
Heute Nachmittag habe ich ich gelesen, dass Volker Springel vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching gestern mit dem Klung-Wilhelmy-Weberbank-Preis für Physik geehrt worden ist. Ich gestehe, dass ich bisher weder von Herrn Springel noch von dem Preis etwas gehört habe, aber die Sache ist wirklich spannend. Springer ist nämlich für die Entwicklung einer Software geehrt worden, mit deren Hilfe man Animationen von der Entstehung und Entwicklung des Universums erstellen kann. Das besondere ist, dass die Filme auf Messdaten beruhen, die von Mikrowellensatelliten geliefert wurden und die Materieverteilung im Universum nur 380 000 Jahre nach dem Urknall zeigen.
Ebenfalls bemerkenswert und piratisch im Sinne von piratisch finde ich Springels Entscheidung, sein Programm “Gadget” als freie Software unter einer GNU-Lizenz zu veröffentlichen, anstatt sich daran dumm und dämlich zu verdienen. Er selbst sagt, er hätte einfach keine Zeit um mit der Software Geld zu verdienen. Trotzdem sollte man davon Abstand nehmen, Gadget zu installieren um eigene Filme zu produzieren, denn ein normaler Computer würde ungefähr 400 Jahre brauchen um eine Animation zu berechnen. Die preisgekrönten Animationen wurden mit dem bayrischen Superrechner HLRB-II erstellt, der über 9728 Prozessorkerne, 39 TByte Hauptspeicher und einer Arbeitsleistung von 62,3 Teraflop/s verfügt. Selbst dieser Monster-PC hat für die Berechnungen 4 bis 6 Wochen benötigt.
Auf der Website von Gadget (leider mit Frames und ein wenig umständlich) kann man die Software herunterladen und sich ein paar beeindruckende Filme und Bilder ansehen. Mir gefällt die Animation zweier Galaxien, die aufeinander prallen besonders gut.