Lieber Jack, ich lebe noch
Veröffentlicht am 27.02. 2008
Aus dem Leben gegriffen

Für meine Generation ist der erste Weltkrieg so weit weg, wie der Dreißigjährige oder die Schlacht bei Waterloo. 90 Jahre sind eine so lange Zeit, dass es für mich auch 200 oder 700 Jahre sein könnten. Die damaligen Verhältnisse sind im Gegensatz zum zweiten Weltkrieg, den ich zumindest aus Erzählungen der Großeltern “persönlich” kenne, nur Fakten aus Geschichtsbüchern. Deshalb finde ich das Weblog von William Henry Bonser Lamin, genannt Harry, hochinteressant, denn der Brite berichtet uns per Feldpost direkt von der Front. Da Harry während des Krieges schon 30 Jahre als war, kann man sich denken, dass er nicht mehr selbst schreibt. Diese Aufgabe hat sein Enkel übernommen, der die Briefe seines Großvaters seit 2006 auf den Tag genau - nur 90 Jahre später - veröffentlicht.
Der Leser weiß nie, wann der nächste Eintrag erscheint, genau wie Harry’s Angehörige damals jeden Tag auf den Postboten gewartet haben. Zusätzlich bereichert Enkel Bill das Blog noch mit Informationen über Harry’s Einheit und seine Familie, der er schreibt. Da dieser Krieg nach vier Jahren, am 11. November 1918 endete, könnte das Weblog noch bis 2009 aktualisiert werden, vorausgesetzt Harry überlebt es bis dahin.
WW1: Experiences of an English Soldier
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