Deshalb, liebe Katholiken, kämpft um die Mitte Eurer Kirche! Kämpft für einen Glauben, dem die Selbstgewissheit wenigstens so weit fehlt, dass er sich Wörter wie "Gebärmaschinen" und "entartet" verbietet, der den Satz sagen kann: "Uns im Bistum Regensburg ist ein schrecklicher Fehler passiert"; der Eva Herman nicht zur Heldin machen muss.
Wer derzeit in den deutschen Medien nach Berichten über die katholische Kirche sucht, liest und sieht wenig Gutes. Dass allein wäre zwar nicht schlimm, denn mit einer Kirche über die nur positiv berichtet wird, muss etwas nicht in Ordnung sein. Ärgerlicher ist dass die letzten Aufreger in den Medien unnötig waren und leicht zu vermeiden gewesen wären. Sie lenken von den eigentlichen Themen der Kirche ab und sind letztendlich nur Munition für die allgegenwärtigen Kritiker der Kirche. In der Süddeutschen schreibt Matthias Drobinski einen durchaus kritischen aber nicht unfreundlichen Zustandsbericht der deutschen Kirche und bietet gleichzeitig einen Weg aus dem Dilemma. [via Thomas Matterne]
*lach*
"Angenommen, man wäre ein papstkritischer Fußballhasser: Das Jahr 2006 wäre medienmäßig ein annus horribilis gewesen."
Tut mir leid, fo äh Frank, aber der Artikel ist genau das gleiche Kirchenbashing was man vor der Benedettomania 2005 auch hatte.
Außer dem Fall Regensburg sehe ich kein ernsthaft kritikwürdigen Vorwurf.
Und einige Punkte unter dem Kritisierten waren den Finger in die Wunde legen, auch wenn man sich über manche Forumulierung von Meissner oder Mixa streiten kann. Skandalisieren tut man sie aber bloß, weil man die Botschaft nicht hören will.
Mit dem Skandalisieren ist das so eine Sache. Meisner oder Mixa wissen doch sehr wohl, dass sie nur dann von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, wenn sie skandalisierbare Aussagen von sich geben. Ein mehr oder weniger unlösbares Kommunikationsproblem also.
Und als reines Bashing empfand ich den Artikel nicht unbedingt, wer das schon als Bashing bezeichnet, denn will ich nicht sehen, wenn mal wirklich gebasht wird.
@str1977
>der Artikel ist genau das gleiche Kirchenbashing
Den Eindruck habe ich nicht. Dazu ist der Tonfall zu freundlich und die Kritik zu sachlich.
>Skandalisieren tut man sie aber bloß, weil man die Botschaft nicht hören will.
Das mag auf einige Kritiker wahrscheinlich zutreffen, im Kern geht es aber um etwas anderes. Ich schließe mich Thomas' Meinung an, dass Kardinal Meisner und Mixa durchaus wissen, was und wie sie provozieren. Aber auch wenn ihre Absichten zehnmal gut sind, sollten sie sich als Personen der Öffentlichkeit auch genauso oft überlegen, was sie von sich geben.
der text ist doch intelligent, differenzierten und konstruktiv. schade dass er nicht von einem bischof stammt.
Ja, ich hab mirs noch mal durch den Kopf gehen lassen.
Am Anfang ließt es sich zwar wirklich als Kirchenbashing, am Ende ist es jedoch eher der hilflose Wunsch, daß die Kirche mit ihren Anliegen gehört werden möge.
Nur die Kritik (Mixa, Meissner, Eva Hermann, letztlich auch Regensburg) ist genau auf Bashing-Niveau. Ich schätze den Autor so ein, daß er dieses Bashing schon verinnerlicht hat und meint, wenn man nur auf die Punkte einginge, dann würde alles gut. Wird aber nicht geschehen.
Und solche Texte gab es nun aber wirklich schon zuhauf vor 2005. Dann wurde es kurzzeitig mal still und nun kommt das halt wieder.
Man mag z.B anderer Meinung als Kardinal Meissner sein, aber die Meinung wurde ja gar nie thematisiert sondern mittels des albernen "er hat entartet gesagt" eine Diskussion unterbunden. Man braucht sich nicht der Illusion hinzugeben, wenn man den Medien keinen Angriffspunkt liefert, werde man verschont. Hier sieht man doch, Angriffspunkte werden einfach aus der Luft gegriffen.
Ähnlich sieht es ja bei Bischof Mixa und Eva Herman aus.
Übrigens, der Text könnte bestimmt auch von einem Bischoff stammen, halt von einem Leisetreter wie Kardinal Lehmann. Was nicht für unsere Bischöfe spricht.
"Aber auch wenn ihre Absichten zehnmal gut sind, sollten sie sich als Personen der Öffentlichkeit auch genauso oft überlegen, was sie von sich geben."
Wenn sie das täten, würden sie entweder nur noch schweigen oder verrückt werden.
Vor einigen Jahren wurde Meissner, als er in einem Zusammenhang das Verb "ausschwitzen" verwendete, er beziehe sich auf Auschwitz. Das ist so lächerlich, daß man es vorher gar nicht ahnen kann.
Was glaubst du, Frank, wenn all das was du jemals gesagt hast, solchen Leuten in die Hände gerät. Dir würde es nicht besser ergehen.
@str1977
>Dir würde es nicht besser ergehen.
Womöglich nicht. Der Unterschied ist aber dass vor meinem Namen nicht der Zusatz Kardinal oder Bischof steht. Insofern ist alles was ich von mir gebe, höchstens für ein paar Menschen aus meiner Umgebung relevant. Bei einer Person des öffentlichen Lebens, zumal wenn sie auch noch ein Sprachrohr der Kirche ist sieht das anders aus, weshalb jemand in einer solchen Position seine Worte doppelt überdenken sollte. Ich halte übrigens beide, Kardinal Meisner und Bischof Mixa für intelligent genug, dass sie dann trotzdem nicht schweigen müssten.
Vielleicht ist es generell ein problematischer Ansatz, wenn ein Kardinal oder Bischof durch provozierende Thesen und Formulierungen die "breite Öffentlichkeit" ereichen will, auch hinter diese neue Vertrautheit zwischen Kirche und "Bild"-Zeitung möchte ich manchmal ein Fragezeichen setzen. Der Teil der Gesellschaft, der für seriöse Infos und Argumente offen ist nimmt schon wahr, was z.B. Kardinal Lehmann sagt. Dieser übrigens pflegt gute Kontakte in die Medienwelt, spricht mit den Journalisten, erklärt auch den kirchenfernen unter ihnen die Dinge verständlich; Fazit: ich habe noch nie erlebt, daß man ihn öffentlich "in die Pfanne gehauen" hat. Frage also: welche Methode schadet letztlich, welche nützt der Kirche mehr?