Das Christentum ist keine Marke
Veröffentlicht am 17.03. 2008
Theologie ist wenn man es verstanden hat
Wenn die evangelische Kirche sich nur noch profilieren kann, indem sie sich absetzt einerseits von Rom und andererseits vom Islam, dann verleugnet sie im Grunde das, was in der ökumenischen Bewegung längst deutlich wurde: dass wir uns nicht gegenseitig zu profilieren suchen. Begriffe wie Profilierung stammen aus der Geschäftswelt. Man betrachtet da die Kirche als eine Marke. Aber eine christliche Glaubensgemeinschaft ist keine Marke. Der Konkurrenzbegriff, der damit eingeführt wird, ist nicht der richtige Begriff für die Beziehungen der Christen untereinander, die ja Geschwister in Christus sein sollen.
Mit allem was Hans Küng, die Lichtgestalt unter den Kritikern des Papstes sagt, kann ich sicherlich nicht konform gehen, doch was er zur Profilierung unter Christen sagt, finde ich keineswegs dumm. Irgendwie habe ich auch das Gefühl. das Küng, der am Mittwoch 80 Jahre alt wird, von einer gewissen Altersmilde heimgesucht worden ist. Zu bestimmten Themen kann er natürlich nur seine bekannten Anworten geben, allerdings klingen sie nicht mehr ganz so scharf und verbittert wie früher.
Interview mit Hans Küng zum 80. Geburtstag
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