Am 21. Januar durfte ich auf dem von den Piraten Mittelfranken veranstalteten 4. Frankenplenum über das Thema “Gefahren durch THC-Konsum” und über unsere Arbeit im Krankenhaus mit THC-Entgiftern referieren. Weitere Referenten waren Benjamin Meyer, der das Drogenprogramm der Berliner Piraten vorstellte, sowie Emanuel Kotzian, Herausgeber des Hanf-Journal, der unter anderem vom Unsinn der derzeitigen Drogenpolitik in Bayern berichtete. Die Begrenzung auf 25 Personen kam mir gelegen, da ich zum ersten Mal einen Vortrag in dieser Art gehalten habe, zudem wäre es sonst bei der anschließenden Diskussion zu unübersichtlich geworden. Die Anekdote am Rande ist, dass ich warum auch immer, als Gegner einer Legalisierung angekündigt war, obwohl ich mich schon im Vorfeld für das drogenpolitische Grundsatzprogramm der Piratenpartei ausgesprochen habe. Ich halte die derzeitige Kriminalisierung von THC und der Personen, die es konsumieren für überholt und realitätsfern. Sicherlich kann auch diese Droge bei Missbrauch schädliche Folgen haben, sie sind aber in Ausmaß und Häufigkeit nicht mit denen anderer Drogen, insbesondere dem legalen Alkohol zu vergleichen.
In meinem Vortrag habe ich den Wirkstoff an sich erläutert, welche Auswirkungen er bei normalen Gebrauch auf den menschlichen Organismus hat, und welche Folgen ein Missbrauch haben kann. Außerdem habe ich das typische Konsummuster unserer THC-Patienten erläutert und eine durchschnittliche Behandlung in unserer Einrichtung vorgestellt. Durch Rückfragen der Anwesenden haben sich immer wieder interessante Diskussionen entwickelt, in denen ich weitere Fragen beantworten konnte aber auch selbst viel neues erfuhr. Bei den zwei anderen Referenten war das nicht anders, weshalb ein recht fruchtbarer Gedankenaustausch stattfand. Es ist zwar noch ein weiter Weg hin zu einer Drogen- und Suchtpolitik in Deutschland, die nicht durch Ideologie sondern durch Fachwissen geprägt ist, der gemeinsame Austausch von Informationen ist aber immer ein richtiger Schritt.
Meine Notizen für den Vortrag habe ich in einem Handout zusammengestellt, das ich hier zur Verfügung stelle. Es ist zu großen Teilen geguttenbergt, ich habe aber alle Quellen angegeben: Download. Den kompletten Mitschnitt findet ihr bei YouTube, mein Vortrag beginnt so bei 01:36, die anderen Vorträge sind aber auch sehr sehenswert: Link zum Video
Gehört zum guttenbergen nur “Copy & Paste” oder auch das quellenfreie Zitieren?
Diese Frage beschäftigt mich doch jetzt sehr.
Und Danke für die Infos. Ist für mich eine fremde Welt, aber gehört ja alles zum Leben dazu.
Genau genommen muss man beim Guttenbergen auch die Quellen verschweigen, aber das bringe ich einfach nicht fertig.
Für deinen ersten Vortrag fand ich es gar nicht mal so übel.
Guter Vortrag, kenntnisreich und sympathisch rübergebracht. Hab Dich ja noch nie reden hören. Vielleicht wirst Du ja mal Bundesdrogenminister…