Interview mit dem Erzbischof von Buenos Aires
Veröffentlicht am 26.02. 2008
Mutter Kirche
Ich habe nicht gesagt, dass pastorale Systeme unnötig sind. Im Gegenteil. An sich ist alles, was auf Gottes Wege führen kann, gut. Meinen Priestern habe ich gesagt: „Tut eure Pflicht; die Aufgaben eures Amtes kennt ihr ja, übernehmt eure Verantwortung und lasst dann die Tür offen.“ Unsere Religionssoziologen sagen uns, dass sich der Einfluss einer Pfarrei auf einen Umkreis von 600m erstreckt. In Buenos Aires liegen zwischen einer Pfarrei und der nächsten ca. 2000m. Ich habe den Priestern damals gesagt: „Wenn ihr könnt, mietet eine Garage, und wenn ihr den einen oder anderen disponiblen Laien auftreiben könnt, dann lasst ihn nur machen! Er soll sich um diese Leute hier kümmern, ein bisschen Katechese machen, ja, auch die Kommunion spenden, wenn er darum gebeten wird.“ Ein Pfarrer entgegnete mir: „Aber Pater, wenn wir das tun, kommen die Leute nicht mehr in die Kirche!“ „Na, und?“ meinte ich nur: „Kommen sie denn jetzt zur Messe?“. „Nein“, musste er zugeben.
Im Interview mit dem katholischen Magazin 30Tage berichtet seine Emeninz, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires, von der der fünften Generalversammlung des lateinamerikanischen Episkopats im Wallfahrtsort Aparecida, sowie den Problemen der Kirche in seinem eigenen Land.
Interview mit Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires
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