Ich versuche seit geraumer Zeit erfolglos WLAN unter Ubuntu-Linux einzurichten. Die in meinem Notebook eingebaute Karte wird sowieso nicht erkannt und inzwischen habe ich es mit zwei verschiedenen WLAN-USB-Sticks probiert, die aber auch nicht recht funktionieren wollen. Beide werden zwar vom System erkannt und angezeigt, trotzdem lassen sie sich nicht aktivieren. Ich denke, ich werde jetzt beide Sticks wieder verkaufen, und mir von dem Erlös 10 Meter gewöhnliches Netzwerkkabel kaufen und in den Flur legen. Damit schaffe ich es in Wohnzimmer und Hinterhof und Internet in freier Wildbahn gibt es eben nicht. Damit Sie aber nicht nur von meinen kläglichen Versuchen, ein drahtloses Internet zu bekommen lesen müssen, habe ich noch zwei interessante Tipps für Sie.
Der erste ist das Buch “Ubuntu GNU/Linux - Grundlagen, Anwendung, Administration“, das der Verlag als kostenlose HTML-Version zur Verfügung stellt. Das Buch ist in erster Linie für Einsteiger in Ubuntu-Linux gedacht, und beschreibt leicht und verständlich alles, was man damit anstellen kann und wie man es einrichtet.
Außerdem gibt es vom gleichen Verlag ein ebenfalls kostenloses Video-Training zu Ubuntu, das Ihnen die Grundlagen des System von der Installation angefangen erklärt. Bisher sind 7 Videos online, wenn die Serie vollständig ist, soll sie 28 Kapitel beinhalten. Falls Sie sich also auch mal mit Linux beschäftigen wollen, haben Sie hiermit zwei praktische Anlaufstellen zum Einstieg. Mit dem Program Wubi (raten Sie mal ob es kostenlos ist) können Sie übrigens einfach und ohne unerwünschte Nebenwirkungen wie eine gelöschte Festplatte Ubuntu unter Windows installieren, und wie eines Ihrer Programme starten und deinstallieren.

In den Kommentaren zu einem Artikel über das neue Linux-Derivat gOS im Weblog von Dieter Petereit bin ich auf das Programm Virtual Box gestoßen. Damit kann man ähnlich wie mit Parallels beliebig viele Betriebssysteme wie Linux oder Windows virtuell installieren. Nach der simplen Installation habe ich meine alten Windows XP-CDs gezückt und nach knapp 30 Minuten Aufspielzeit plus der Dauer für 3544 wichtige Updates hatte ich ein ordentlich laufendes XP unter Linux auf dem Rechner. Das Umschalten zwischen dem echten und dem virtuellen System klappt reibungslos, sogar gemeinsame Ordner kann man anlegen. Um anspruchsvolle Software unter Windows laufen zu lassen, benötigt man wahrscheinlich mehr als die zwei GB RAM, die ich eingebaut habe. Für den normalen Betrieb reichen sie aber vollkommen aus. Dadurch habe ich festgestellt, dass das Layout dieses Weblogs im IE 7 aussieht wie geplant und im IE 6 im Bezug auf die Schriftgröße völlig versagt. Darum werde ich mich aber später kümmern.
Virtual Box gibt es für Windows, Mac OS X und verschiedene Linuxe und ist für den privaten Gebrauch kostenlos.
Download: Virtual Box

Man mag es nicht glauben, aber der Screenshot zeigt einen Linux-Desktop unter Gnome. Etwas nachgeholfen haben der Fenster-Manager Compiz, mit dem allerlei hübsche Effekte gezaubert werden können und der Avant Window Navigator, mit dem man sich eine Leiste ähnlich wie in OS X basteln kann. Ähnliche Spielereien gibt es ja auch für Windows und für meinen persönlichen Geschmack können sie erstens nicht mit Original mithalten und fressen zumindest auf meinem Notebook mächtig Ressourcen. Deshalb habe ich auch sämtlichen Spielkram wider deaktiviert und benutze wieder die normale Oberfläche. Die sieht zwar nicht so schick aus, dafür ist Gnome eine durchdachte Angelegenheit, mit der man gut arbeiten kann.
Anders sieht es jedoch mir der Software aus, denn bisher habe ich kein Programm gefunden, dass mir auch nur annähernd den Komfort des Pendants für OS X bietet. Natürlich erfüllen alle Programme ihren Zweck und ich kann mir vorstellen, dass sich mancher Benutzer von Windows angesichts der Vielfalt und Funktionalität von Linux-Software die Augen reiben würde. Trotzdem kann Rhythmbox nicht gegen iTunes und Quanta Plus nicht gegen Coda antreten. Zudem fehlt mir noch ein passender Ersatz für die kleine Textverarbeitung Bean, das nicht so hochgezüchtet wie Open Office ist und genau die Funktionen hat die ich brauche. Einen Ersatz für Pages werde ich wohl nicht finden, auch wenn Scribus faktisch mehr Möglichkeiten bietet. Aber um auf die Schnelle einen Flyer oder ein Plakat zu erstellen ist Pages für mich einfach ideal. Zum Glück entwickelt sich die Linux-Welt stetig fort und irgendwann wird es vielleicht auch einen passenden Treiber für mein WLAN geben.