Jerusalem 1486

Karl-Josef Kuschel, der Theologie der Kultur und des Interreligiösen Dialogs an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen lehrt hat einen lesenswerten Artikel über die Gemeinsamkeiten der drei monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam geschrieben. Gerade in diesen Zeiten sind solche Gedanken bei vielen Vertretern dieser Religionen unbeliebt, doch beten alle zum gleichen Gott und berufen sich auf das alte Testament. Jede Religion natürlich mit der Bewertung, die ihrem Anliegen entspricht, trotzdem lassen sich viele Verbindungen, die auch von anderen Religionen, die nicht an nur einen Gott glauben abgrenzen nicht verleugnen. Kuschel ermuntert zu einem Trialog, der über gesellschaftspolitische Fragen hinausgeht und benennt als die entscheidenden Grundfragen an Menschen in allen drei Religionen “Welchen Ort hat der je Andere für mich? Welchen Raum hat das je andere Glaubenszeugnis neben mir?”.

Gemessen an der derzeitigen Realität zwischen diesen drei Religionen, wirkt diese Fragestellung vielleicht sehr idealistisch, doch scheint sie mir erstmal richtig zu sein. Denn auch wenn sich zur Zeit zumindest statistisch das Gefälle zwischen Islam und Christen zugunsten der Muslime verschoben hat, ist auf lange Sicht kein “Sieg” der einen oder anderen Religion abzusehen. Insofern wäre eine Zusammenarbeit zwischen den abrahamitischen Religionen wünschenswert und würde auf theologischer Ebene wahrscheinlich zu interessanten Ergebnissen führen.

Keine Religion ist eine Insel

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