
Mit dem Internet verschiebt sich nicht einfach nur das Mediengefüge, es ensteht eine neue Informationskultur. Was mir persönlich nicht neu ist, bringt eine heute veröffentlichte Allensbach-Studie in Form einer Statistik ans Tageslicht. Inzwischen nutzen 22,1 Millionen, das sind immerhin 45 Prozent der Bundesbürger von 14 bis 64 Jahren, das Internet täglich und alleine in diesem Jahr kamen 2,1 Millionen Nutzer dazu. Im Altersaufschnitt ist damit das Internet als Informationsquelle für die Unter-40-Jährigen wichtiger als Zeitungen geworden. Spitzenreiter bei den Nachrichtenseiten ist mit drei Millionen Nutzern pro Woche immer noch Spiegel Online, aber auch Faz.net, Welt Online und Bild.de erreichten Zuwächse von 39 bis 47 Prozent.
Es scheint, die Deutschen sind im Internet angekommen und dabei, es als ein weiteres stinknormales Medium zu benutzen, wie alle anderen auch. Die Jüngeren haben es wahrscheinlich schon komplett in ihr Leben integriert, denn die Jüngste in unserem Haushalt (19) unterhält sich zwar tagtäglich mit ihren Freunden per ICQ, kennt aber teilweise nicht deren Telefonnummern. Im SchuelerVZ ist sie so gut wie zu Hause und mittlerweile habe ich ihr auch beigebracht, selbstständig in der Wikipedia für ihre Hausaufgaben zu suchen.
Weitere Erkenntnisse sind, dass die Suche nach Informationen immer mehr anlass- und ereignisgetrieben ist, was mich bedeutet, dass das gute alte Stöbern im Internet von einer Seite zur anderen nachlässt. Dass die Nutzer auf Grund der Fülle von Information ihre Interessen einschränken spricht ebenfalls dafür. Jemand der eine neue Kamera kaufen möchte sucht eben sehr gezielt nach Rezensionen und Preisvergleichen und weniger nach Fotos, die mit dieser Kamera geschossen worden sind. Das Netz ist eben für viele zu einem reinem Gebrauchsgegenstand geworden, den man nach Bedarf ein- oder ausschaltet und wenn ich Herrn Berners-Lee richtig verstanden habe, sollte es auch genau so sein.
Übrigens werden Weblogs in der Studie anscheinend überhaupt nicht erwähnt, was man wahlweise als bodenlose Ignoranz des Instituts werten, oder aber als Zeichen dafür sehen kann, dass unsere geliebten Blogs eben doch noch nicht die Bedeutung haben, die ihnen manche gerne zusprechen. Ich wundere mich ja selbst immer wieder, wieso Menschen den RSS-Feed meines Blogs lesen. In dem Zusammenhang würde mich auch interessieren, welche Seiten meine Leserinnen und Leser sonst noch besuchen. Vielleicht haben Sie ja Zeit und etwas Lust, mir dazu ein paar Worte in den Kommentaren zu hinterlassen.
- Veränderungen der Informations- und Kommunikationskultur (PDF)
- So nutzen die Deutschen Internet, Zeitung und Fernsehen
- Selbstdarstellung statt Information
Update 17.10. 2008: Natürlich steht in der Studie auch etwas über Weblogs!
Hömma!
Die Frau raucht nicht - und das bei Leibowitz - ts!