Sonderkommando Auschwitz
Veröffentlicht am 27.01. 2008
Aus dem Leben gegriffen
Die Deutschen schickten uns also auf die andere Seite des Hauses, wo die Gräben waren. Sie befahlen uns, die Leichen aus der Gaskammer herauszuholen und sie vor den Gräben abzulegen. Ich selbst bin nicht in die Gaskammer hineingegangen. Ich blieb draußen und musste zwischen Gaskammer und Gräben hin- und herlaufen. Andere Männer des Sonderkommandos, die erfahrener waren als wir, hatten die Aufgabe, die Leichen so in die Gräben zu werfen, dass das Feuer nicht gelöscht wurde. Wenn die Leichen zu eng zusammenlagen, konnte keine Luft zwischen ihnen zirkulieren, und das Feuer hätte erlöschen oder an Intensität verlieren können. Das hätte die Kapos und die Deutschen, die uns bewachten, wütend gemacht.
Die Gräben waren an einem Abhang ausgehoben worden, so dass das Fett, das aus den Leichen kam, in dem Graben bis zu einer Biegung floss, wo eine Art Mulde gemacht worden war, um es zu sammeln. Wenn das Feuer zu erlöschen drohte, mussten die Männer etwas von dem Fett aus der Kuhle nehmen und auf das Feuer gießen.
Vor 63 Jahren befreite die Rote Armee das KZ Auschwitz-Birkenau, in dem mehr als eine Million Menschen aus ganz Europa ermordet wurden. Der Textauszug stammt aus dem Buch von Shlomo Venezia, der darin seine Erinnerungen an seine Zeit im Lager aufschreibt. Als Jude italienischer Abstammung wuchs Shlomo Venezia in Saloniki auf. Im April 1944 wurde er von den Deutschen nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort musste er im Sonderkommando den Opfern die Haare schneiden, sie in die Krematorien führen, ihnen vorlügen, sie würden nur geduscht, und sie nach dem Erstickungstod verbrennen. Venezia beteiligte sich am Aufstand seines Sonderkommandos, der von der SS brutal niedergeschlagen wurde.
Meine Arbeit im Sonderkommando Auschwitz
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