Und in der Tat – wer nur alles ansieht und erfährt, was in der Welt geschieht, wird traurig werden. Aber Wahrheit meint mehr als Wissen: Die Erkenntnis der Wahrheit zielt auf die Erkenntnis des Guten. Das ist auch der Sinn des sokratischen Fragens: Was ist das Gute, das uns wahr macht? Die Wahrheit macht uns gut, und das Gute ist wahr: Dies ist der Optimismus, der im christlichen Glauben lebt, weil er des Logos, der schöpferischen Vernunft ansichtig geworden ist, die sich in der Menschwerdung Gottes zugleich als das Gute, als die Güte selbst gezeigt hat.
Heute hätte Papst Benedikt eine Rede in der Universität La Sapienza in Rom halten sollen, die aber wegen heftiger Proteste abgesagt wurde. Dabei ist den Studenten meiner Meinung nach eine hochinteressante Ansprache über das Wesen der Wahrheit entgangen, die Sie hier nachlesen können.
Die Rede, die der Papst nicht halten konnte

Der 4. Oktober des Jahres 1582 war ein denkwürdiger Tag in der Geschichte. Wer an diesem Donnerstagabend im katholischen Europa zu Bett ging, wachte zwar Freitagmorgen wieder auf, doch auf dem Kalender musste man gleich die nächsten 10 Blätter abreißen, denn es war schon der 15. Oktober. Dieses Zeitwunder brachte die Einführung des Gregorianischen Kalenders mit sich, da man durch die Änderung des Kalenders das Datum des für die Bestimmung von Ostern notwendigen Frühlingsanfangs wieder auf den 21. März bringen musste. Die Korrektur des Kalenders legte man in den Oktober, weil es in diesem Monat relativ wenige Heiligentage gab.
Text der Bulle “Inter Gravissimas” mit der Papst Gregor XIII. die Änderung des Kalenders anordnete
Ich verfolge mit großer Sorge die gravierenden Ereignisse der letzten Tage in Myanmar, und ich möchte der Bevölkerung, die mir am Herzen liegt, meine geistliche Nähe ausdrücken in dieser schmerzhaften Prüfung, die sie durchlebt. Ich versichere mein solidarisches und inständiges Gebet und lade ebenso die ganze Kirche dazu ein. Ich hoffe sehr, dass ein friedliche Lösung gefunden wird zum Wohl des Landes.
Papst Benedikt XVI. am 30.09.2007

Am kommenden Donnerstag soll die Blogger-Aktion “Free Burma” auf die Missstände in Birma aufmerksam machen. Wahlweise sollen teilnehmende Blogger an diesem Tag ausschließlich über Birma schreiben oder nur eine Grafik als Artikel veröffentlichen. Wie bei allen Demonstrationen ist es fraglich, ob diese Aktion etwas bringt. Sicherlich wird es aber etwas Aufmerksamkeit erregen und die Situation dieses Landes bei einigen Menschen ins Blickfeld rufen.
Christen können mehr
Angeregt durch den Aufruf von Papst Benedikt habe ich überlegt, dass Christen zusätzlich zur Online-Demo einen Gebetstag für Birma einwerfen können und welcher Tag würde sich für ein gemeinsames Gebet besser eignen als der Sonntag?! Beten Sie einen Rosenkranz, sprechen Sie passende Fürbitten im Gottesdienst oder nehmen Sie das Land einfach in Ihr persönliches Gebet auf!
Es wäre schön wenn am kommenden Sonntag möglichst viele Christen aller Konfessionen gemeinsam für Birma beten würden. Machen Sie mit!