11. Juli 2010

Neue Handtweets

Auch letzten Freitag habe wieder ein paar Empfehlungen für Twitter gezeichnet. Diesmal nur drei, doch alle sind lesenswert. Als besondere Empfehlung lege ich euch den Piraten Pego ans Herz, weil er nicht nur twittert, sondern auch ein gutes Blog führt und ein wirklich netter Typ ist.

Der @Pego_ ist ein eifriger Twitterer und bloggt schlaue Sachen.

Auch an die Kollegin @erdbeeryoghurt ein freundliches #FF.

Ahoi für @SuddenGrey, die tätowiert mit den #Piraten sympathisiert!

05. Juli 2010

Rauchverbot: Aktivismus vs. Bürgerrecht

In Bayern wird im Namen der Volksgesundheit von einer Minderheit ein Grundrecht beschnitten und alle freuen sich über den Sieg der Basisdemokratie. Verkehrte Welt würde ich sagen. Nein, das Rauchen in Kneipen sehe ich nicht als Grundrecht an. Das Recht des Betreibers einer Kneipe selbst zu bestimmen, was dort erlaubt ist und was nicht, dagegen schon. Wird dort von staatlicher Seite aus eingegriffen – das ist das Resultat des Volksentscheids – ist das meiner Meinung nach ein unzulässiger Eingriff des Staates. Die Gesundheit ist sicherlich ein hohes Gut, die persönliche Freiheit des Einzelnen werte ich allerdings noch höher. Ich habe kein Recht auf Rauchen überall, genauso wenig hat ein Nichtraucher das Recht auf ein rauchfreies Lokal. Lediglich der Besitzer sollte darüber zu entscheiden haben. Den Staat geht das alles überhaupt nichts an, solche privaten Belange fallen nicht in seine Zuständigkeit. Deshalb sollte man vorsichtig damit sein, diesen Volksentscheid zu schnell als Gewinn der Basisdemokratie zu bejubeln. Was die Mehrheit entscheidet (in diesem Fall war es allerdings nur eine Minderheit), muss nicht zwangsläufig auch richtig sein.

Vielleicht ist das auch der Unterschied zu Nichtrauchern im Gegensatz zu anderen Aktivisten. In den letzten Jahrzehnten haben schwul-lesbische Buchläden eröffnet, vegane Restaurants haben ihre Besucher gefunden und auch in einer Kneipe nur für Frauen bin ich mal gelandet. Ich habe nur nie davon gehört, dass irgendwo eine Kneipe für Nichtraucher von Nichtrauchern eröffnet worden wäre. Vielleicht wäre das sogar cool gewesen. Stattdessen auf Verbote, staatliche Bevormundung und die Beschneidung der Rechte anderer zu setzen, halte ich für sehr bedenklich. Wahrscheinlich passt das aber auch besser in unsere Zeit.

Zur Orientierung: Beim bayrischen Volksentscheid ging es nicht um Nichtraucherschutz. Der bestand dort genau so wie in anderen Bundesländern. Jetzt wurde nur noch über das Verbot der letzten Ausnahmeregelungen entschieden.

Links zum Thema:
Von Kindern, Rauchern und Brettern vorm Kopf
Ein Volk
Rauchverbot: Die grünen Nannies
Warum man rauchen sollte
Rauchverbot – ein gefährlicher Sieg der Minderheit
Wie Bayerns Nichtraucher-Rebell Politik ändern will

03. Juli 2010

1. Hagener Twitter BBQ Come Together

Da soll es immer noch Menschen geben, die Twitter in Bausch und Bogen als digitale Zeitverschwendung verdammen. Dabei ist es neben dem kurzweiligen Aspekt oft genug sehr sinnvoll. Ohne Twitter würde zum Beispiel das heutige 1. Hagener Twitter BBQ Come Together überhaupt nicht stattfinden. Alle Anwesenden stammen aus Hagen, twittern und haben sich über diese Plattform kennengelernt. Heute treffen wir uns außerhalb des Internet zum Fußballgucken, Grillen und was sich sonst noch ergibt. Genau so hat sich Sir Berners-Lee, Begründer des World Wide Web das übrigens vorgestellt: Menschen kommunizieren über das Internet, um sich dann real zu treffen. So schließt sich die für mich ohnehin sehr kleine Lücke zwischen der Online- und Offline-Kommunikation. Ich freue mich jedenfalls; einige der Teilnehmer habe ich schon persönlich kennengelernt, bei anderen bin ich sehr gespannt. Jetzt muss die deutsche Elf nur noch Argentinien rauskicken, dann wird es ein perfekter Tag.

02. Juli 2010

Handtweets zum Followfriday

Bei Twitter gibt es die lustige Tradition des Followfridays (#ff), zu der man Benutzer die man selbst gerne liest empfiehlt. Zum heutigen Freitag habe ich die Zeit im letzten Nachtdienst genutzt, um ein paar gezeichnete Empfehlungen anzufertigen. Los gehts:

Der erste #FF geht heute an @felissaeva, die fest in meine TL integriert ist.

Second #FF goes to @hrrrthrrr because she’s a creative bombshell. I read her quite a long time.

Dritter #FF geht an Frau @xkeksx, weil mir ihr Geplapper immer Freude macht und sie ne neue Frisur hat.

Das nerdige Schnittchenwunder @forschungstorte gehört in jede TL. Sag ich mal.

Der @Erdrandbewohner ist eine ganz besondere Marke, bei dem ihr euch Schubladen sparen könnt!

Noch einen #FF an die @Twoenigin, weil sie eine lustige Nudel ist und auch nackend twittert :)

Meine Tweets findet ihr unter http://twitter.com/leibowitz, die ich euch natürlich auch empfehle.

27. Juni 2010

Wieder zurück aus dem Urlaub

Da bin ich wieder. Heute Nachmittag, kurz nach Ende des Spiels gegen England, das ich live im Radio mitverfolgt habe, hatte mich Hohenlimburg wieder. Somit war der Sieg gegen die englischen Löwen der krönende Abschluss eines wunderbaren Urlaubs. Ich habe schöne Städte gesehen, viel leckeres Essen und Bier zu mir genommen und reichlich entspannt. Vor allem hatten Frau Leibowitz und ich seit langer Zeit mal wieder 14 Tage nur für uns, ohne jeglichen Alltagsstress. Was wir erlebt und gesehen haben, könnt ihr – falls ihr es nicht sowieso verfolgt habt – im Urlaubsblog anschauen.

10. Juni 2010

Urlaubsreif

Diese kleine, idyllische Terrasse liegt im französischen Vence und ist ab Samstag für 14 Tage mein. Teilen brauche ich sie nur mit Frau Leibowitz, mit der ich morgen in den Urlaub an die Côte d’Azur fahre. Ausreichend urlaubsreif fühle ich mich spätestens seit Ende des Landtagswahlkampfs, der meine Reserven endgültig aufgebraucht hat. Ich kann hier alles nicht mehr sehen und freue mich darauf, ins Meer zu schauen, über die Strandpromenade von Nizza zu flanieren und endlich vor der Polizeiwache in Saint Tropez zu stehen. Morgen fahren wir bis zur Jugendherberge in Lugano, am Samstag geht es weiter bis nach Vence. Da morgen auch die Fußball-WM beginnt, freue ich mich auch schon darauf, ein paar Spiele in französischen Kneipen zu sehen. Das beste sind aber 14 Tage ohne Arbeit und Alltagstrott, stattdessen umso mehr neue Eindrücke sammeln und das sprichwörtliche die Seele baumeln lassen.

Da ich mir einen kompletten Offline-Urlaub nicht mehr vorstellen kann, habe ich ein Reisetagebuch eingerichtet, auf dem ich Fotos und was sich sonst so ergibt veröffentlichen werde. So seid ihr fast live dabei und müsst euch nicht grämen, dass es hier nichts Neues gibt. Meldungen über neue Einträge gibt es über Twitter und Facebook, wahlweise könnt ihr auch den RSS-Feed des Blogs abonnieren. Bis demnächst und bleibt mir gewogen.

07. Juni 2010

Die kleine Android Fußball-Ausrüstung

Es dauert nicht mehr lange, bis in Südafrika das Fußballturnier der Nationen angepfiffen wird. Auch als Geek will man nicht die Übersicht verlieren, deshalb habe ich nach einer passenden App für mein Android Telefon gesucht. Entdeckt habe ich 2010 World Cup, eine kostenlose App, die alle wichtigen Informationen liefert, die man für ein solches Turnier benötigt. Ein Kalender zeigt alle Spiele nach Datum sortiert an, es gibt eine Übersicht über alle Teams und zusätzlich werden aktuelle Nachrichten zur WM angezeigt. Einen Testbericht mit Screenshots gibt es bei AndroidPIT.

Dazu habe ich noch die witzige kleine App Air Horn entdeckt, mit der man auch mit dem Telefon so richtiges Gerölle beim Spiel machen kann. Air Horn gibt es ebenfalls kostenlos im Android Market.

03. Juni 2010

Was ist Fronleichnam?

Heute laufen wieder in vielen Orten die Katholiken mit Blaskapelle durch die Innenstadt und tragen eine Monstranz vor sich her. Es muss also Fronleichnam sein, doch was wird da eigentlich gefeiert? Der Begriff Fronleichnam stammt vom mittelhochdeutschen vrône lîcham, “des Herren Leib”, ab. Vrôn bezeichnet den weltlichen oder geistlichen Herrn und lîcham bedeutet “der Leib”. Fronleichnam bedeutet also soviel wie “der Leib des Herrn“, dessen reale Gegenwart in der Eucharistie gefeiert wird. Deshalb ist das Fronleichnamsfest auch eine Bekräftigung der Transsubstantiationslehre, die besagt, dass in der Messe Brot (Hostie) und Wein durch die Wandlung wirklich zum Leib und Blut Christi werden und Christus darin gegenwärtig ist und auch bleibt.

Geschichtlich geht das Fest auf eine Vision von Juliana von Lüttich aus dem Jahr 1209 zurück. Diese sah einen Mond, der an einer Stelle verdunkelt war. Christus soll ihr erklärt haben dass der Mond das Kirchenjahr darstellt und der Fleck das Fehlen eines Festes zur Eucharistie. Erstmals gefeiert wurde es 1246 im Bistum Lüttich und 1264 erklärte es Papst Urban IV. zum Fest der gesamten Kirche. In seinem Schreiben “Transiturus de hoc mundo” heißt es:

Wir haben es daher, um den wahren Glauben zu stärken und zu erhöhen, für recht und billig gehalten, zu verordnen, dass außer dem täglichen Andenken, das die Kirche diesem heiligen Sakrament bezeigt, alle Jahre auf einen gewissen Tag noch ein besonderes Fest, nämlich auf den fünften Wochentag nach der Pfingstoktav, gefeiert werde, an welchem Tag das fromme Volk sich beeifern wird, in großer Menge in unsere Kirchen zu eilen, wo von den Geistlichen und Laien voll heiliger Freude Lobgesänge erschallen. An diesem heiligen Tage sollen aus dem Herzen der Gläubigen, aus ihrem Mund und von ihren Lippen Freudenhymnen ertönen.

In der Monstranz, die während der Prozession getragen wird befindet sich eine sogenannte konsekrierte (gewandelte) Hostie, in der nach katholischem Glauben Jesus real existent ist. Ganz untheologisch könnte man sagen, dass Fronleichnam eine Art Demo ist, bei der die Katholiken mit Jesus durch die Gegend ziehen. Mit diesem Wissen über Fronleichnam solltet ihr auf der nächsten Party weit vorne liegen, ausführlichere Informationen gibt es in der Wikipedia. Einen schönen Feiertag!

02. Juni 2010

Der Ölteppich in Relation

Andy Linter hat mit Hilfe von Google Maps ein Werkzeug zur Visualisierung der Größe des Ölteppichs im Golf von Mexiko gebastelt. Damit wird der Umfang aber nicht auf dem Meer sondern auf der Landkarte deines Wohnorts dargestellt. Mit Hagen als Ursprung ist nicht nur das gesamte Ruhrgebiet bedeckt, sondern die Ausläufer ziehen sich im Westen bis nach Antwerpen, und im Osten bis nach Paderborn/Lemgo hin. Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber für mich wird das Ausmaß der Katastrophe dadurch fassbarer. Ein Ölteppich, der mein gesamte direkte Umgebung und darüber hinaus bedecken würde, ist irgendwie unglaublich groß. Wie weit eure Gegend verschmutzt wäre, könnt ihr hier selbst betrachten. [via Terrorzicke]

31. Mai 2010

Einen für die Bedenkenträger

Lena Meyer-Landrut
Foto: Vincent Hasselgård

Liebe Bedenkenträger, ihr wurdet am vergangen Wochenende schwer gebeutelt. Europa am Rande des Abgrunds, Unmengen Öl strömt seit Tagen ins Meer, von den schon normal gewordenen täglichen Katastrophen, wie Krieg und Hungersnöten ganz abzusehen. Was machen die (meisten) Deutschen? Sie freuen sich über den Sieg einer hübschen sympathischen jungen Frau bei einem europäischen Gesangswettbewerb. Ihr habt gefragt, wie es denn sein kann, dass man wegen eines relativ unwichtigen Ereignis die gesamte Dramatik der Weltlage aus den Augen verlieren kann. Ihr habt darauf hingewiesen, dass eine solche Veranstaltung doch nur das Denken in Nationen oder gar den (Huch!) Patriotismus begünstigt. Zum Glück habt ihr sogar ein paar geistlose Gesellen unter Tausenden gefunden, die eure Bedenken bestätigt haben.

Aber ehrlich gesagt, habe ich ein wenig Mitleid. Denn euch ist das simpelste Gespür für Freude am Leben abhanden gekommen. Natürlich ist die Welt schlecht und die politische Lage nicht rosig. Sie bleibt es aber ob ich nun rund um die Uhr betroffen bin oder nicht. Das hat nichts mit Brot und Spielen zu tun, der Mensch braucht einfach auch Dinge, für die er sich begeistern kann. Um eine kurze Zeit lang den Ernst der Dinge auszublenden und sich mit etwas Profanen zu beschäftigen. Danach geht es dann mit dem Alltag weiter. Demnächst werdet ihr es noch schwerer haben. Bald werden sich die meisten Deutschen wieder wochenlang mit einem Ballspiel beschäftigen, und ihr müsst überall die euch so verhassten Nationalfähnchen sehen. Das beste wird sein, ihr schließt euch in dieser Zeit in einem Keller ein und sucht Twitter und Facebook nach bösartigen Äußerungen ab. Dann könnt ihr euch hinterher beweisen, dass auch Fußball nur nationalistisch und überhaupt böse ist.