Einander kennen, um die Angst zu besiegen

Hier im Westen sprechen wir oft vom Islam als einem einzigen Block. Aber das ist ein Trugschluss. Es gibt keinen einzigen Islam, sondern viele. Mit dem Islam, der tötet - und der meiner Meinung nach nicht der wahre Islam, sondern eine Verzerrung desselben ist -, ist natürlich kein Dialog möglich. Mit dem echten Islam - dem, den ich nicht nur im Libanon kennen gelernt habe, sondern auch in Syrien und in den Golfländern -, gibt es derzeit zwar keinen theologischen Dialog, aber es kann durchaus einen der Kultur, der Liebe und des Friedens geben. Das wichtigste ist, einander zu kennen. Und zwar immer besser. Jeder von uns kann vom anderen lernen. Wir können beispielsweise an den Muslimen die Dimension der Transzendenz Gottes schätzen, den Wert des Gebets und des Fastens, den Mut, den eigenen Glauben im öffentlichen Leben zu bezeugen. Von uns dagegen können die Muslime den Wert einer gesunden Laizität lernen.

In der Online-Ausgabe der katholischen Monatszeitschrift 30Tage habe ich ein Interview von August mit dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran entdeckt. Der Kardinal war viele Jahre "Außenminister" des Vatikan und hat einige Zeit im Nahen Osten verbracht. In dem Interview spricht er über de Möglichkeiten eines Dialogs mit Muslimen aber auch anderer Religionen wie Buddhismus und Hinduismus.

Interview mit Kardinal Jean-Louis Tauran in 30Tage

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