Bart in eine Fliege verwandelt nicht funktionieren kann. Dazu verfügt Halpern noch über einen lockeren, aber nicht albernen Schreibstil, der das Lesen zu einem wirklichen Vergnügen macht. Praktisch ist auch, dass das Buch in kurze abgeschlossene Kapitel aufgeteilt ist, so dass man es in Etappen lesen kann, ohne gleich wieder die Hälfte vergessen zu haben. Mir hat das Buch jedenfalls viel Freude bereitet und dabei habe ich sogar noch etwas gelernt. Was will man mehr von einem Buch über die Wissenschaften verlangen?
Paul Halpern, Schule ist was für Versager
Im Taschenbuch für 8, 95 Euro
ISBN 978-3-499-62385-1

Ich habe keinen blassen Schimmer von Wein und ich mag ihn auch nicht. Ich finde auch diese Wein-Schnösel seltsam, die mit Kennermiene Sätze wie: “Dieser 96er Bad Schlonz macht ein erdiges Mundgefühl und ist im Abgang etwas holzig” von sich geben. Ich möchte wirklich nichts vom Abgang anderer Leute wissen. Aber jetzt wird alles anders, denn Gary Vaynerchuk (betont man VAY NER CHUK) wird aus mir zwar keinen Weintrinker mehr machen, für einen Weinkenner könnte es jedoch reichen. Der Mann führt einen 45 Millionen Dollar schweren Weinhandel in den Staaten und betreibt nebenbei ein Wein-Blog. In jeder Episode präsentiert er diverse Weine und erklärt zudem die Welt des Weines für Laien. Dabei geht es aber nicht todernst zu, wie man es vielleicht erwarten könnte, sondern Vaynerchuck ist auch noch witzig.

Nach dem Ersten Weltkrieg war der Staat pleite und es gab nicht mehr ausreichende Barmittel, um Löhne usw. auszuzahlen. Um dem entgegenzuwirken druckten einige deutsche Städte einfach ihre eigenen “Notgeld” genannten Scheine. Ganz legal war das natürlich nicht, aber damals muss es reichlich drunter und drüber gegangen sein, so dass die Reichsbank nicht einschritt. Erst mit der landesweiten Einführung der Rentenmark im Jahr 1923 gab es wieder eine einheitliche Währung in Deutschland. Weitere Informationen und vor allem einige Fotos von Notgeldscheinen fiinden Sie in einem Artikel bei einestages.

Foto: thevince
Heute vor 59 Jahren kreierte Herta Charlotte Heuwer in ihrem Berliner Imbiss-Stand die erste Currywurst. Ob ihr damals schon bewusst gewesen ist, dass sie damit eines der wichtigsten deutschen Kulturgüter geschaffen hat? Denn die Currywurst ist aus deutschen Mägen nicht mehr wegzudenken, auch wenn die Meinungen darüber, was eine echte Currywurst ist stark auseinander gehen. Ich persönlich kann mich für die Berliner Currywurst nicht begeistern; in meiner Gegend bevorzugt man eine Bratwurst mit mehr oder weniger scharfer Currysauce. Aber egal wie Sie Ihre Currywurst bevorzugen, zum Gedenken an Frau Heuwer sollten Sie heute mal wieder eine essen gehen.

Der französische Botaniker und Zoologe Jean-Baptiste de Lamarck hat neben seiner Beschäftigung mit der Entwicklung einer Evolutionstheorie während seines Lebens 19.000 Exemplare verschiedener Pflanzen zu einem Herbarium zusammengetragen. Auf einer Website über den großen Biologen können Sie neben seinen anderen Werken diese Sammlung online betrachten. Ob schon alle 19.000 Blätter digitalisiert sind weiß ich nicht, aber man ist bemüht alles online zu stellen. Das Herbarium ist ordentlich sortiert und die einzelnen Seiten sind in verschiedenen Auflösungen verfügbar.
Das Herbarium des Jean-Baptiste de Lamarck

In eigener Sache und um mich selbst ein wenig anzutreiben, möchte ich Sie auf mein neues Projekt hinweisen, das so Gott will und ich aus dem Quark komme, in den nächsten Tagen online gehen wird. Das Weblog richtet sich in erster Linie an Einsteiger, die eine Website oder ein Blog erstellen möchten. Da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie kompliziert das am Anfang sein kann, möchte ich Anleitungen zur Installation und Benutzung von Blog-Systemen wie WordPress anbieten, Hinweise auf nützliche Software und deren Einsatz liefern und dem Neuling das Leben insgesamt erleichtern.
Das Layout des Blogs ist bewusst sehr einfach gehalten um die Orientierung zu erleichtern und zur Zeit versuche ich noch die bestmögliche Einteilung zwischen Kategorien und Stichworten zu finden, um eine sinnvolle Navigation zwischen Themen und Artikeln zu bekommen. Alles soll so einfach und übersichtlich wie möglich sein, was für einen alten Nerd wie ich es bin, nicht immer leicht ist. Auch wenn es bisher nur wenig Inhalt gibt, bin ich mit dem jetzigen Ergebnis ganz zufrieden und hoffe, in den nächsten Tagen an den Start gehen zu können.

Im Atlas der Wahren Namen finden Sie zwar dieselben Landkarten, wie man sie aus herkömmlichen Atlanten kennt, nur werden Sie die Bezeichnungen der Meere, Länder und Orte mehr an den Herrn der Ringe als an unsere bekannte Welt erinnern. Die geografischen Namen sind nämlich ins Deutsche “übersetzt” worden, das bedeutet, anstelle des allgemein bekannten Namens ist deren wahre (etymologische) Bedeutung eingetragen. Da wird Erfurt zu Dunkelfurt, Bern zu Sumpfwiesen und die Insel Helgoland zu Heiliges Land. Die Cook-Inseln mit Koch-Inseln zu übersetzen, schießt womöglich etwas übers Ziel hinaus, dem Charme der Karten tut es aber keinen Abbruch. Denn wer würde unter der Bezeichnung Kälberland Italien und dem Land der vielen Flüsse die Schweiz vermuten? Der “Atlas der Wahren Namen” ist für jeweils 6 Euro als Welt- und Europakarte erhältlich. Eine ausführliche Rezension finden Sie hier.
Mich haben diese Karten schon vor dem Kauf dazu angeregt, mal wieder einen Blick in den Atlas of Middle-Earth zu werfen, der die gesamte Geografie von Tolkiens Mittelerde und sämtliche Reiserouten aus dem Hobbit und dem Herrn der Ringe verzeichnet.
Atlas der Wahren Namen mit Bestellmöglichkeit

Foto: Wikimedia Commons | CC-Lizenz
Heute hatte Bill Gates seinen letzten Arbeitstag bei Microsoft, womit sich einer der einflussreichsten Männer der Computer-Welt aus der Branche verabschiedet hat. Ob man ihn mag oder nicht, wohl kein anderer hat den Markt und damit das PC-Verhalten der Massen so geprägt wie er. Heutzutage setzen die meisten einen Computer mit Microsoft Windows gleich, Milliarden Büroangestellte arbeiten mit Microsoft Office und die große Mehrzahl der Benutzer surft mit dem Internet Explorer durchs Netz. Die XBox steht mittlerweile in zig Wohnzimmern und wer am PC spielen möchte, kommt immer noch nicht an Windows vorbei.
Ich habe meine ersten PC-Erfahrungen mit MS-Dos gemacht und bin erst ab Windows 98 auf eine grafische Oberfläche mit Fenstern umgestiegen. Wirklich begeistert war ich persönlich davon nicht, da es doch häufige und unerklärliche Abstürze gab. Allerdings lassen mich die Erinnerung an meinen alten 468er und das Kreischen des Modem bei der Einwahl ins Internet immer noch nostalgisch werden. Richtig gut wurde es erst mit Windows 2000, das seinerzeit auf meinem PC mit einer 700 MHz-CPU rasend schnell und vor allem absturzfrei lief. Windows XP habe ich auch noch eine Zeit lang benutzt, aber eigentlich nur noch als Zweitsystem für Dinge, die unter Linux nicht liefen. Irgendwann 2003 habe ich mir nach einem kompletten PC-Crash einen eMac von Apple gekauft und bin seitdem hauptsächlich bei Mac OS X und Linux geblieben.
Nichtsdestotrotz kann ich mein nicht ganz geringes Wissen von Computern (ich kann immer noch aus Müll einen brauchbaren PC mit Linux bauen) und Betriebssystemen Bill Gates verdanken, da mich Windows samt seiner Fehlermeldungen und Abstürze immer wieder angespornt hat eine Lösung für die Probleme zu finden. Mich würde ernsthaft interessieren, wie viele Stunden ich insgesamt an meinen Computern und den anderer Leute zur Fehlerbehebung irgendwelcher Windows-Abstürze verbracht habe. Letztendlich lag es auch ausschließlich an Windows, dass ich mich überhaupt für Alternativen wie Linux oder Mac OS interessiert habe. Dass ich diesen Eintrag unter OS X an einem (noch leicht defektem) MacBook schreibe, habe ich nur Bill Gates zu verdanken. In diesem Sinne wünsche ich Herrn Gates für seinen Ruhestand alles Gute und weiterhin viel Erfolg für seine Stiftung. Einer der Pioniere ist aus der PC-Welt geschieden.
Der große Wohltäter - Artikel über Bill Gates im Spiegel
Winhistory - Alle Betriebssysteme von Microsoft in der Übersicht

Am 27. Juli 1905 kam es auf dem russischen Linienschiff Fürst Potjomkin von Taurien zur Meuterei durch die Matrosen. Der Aufstand begann aber nicht von jetzt auf gleich, sondern hatte verschiedene Ursachen. So wurden die Matrosen der Kriegsmarine aus der Arbeiterklasse rekrutiert und äußerst schlecht bezahlt. Die Bedingungen an Bord waren auch nicht die besten und Repressalien durch die Offiziere verschlechterten die Lage der Soldaten noch zusätzlich. Am 25. Juni 1905 verließ das Schiff den Hafen von Sewastopol, um in der Bucht von Tendra Schießübungen durchzuführen. Kapitän Golikov, genannt “der Drache”, halbierte die Mittagspause der Mannschaft und strich den wöchentlichen Waschtag ersatzlos. Zwei Tage später bekamen die Soldaten madiges und faulendes Fleisch zum Mittagessen, was das Fass zum Überlaufen brachte.
Sie verweigerten das Mittagessen, woraufhin Kapitän Golikov drohte, die Auständischen an der Rahnock aufzuhängen. Trotzdem eskalierte die Situation und es kam zu einem Schusswechsel infolge dessen der Feuerwehrsmaat Vakulincuk starb. Daraufhin stürzten sich die Soldaten auf die Offiziere, warfen 7 von ihnen kurzerhand über Bord und sperrten die übrig gebliebenen unter Deck ein. Nach der Übernahme des Schiffes bildeten die Matrosen ein Komitee und und fuhren zuerst in den Hafen von Odessa. Über den Verlauf der nächsten Tage bis zur Kapitulation der Mannschaft gibt es verschiedene Versionen. Am 8. Juli fuhr die Potemkin in den Hafen der rumänischen Stadt Constanza ein, dort ging die Mannschaft von Bord und wurde interniert. Die meisten der Aufständischen kehrten erst 1917 mit dem Beginn der Oktoberrevolution wieder nach Russland zurück.
Berühmt wurde die Meuterei durch den Stummfilm Panzerkreuzer Potemkin von Sergej Eisenstein. Die Handlung lehnt sich zwar nur frei an das tatsächliche Geschehen an, gilt aber als einer der einflussreichsten Filme aller Zeiten. Ich hatte mal das Glück, ihn in einem Kino mit Klavierbegleitung zu sehen. Wenn Sie sich für Stummfilme erwärmen können, sollten Sie sich diesen Film unbedingt ansehen.
Ausführlicher Bericht über die Meuterei
Film Panzerkreuzer Potemkin kostenlos im Internet Archive

Michael Miersch von Maxeiner und Miersch (übrigens auch mit Blog), deren Kolumne in der Welt ich gerne lese, hat einen Artikel über sogenannte “Mythen von der bösen Atomkraft” geschrieben. Darin geht es unter anderem um den größten anzunehmenden Unfall, die Gefährlichkeit der Atomkraft und die radioaktive Strahlung. Natürlich ist der Begriff Mythos zu hoch gegriffen und der Artikel auch so polarisierend, wie man es von Herrn Miersch gewohnt ist. Ein Blick auf die Kommentare zeigt aber dass man bei diesem Thema eigentlich nicht mehr polarisieren muss, weil es sowieso nur zwei Meinungen zu geben scheint. Denkt man über eine weitere Nutzung der Atomenergie nach, gehört man zur Atomlobby oder lässt sich von ihr bezahlen, um aus Profitgier die Gesundheit von Menschen aufs Spiel zu setzen. Außerdem kann ein Artikel der sich Pro-Atomkraft äußert sowieso nur in der von der CDU gelenkten rechten Springerpresse erscheinen. Spricht man sich aus welchen Gründen auch immer gegen die Atomkraft aus, ist man ein unbelehrbarer und realitätsferner Ökofaschist, der aus ideologischen Gründen eine Energiekrise in Kauf nimmt. Dazwischen scheint nur sehr wenig Platz zu sein, um tatsächlich objektiv über dieses Thema nachzudenken.
Als Laie denke ich mir, dass es auf lange Sicht nicht klug ist, sich weiterhin ausschließlich von Öl und Erdgas aus anderen Ländern abhängig zu machen zumal die bisherigen Alternativen wie Windkraft und Solarenergie sich auch nicht als die Heilsbringer erwiesen haben, als die sie gerne von der Öko-Lobby (ja, die gibt es und denen geht es letztendlich auch nur um Geld) verkauft werden. Die gute alte Braunkohle ist einmal nicht umweltfreundlich und wegen der wesentlich günstigeren Kohle aus dem Ausland auch nicht mehr profitabel. Aus diesen Gründen spräche meiner Meinung nach einiges dafür, die Laufzeit der bestehenden Kernkraftwerke zu verlängern und langfristig in die Entwicklung moderner und effizienterer Atommeiler zu investieren.
Auf der anderen Seite gibt es natürlich Fragen an die Atomkraft, die für mich noch nicht endgültig abgeklärt sind. Zum Beispiel gibt es ja verschiedene Untersuchungen zur Häufigkeit von Leukämie in der Nähe von Kernkraftwerken die auch zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Auch bleibt die Frage nach der Rentabilität bzw. kommt genau so viel Energie aus einem Atomkraftwerk heraus, wie man vorher Geld hinein steckt? Momentan neige ich dazu die Atomkraft nicht als die beste und endgültige Form der Energiegewinnung zu sehen, trotzdem scheint es mir derzeit keine wirklichen Alternativen zu geben. Im Zweifelsfall würde ich mich auch eines besseren belehren lassen, doch genau hier fängt das Problem an. Die Diskussion zu diesem Thema ist in Deutschland einfach zu sehr emotionell und ideologisch behaftet, als dass es zu einem wirklichen Austausch von Argumenten kommen kann. Würde man das schaffen und zudem auch noch auf Erfahrungen aus dem Ausland zurückgreifen, wären wir immerhin schon einen Schritt weiter.
Die sieben Mythen von der bösen Atomkraft