Archive for the 'Wissen' Category

20 Mai
3Comments

Was ist Pfingsten?

Darstellung des Heiligen Geistes im Petersdom

Die Tage ist schon wieder Pfingsten und kaum jemand weiß etwas darüber. Es ist wohl das zu Unrecht unterprivilegierteste Fest der Christenheit weshalb über den Hintergrund auch die größte Unklarheit besteht. Laut einer Umfrage glauben 16 Prozent der Deutschen, Jesus sei an Pfingsten auferstanden, drei Prozent glauben, dass Jesus zu Pfingsten gekreuzigt worden ist. Jeder Zehnte glaubt, Maria sei an dem Tag in den Himmel aufgefahren. Insgesamt weiß also jeder Zweite in Deutschland nicht Bescheid. Für das christliche Abendland ein recht blasses Ergebnis, deshalb an dieser Stelle etwas Nachhilfe zur Bedeutung von Pfingsten:

Kurzfassung
Pfingsten wird am fünfzigsten Tag nach Ostern gefeiert und bedeutet den Abschluss der Osterzeit. Es ist das christliche Fest der Entsendung des Heiligen Geistes und wird gleichzeitig als Geburtsstunde der Kirche gedeutet.

Hintergrund
Nachdem Jesus nach seiner Auferstehung in den Himmel zurückgekehrt war, versammelten sich die verblieben 10 11 Apostel (Judas war tot) mit Maria, der Mutter Jesu und anderen Frauen im selben Haus in Jerusalem, in dem auch das letzte Abendmahl stattfand. Am Pfingsttag wurden sie alle zusammen vom Heiligen Geist erfüllt und konnten plötzlich in fremden Sprachen reden. Da der Heilige Geist bei seinem ersten Erscheinen ziemlich laut gewesen sein muss, kamen die Anwohner zum Haus gelaufen und jeder hörte die Apostel samt Maria in seiner Muttersprache sprechen. Im Neuen Testament ist es so beschrieben:

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. [Apg 2,1-4]

Einige der Bürger unterstellten den Jüngern daraufhin dass sie betrunken seien, woraufhin der Apostel Petrus die erste Pfingstpredigt in der Geschichte hielt. Darin wies er auf die Ankündigung von Pfingsten im Alten Testament hin (Joel 3,1-5) und erklärte es den Juden als Beweis dafür, dass Jesus der erwartete Messias gewesen ist. Nach dieser Predigt sollen sich ungefähr 3000 Menschen haben taufen lassen und wurden Christen.

Damit solltet ihr über genug Wissen verfügen, um bei der nächsten Umfrage die richtige Antwort geben zu können. Weitere Informationen zu Pfingsten findet ihr unter den nachfolgenden Links.

Übersichtsseite zu Pfingsten bei der Katholischen Kirche
Pfingsten im Ökumenischen Heiligenlexikon
Artikel zu Pfingsten in der Wikipedia
Stichwort: Heiliger Geist – Vortrag von Kardinal Ratzinger
Pfingsten erklärt von Kardinal Meisner

08 April
0Comments

Mehr psychische Störungen aus aller Welt

In meiner kleinen Reihe der schönsten kulturspezifischen psychischen Störungen möchte ich euch heute Koro vorstellen, das auch unter den Begriffen Jinjin bemar, Sukyeong, Suo-Yang bekannt ist. Diese sehr interessante Störung tritt nur in Südost-Asien, Südchina und Indien auf:

Panik oder Angst aus Furcht vor einer Retraktion des Genitales. In schweren Fällen sind Männer der Überzeugung, dass der Penis sich in das Abdomen zurückziehen wird. Frauen glauben, ihre Brüste, Labien oder die Vulva werden eingezogen werden. Die Betroffenen erwarten fatale Folgen. Studien führen Krankheit, Kälte und exzessiven Koitus als belastende Faktoren an, aber zwischenmenschliche Konflikte, soziokulturelle Anforderungen haben, so wird berichtet, einen noch größeren Einfluss auf diesen Zustand. Die Störung beginnt plötzlich, intensiv und unerwartet. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich, sie umfassen das Festhalten der Genitalien durch die Betroffenen oder ein Familienmitglied, die Anbringung von Schienen und Geräten zur Verhinderung der Retraktion, Naturheilmittel, Massage oder Fellatio.

Text aus dem Taschenführer zur Klassifikation psychischer Störungen nach ICD-10 aus dem Hans Huber Verlag

Teil 1: Piblotoq, die arktische Hysterie

25 März
0Comments

Anleitung für Weblogs

Manchmal stöbere ich in den Tiefen meines Weblogs und entdecke Hinweise, die ich leider schon längst wieder vergessen habe. So einer ist die Anleitung Mit Weblogs per Du von Ralph Segert, die sich an Einsteiger in dieser Materie richtet. Das besondere daran ist, dass nicht nur erklärt wird wie man mit Hilfe von WordPress ein eigenes Blog betreibt, sondern auch wie man es als Leserin oder Leser benutzt. Angefangen damit woran man ein Blog erkennt, erklärt Ralph auch wie man etwas kommentieren kann oder einen RSS-Feed abonniert. Die meisten Themen werden mit kurzen und verständlichen Videos erläutert und auch die reinen Textbeiträge sind sehr übersichtlich gehalten. Dadurch ist es sowohl für angehende Blogger, als auch für Menschen, die sich für Blogs interessieren empfehlenswert. Schaut einfach mal rein!

23 März
0Comments

Pibloktoq, arktische Hysterie

In der Welt der psychischen Störungen gehören die kulturspezifischen Störungen zu den eigenwilligsten. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, allen gemeinsam ist aber dass sie nur schlecht in die internationalen medizinischen Klassifikationen passen und anscheinend ausschließlich bei bestimmten Volksgruppen auftreten. Zum Beispiel tritt Pibloktoq, arktische Hysterie nur bei den Inuits auf und wird folgendermaßen beschrieben:

Prodromalsymptome sind Müdigkeit, Depressivität oder Verwirrtheit. Es folgt eine “Anfall” von gestörtem Verhalten mit Ausziehen oder Herunterreißen der Kleidung, hektischem Laufen, Rollen im Schnee, Glossolalie oder Echolalie, Echopraxie, Zerstörung von Eigentum und Koprophagie. Die meisten Episoden dauern nur wenige Minuten, es folgt ein Bewusstseinsverlust, Amnesie und vollständige Remission. Verletzungen sind selten. Einige Studien stellen eine Verbindung mit der hypokalzämischen Tetanie her, die meisten Wissenschaftler sehen jedoch einen Zusammenhang mit zwischenmenschlichen Ängsten und kulturellen Belastungen.

Text aus dem Taschenführer zur Klassifikation psychischer Störungen nach ICD-10

14 März
0Comments

Das Internet in Kurzform

Heutzutage kennt fast jeder eBay, Amazon und Facebook. Überhaupt ist das Internet zu Normalität geworden. Sei es um etwas zu kaufen, Nachrichten zu lesen oder sich mit virtuellen und echten Freunden auszutauschen. DSL und Internet per USB-Stick sind so normal geworden, dass die Zeiten vor 10 – 12 Jahren, als man sich noch mit 56k-Modems über die Telefonleitung einwählen musste, wie die Steinzeit des Netzes wirken. Nur ist das Internet wesentlich älter und durfte im Laufe der Jahre einige bedeutsame Fortschritte erfahren. Die wichtigsten Meilensteine seit 1969 sind in der Zusammenfassung “The History of the Internet in a Nutshell” aufgelistet. Mit diesem Wissen könnt ihr sowohl auf der Arbeit, als auch auf Parties prahlen, so dass euch alle für echte Geeks halten.

18 Februar
1Comment

Frage an den Bücherfreund

In den Anfangstagen dieses Weblogs hatte ich mal die 10 Fragen an den Bücherfreund beantwortet. Gestern Abend wurde ich wieder an diesen Eintrag erinnert, denn ein freundlicher Leser hat mich auf die Probe gestellt. Es galt herauszufinden, in welchem der von mir erwähnten Bücher folgende Textstelle steht:

Aus den Berichten der letzten parlamentarischen Untersuchungskommission über Fälschung von Lebensmitteln sieht man, daß selbst die Fälschung der Arzneistoffe in England nicht Ausnahme, sondern Regel bildet. Z.B. die Examination von 34 Proben von Opium, gekauft in ebensoviel verschiednen Londoner Apotheken, ergab, daß 31 verfälscht waren mit Mohnkapsel, Weizenmehl, Gummischleim, Ton, Sand usw. Viele enthielten kein Atom Morphin.

Würdet ihr darauf kommen, nachdem ihr den Eintrag gelesen habt?

Read more…

01 Februar
2Comments

Rosenkranz aus Uranglas

Heute habe ich per Zufall diesen selbstgemachten Rosenkranz entdeckt. Das besondere daran sind nicht allein die leuchtenden Perlen, sondern dass sie leuchten, weil sie aus Uranglas hergestellt sind. Mir war der Begriff gänzlich neu, doch wurde diese Art Glas schon von den Römern hergestellt. In großen Mengen wurde es allerdings erst im 19. Jahrhundert produziert. Seinen Namen trägt dieses Glas, weil es tatsächlich Uran zur Färbung enthält und deshalb unter Schwarzlicht grünlich leuchtet. Die Strahlung ist wohl relativ gering, trotzdem sollte man einen solchen Rosenkranz doch besser nur mit Handschuhen anfassen. Im Eintrag zum Rosenkranz gibt es weitere Fotos zu sehen und der Wikipedia-Artikel zum Uranglas hat Links mit Fotos von Gegenständen aus diesem Material. Wer sich nur einen ganz normalen Rosenkranz basteln möchte, wird sich vielleicht für diese Anleitung interessieren.

23 November
0Comments

Haltestellen ins Nirgendwo

Habt ihr gewusst, dass es Schein-Bushaltestellen gibt? Die sehen auf den ersten Blick wie gewöhnliche Haltestellen aus, mit Fahrplan, Sitzbank und was sonst dazu gehört. Mit dem Unterschied dass hier niemals ein Bus anhält. Diese Haltestellen sind nämlich für Demenzkranke eingerichtet und stehen in oder vor Pflegeheimen. Die Idee ist gut, denn Menschen mit dieser Krankheit leben vereinfacht ausgedrückt in ihrer Vergangenheit und wollen dann häufig zu den Orten zurück, an denen sie früher gelebt haben. Deshalb besteht immer die Gefahr, dass ein solcher Patient abhanden kommt und hilflos durch die Gegend irrt. Sehen die Erkrankten aber eine Bushaltestelle, setzen sie sich hin um auf den Bus zur Schule oder zu ihrer Arbeit zu warten.

Für meine Patienten müsste man dann später wohl Schein-Trinkhallen einrichten, an denen steht, dass der Besitzer gleich wiederkommt. Um Nerds wie mich an der Flucht zu hindern, wird es dann in 40 Jahren falsche Internetcafés in Pflegeheimen geben. Eigentlich würde auch ein alter C64 auf dem Zimmer reichen. Dann wäre ich wieder 12 Jahre alt und hätte sowieso keine Lust raus zugehen. [via]

15 November
0Comments

Das Universum als Animation

Das Universum als Animation

Heute Nachmittag habe ich ich gelesen, dass Volker Springel vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching gestern mit dem Klung-Wilhelmy-Weberbank-Preis für Physik geehrt worden ist. Ich gestehe, dass ich bisher weder von Herrn Springel noch von dem Preis etwas gehört habe, aber die Sache ist wirklich spannend. Springer ist nämlich für die Entwicklung einer Software geehrt worden, mit deren Hilfe man Animationen von der Entstehung und Entwicklung des Universums erstellen kann. Das besondere ist, dass die Filme auf Messdaten beruhen, die von Mikrowellensatelliten geliefert wurden und die Materieverteilung im Universum nur 380 000 Jahre nach dem Urknall zeigen.

Ebenfalls bemerkenswert und piratisch im Sinne von piratisch finde ich Springels Entscheidung, sein Programm “Gadget” als freie Software unter einer GNU-Lizenz zu veröffentlichen, anstatt sich daran dumm und dämlich zu verdienen. Er selbst sagt, er hätte einfach keine Zeit um mit der Software Geld zu verdienen. Trotzdem sollte man davon Abstand nehmen, Gadget zu installieren um eigene Filme zu produzieren, denn ein normaler Computer würde ungefähr 400 Jahre brauchen um eine Animation zu berechnen. Die preisgekrönten Animationen wurden mit dem bayrischen Superrechner HLRB-II erstellt, der über 9728 Prozessorkerne, 39 TByte Hauptspeicher und einer Arbeitsleistung von 62,3 Teraflop/s verfügt. Selbst dieser Monster-PC hat für die Berechnungen 4 bis 6 Wochen benötigt.

Auf der Website von Gadget (leider mit Frames und ein wenig umständlich) kann man die Software herunterladen und sich ein paar beeindruckende Filme und Bilder ansehen. Mir gefällt die Animation zweier Galaxien, die aufeinander prallen besonders gut.

14 September
0Comments

Rette deine Freiheit

Screenshot aus dem Video Rette deine Freiheit

RetteDeineFreiheit” ist eine Antwort auf die nicht nachvollziehbare Politik der Bundesregierung in Bezug auf die Internetsperren. Entgegen allen Expertenmeinungen und der erfolgreichsten “Online-Petition” in der Geschichte von Deutschland mit über 132.000 Mitzeichnern, wird in Deutschland ein grundgesetzwidriges und dazu noch vollkommen sinnloses Gesetz verabschiedet. Kritiker werden in der Diskussion diffamiert, haarsträubende und falsche Argumente gebetsmühlenartig wiederholt – von einer lebendigen und gesunden Demokratie keine Spur.

Dies ist ein weiterer Kurzfilm von Alexander Lehmann, der auch schon “Du bist Terrorist” erstellt hat. Darin wird anschaulich erklärt, warum die Netzsperren der Regierung nicht nur sinnlos im Kampf gegen Kinderpornografie sind, sondern auch den Tätern helfen und eine echte Gefahr für ein zensufreies Internet darstellen. Auf der Website des Projekts gibt es weitere Informationen zum Thema, sowie den Film in verschiedenen Versionen zum Herunterladen. Hier erstmal der Film:

Read more…