18 Jahre Zonen-Gaby

3. Oktober 2008 | 3 Kommentare

Titelbild der Titanic vom November 1989

Meine Güte, wie schnell die Zeit vergeht. Ist es wirklich schon 18 Jahre her, dass die gute Zonen-Gaby das Titelbild der Titanic zierte? Dieses zeitlose Dokument deutscher Geschichte gibt es übrigens immer noch im Format Din A1 und für 7 Euro zu bestellen. Leider stirbt die gemeine Zonen-Gaby aus: “Nach kurzer Zeit im neuen Revier hat die Zonenfrau Aussehen und Verhalten ihrer nächsten Verwandten, der Westlichen Erfolgsfrau (tus­nelda carrieris), so perfekt kopiert, dass
selbst Experten eine Unterscheidung kaum noch möglich ist.”

Der Deckel muss weg!

25. September 2008 | 3 Kommentare

Ein Großteil der Belegschaft meiner Station ist heute in Berlin auf der Demo gegen die Finanzierungspläne für Krankenhäuser durch die Bundesregierung. Das hat zur Folge, dass ich heute Vormittag alleine mit unserem guten Doktor an der Heimatfront verbleibe um die Station zu schmeißen. Ich bin jetzt schon gespannt, was das für ein lustiges Chaos geben wird! Immerhin ist es ja für eine gute Sache, auch wenn ich mehr als skeptisch bin, was die Wirkung solcher Demos anbelangt.

Weitere Informationen um was es eigentlich bei dieser Kampagne geht, können Sie auf folgenden Seiten von Ver.di finden:

Deutsche Notgeldscheine

15. September 2008 | Kommentieren

Notgeld der Stadt Steinfeld

Nach dem Ersten Weltkrieg war der Staat pleite und es gab nicht mehr ausreichende Barmittel, um Löhne usw. auszuzahlen. Um dem entgegenzuwirken druckten einige deutsche Städte einfach ihre eigenen “Notgeld” genannten Scheine. Ganz legal war das natürlich nicht, aber damals muss es reichlich drunter und drüber gegangen sein, so dass die Reichsbank nicht einschritt. Erst mit der landesweiten Einführung der Rentenmark im Jahr 1923 gab es wieder eine einheitliche Währung in Deutschland. Weitere Informationen und vor allem einige Fotos von Notgeldscheinen fiinden Sie in einem Artikel bei einestages.

Hans-A-Plast live 1979

11. September 2008 | Kommentieren

Drüben im Weblog Spurensicherung gibt es einen zwanzigminütigen Mittschnitt der deutschen Punkband Hans-A-Plast. Das Konzert fand 1979 in Berlin statt, einige Wochen bevor ihr erstes Album erschien. Die Aufnahme ist richtig gut und steht im MP3-Format zum Download bereit. Für Freunde der klassischen deutschen Punkmusik sehr zu empfehlen!

Ein Hoch auf die Currywurst

4. September 2008 | Ein Kommentar

Currywurst
Foto: thevince

Heute vor 59 Jahren kreierte Herta Charlotte Heuwer in ihrem Berliner Imbiss-Stand die erste Currywurst. Ob ihr damals schon bewusst gewesen ist, dass sie damit eines der wichtigsten deutschen Kulturgüter geschaffen hat? Denn die Currywurst ist aus deutschen Mägen nicht mehr wegzudenken, auch wenn die Meinungen darüber, was eine echte Currywurst ist stark auseinander gehen. Ich persönlich kann mich für die Berliner Currywurst nicht begeistern; in meiner Gegend bevorzugt man eine Bratwurst mit mehr oder weniger scharfer Currysauce. Aber egal wie Sie Ihre Currywurst bevorzugen, zum Gedenken an Frau Heuwer sollten Sie heute mal wieder eine essen gehen.

Wir bringen Polen den Tod

1. September 2008 | Kommentieren

Ob Figuren, Benzin, Bomben oder Brot, wir bringen Polen den Tod
Foto: Aufschrift auf einer Ju-52, 1939

Das heißt, ich will nicht den Kampf gegen Frauen und Kinder führen. Ich habe meiner Luftwaffe den Auftrag gegeben, sich auf militärische Objekte bei ihren Angriffen zu beschränken. Wenn aber der Gegner daraus einen Freibrief ablesen zu können glaubt, seinerseits mit umgekehrten Methoden kämpfen zu können, dann wird er eine Antwort erhalten, dass ihm Hören und Sehen vergeht!

Polen hat heute Nacht zum ersten mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen! Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten! Wer mit Gift kämpft, wird mit Giftgas bekämpft. Wer selbst sich von den Regeln einer humanen Kriegsführung entfernt, kann von uns nichts anderes erwarten, als dass wir den gleichen Schritt tun. Ich werde diesen Kampf, ganz gleich, gegen wen, so lange führen, bis die Sicherheit des Reiches und bis seine Rechte gewährleistet sind.

Dies ist ein Auszug aus der Rede, die Adolf Hitler am 1. September 1939 vor dem deutschen Reichstag hielt. Ungefähr eine Stunde bevor offiziell zurückgeschossen wurde, hatte die deutsche Luftwaffe bereits die polnische Stadt Wieluń bombardiert und sie zu großen Teilen zerstört. Gleichzeitig wurde die Westerplatte, eine Halbinsel bei Danzig, auf der sich ein Munitionslager der polnischen Armee befand vom Linienkreuzer Schleswig-Holstein aus beschossen. Dies war der Auftakt zum zweiten Weltkrieg, bei dem schätzungsweise 50 bis 60 Millionen Menschen den Tod fanden, darunter fast 6 Millionen Polen.

Obamamania in Deutschland

29. August 2008 | 4 Kommentare

Cartoon aus der Welt
© Die WELT

Wenn man die derzeitigen Schlagzeilen über den Wahlkampf in den USA liest, könnte man glauben, der nächste Präsident würde in Deutschland gewählt. Wenn es denn ginge, würden mehr als 70 Prozent der Deutschen Barack Obama wählen, 63 Prozent aller Frauen und 38 Prozent der Männer möchten ihn heiraten und 86 Prozent aller Eltern aus der oberen Mittelschicht wünschen sich ihn als Schwiegersohn. Wohin diese Euphorie in einigen Jahren führen könnte, zeigt der Cartoon aus der heutigen Welt. Ob sich dann am Ende alle deutschen Baracks umbenennen wollen, weil der Namensgeber die Heilserwartungen der Eltern nicht erfüllt hat?

Zur Erhaltung der Sütterlin-Schrift

27. August 2008 | Kommentieren

Die Sütterlinschrift

Neulich habe ich in der Zeitung über neue gegründete Initiativen zur Förderung der Sütterlinschrift, auch “deutsche Schrift” genannt gelesen, und mich etwas näher damit befasst. Diese Schreibschrift wurde vom Berliner Grafiker Ludwig Sütterlin entwickelt und wurde von 1915 bis 1941 als Ausgangsschrift an deutschen Schulen gelehrt. 1941 wurde sie von den Nazis mit einer reichlich fadenscheinigen Begründung verboten:

Die sogennante gotische Schrift als eine deutsche Schrift anzusehen und zu bezeichnen ist falsch. In Wirklichkeit besteht die sogenannte gotische Schrift aus Schwabacher-Judenlettern. Genauso wie sie sich später in den Besitz der Zeitungen setzten, setzten sich die in Deutschland ansässigen Juden bei der Einführung des Buchdrucks in den Besitz der Buchdruckereien, und dadurch kam es in Deutschland zu der starken Einführung der Schwabacher-Judenlettern.

Die Bezeichnung “Schwabacher Judenlettern” bezieht sich auf die Schrift Schwabacher, die im 15. Jahrhundert entwickelt wurde. Da zu dieser Zeit ausschließlich Christen Druckereien betreiben durften, kann sie kaum von Juden entworfen sein. Eine gotische Schrift ist sie auch nicht, sie sieht nur ähnlich aus. Jedenfalls wurde mit diesem Erlass die Verwendung von Frakturschriften im Druck verboten. Witzigerweise ist der Schriftzug “Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei” in Fraktur gedruckt. Etwas später wurden dann auch die deutschen Handschriften “unarisch” und ihre Verwendung verboten. Von diesem Schlag hat sich die Sütterlinschrift nie wieder erholen können. Nach dem Krieg wurde sie zwar ab 1954 in einigen Bundesländern wieder als Zweitschrift gelehrt, doch richtig durchgesetzt hat sie sich nicht wieder.

Sehr viele Hintergrundinformationen und einen Lese- und Schreibkurs zur Sütterlinschrift bietet die Website Alte deutsche Schriften von Peter Dörling. Informationen zur Geschichte der Schrift und der verschiedenen Schriftarten finden Sie auf der Website Schreibereien.de von Christian Zimmermann.

Alles in Butter

21. August 2008 | Kommentieren

Eine Packung ButterWinterbutter ist eher von fester Konsistenz, während sich Sommerbutter leichter verstreichen lässt. Das liegt daran, dass die Kühe im Winter Heu essen und im Sommer auf Weiden grasen können. Jetzt haben Sie für den heutigen Tag schon etwas gelernt, aber es das war noch nicht alles. Im vergangenen Nachtdienst habe ich mich nämlich mit einigen Patienten über widerliche Arbeitsunfälle unterhalten. Einer von ihnen hat früher bei einem in NRW bekannten milchverarbeitenden Unternehmen gearbeitet, in dem auch Butter hergestellt wird. Um den schon erwähnten Unterschied zwischen Sommer- und Winterbutter zu vermeiden, friert man einfach die Hälfte der jeweiligen Butter ein und vermischt sie, um eine gleichbleibende Qualität zu bekommen. Zum Vermischen werden riesige Brocken gefrorener Butter in einen noch viel größeren Tank geworfen und mit Hilfe von unglaublich scharfen rotierenden Messern umgewälzt. Ein unachtsamer Kollege meines Patienten wollte die Konsistenz der Masse kontrollieren und griff dazu in eine Öffnung des Tanks ohne sich vorher zu vergewissern, dass die Klingen abgeschaltet sind. Das Ergebnis waren vier in sekundenschnelle abgetrennte Finger, die auf diese Weise in dem Buttertank landeten.

Nun ging es hierbei nicht um ein paar Liter sondern gleich um einige tausend Liter Butter, die natürlich auch einen entsprechenden Marktwert haben. Also entschloss man sich nach einigem Abwägen dazu, die gesamte Maschine noch eine Zeit lang auf Hochtouren laufen zu lassen, bis sich auch der kleinste Fingerknorpel in die homogene Masse eingefügt hatte. So wird es seinerzeit ein paar Kunden in Deutschland gegeben haben, die sich über eine leichte rötliche Färbung in ihrer Butter wunderten. So war man froh, eine gesamte Tagesproduktion gerettet zu haben, nur der etwas voreilige Kollege konnte sich darüber nicht recht freuen.

Atlas der Wahren Namen

7. Juli 2008 | Ein Kommentar

Ausschnitt Atlas der Wahren Namen Europa

Im Atlas der Wahren Namen finden Sie zwar dieselben Landkarten, wie man sie aus herkömmlichen Atlanten kennt, nur werden Sie die Bezeichnungen der Meere, Länder und Orte mehr an den Herrn der Ringe als an unsere bekannte Welt erinnern. Die geografischen Namen sind nämlich ins Deutsche “übersetzt” worden, das bedeutet, anstelle des allgemein bekannten Namens ist deren wahre (etymologische) Bedeutung eingetragen. Da wird Erfurt zu Dunkelfurt, Bern zu Sumpfwiesen und die Insel Helgoland zu Heiliges Land. Die Cook-Inseln mit Koch-Inseln zu übersetzen, schießt womöglich etwas übers Ziel hinaus, dem Charme der Karten tut es aber keinen Abbruch. Denn wer würde unter der Bezeichnung Kälberland Italien und dem Land der vielen Flüsse die Schweiz vermuten? Der “Atlas der Wahren Namen” ist für jeweils 6 Euro als Welt- und Europakarte erhältlich. Eine ausführliche Rezension finden Sie hier.

Mich haben diese Karten schon vor dem Kauf dazu angeregt, mal wieder einen Blick in den Atlas of Middle-Earth zu werfen, der die gesamte Geografie von Tolkiens Mittelerde und sämtliche Reiserouten aus dem Hobbit und dem Herrn der Ringe verzeichnet.

Atlas der Wahren Namen mit Bestellmöglichkeit