Orden des Leibowitz



16.02. 2010

Weniger wäre mehr gewesen

Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig. Wir haben in den letzten Jahrzehnten gerade in den Medien eine zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit erlebt, die auch abnorme sexuelle Neigungen eher fördert als begrenzt.

Bei Aussagen solcher Art, wie in diesem Fall von Bischof Mixa zum Fall des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester, muss ich immer kurz durchatmen, einen kleinen Moment an meiner Kirche verzweifeln und mich daran erinnern, dass es ja nur die Meinung eines einzelnen Bischofs ist. Dem restlichen Interview kann ich durchaus zustimmen, deshalb verwundert es mich besonders, warum Mixa es nicht einfach dabei belassen hat. Die Sachlage ist schon schlimm genug, da hilft es keinem der Opfer wenn man die Täter noch indirekt teilweise entschuldigt.

01.02. 2010

Rosenkranz aus Uranglas

Heute habe ich per Zufall diesen selbstgemachten Rosenkranz entdeckt. Das besondere daran sind nicht allein die leuchtenden Perlen, sondern dass sie leuchten, weil sie aus Uranglas hergestellt sind. Mir war der Begriff gänzlich neu, doch wurde diese Art Glas schon von den Römern hergestellt. In großen Mengen wurde es allerdings erst im 19. Jahrhundert produziert. Seinen Namen trägt dieses Glas, weil es tatsächlich Uran zur Färbung enthält und deshalb unter Schwarzlicht grünlich leuchtet. Die Strahlung ist wohl relativ gering, trotzdem sollte man einen solchen Rosenkranz doch besser nur mit Handschuhen anfassen. Im Eintrag zum Rosenkranz gibt es weitere Fotos zu sehen und der Wikipedia-Artikel zum Uranglas hat Links mit Fotos von Gegenständen aus diesem Material. Wer sich nur einen ganz normalen Rosenkranz basteln möchte, wird sich vielleicht für diese Anleitung interessieren.

11.01. 2010

Predigt Bikini-Style

Eine Predigt muss sein wie ein Bikini: Sie muss kurz sein, sie muss das Wesentliche berühren, sie muss die Aufmerksamkeit auf das Mysterium lenken.

Mein persönlicher Lacher des Tages, den ich bei Alipius entdeckt habe.

04.01. 2010

Lanze für Frau Käßmann

Einen solchen Aufschrei der Entrüstung in der Politik nach einer Predigt hat es lange nicht gegeben, zumindest erinnere ich keinen. Politiker fast aller Parteien attackierten die evangelische Bischöfin Käßmann scharf, nachdem sie in ihrer Neujahrspredigt unter anderem den Kampfeinsatz – manche würden es Krieg nennen – in Afghanistan kritisierte. Stein des Anstoßes sind die folgenden Sätze der Ratsvorsitzenden:

Nichts ist gut in Afghanistan. All diese Strategien, sie haben uns lange darüber hinweggetäuscht, dass Soldaten nun einmal Waffen benutzen und eben auch Zivilisten getötet werden. Wir brauchen Menschen, die nicht erschrecken vor der Logik des Krieges, sondern ein klares Friedenszeugnis in der Welt abgeben, gegen Gewalt und Krieg aufbegehren und sagen: Die Hoffnung auf Gottes Zukunft gibt mir schon hier und jetzt den Mut von Alternativen zu reden und mich dafür einzusetzen. Manche finden das naiv. Ein Bundeswehroffizier schrieb mir, etwas zynisch, ich meinte wohl, ich könnte mit weiblichem Charme Taliban vom Frieden überzeugen. Ich bin nicht naiv. Aber Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan.

Ich frage mich nur, was die Politik von Frau Käßmann erwartet hat? Aus christlicher Sicht kann sie nicht anders, als jeden Waffeneinsatz zu verurteilen. Ich erinnere da an den verstorbenen Johannes Paul II. der vor und während des letzten Kriegs im Irak vehement gegen den Einmarsch protestierte. Auch er konnte nicht anders, denn das Evangelium und Krieg sind unvereinbar. Ralf Fücks, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung hat es ungewollt auf den Punkt gebracht, indem er “die zur Routine gewordene Unart, im Brustton der höheren Moral politische Handlungsanweisungen zu erteilen” kritisierte. Doch genau das ist die Aufgabe der Kirchen; Politiker im Zweifelsfall daran zu erinnern, dass ihr Handeln im Widerspruch mit den moralischen Vorgaben des Christentums steht. Da braucht sich Frau Käßmann auch nicht mit der Realität abgeben, sondern kann Forderungen stellen, die über einen simplen Pragmatismus hinausgehen. Das Evangelium selbst ist schließlich von einem rein rationalen Standpunkt aus ebenfalls nicht zu begreifen.

Und davon ab: Es ist auch nichts gut in Afghanistan. Ich bin zwar wahrlich kein Pazifist und glaube, dass ein Krieg zwar das letzte Mittel sein muss, doch manchmal leider unvermeidbar ist. Nur ist diese Strategie in Afghanistan doch wohl vollkommen gescheitert. Trotz aller Bomben und Gefechte sind die Taliban außerhalb Kabuls immer noch die Herren im Land und es sieht nicht so aus, als sei der weltweite islamistische Terrorismus großartig eingedämmt. Was genau vor Ort passiert kann man nur mutmaßen, denn ich gehe nicht davon aus, dass die Öffentlichkeit über alles informiert wird. Die deutsche Politik hat es auch bisher nicht geschafft, der Bevölkerung und vor allem den Soldaten den Sinn dieses Einsatzes zu verdeutlichen. Ein Krieg ist es auf keinen Fall, manchmal hört man von kriegsähnlichen Zuständen und eigentlich betreibt die Bundeswehr ja zivile Aufbauarbeit. Ja was denn nun? Außerdem finde ich es äußerst problematisch, dass deutsche Soldaten ihr Leben für ein Land einsetzen, dessen Präsident augenscheinlich durch massiven Wahlbetrug an der Macht verblieben ist. Ich frage mich, wie das mit den demokratischen Ansprüchen der militärischen Allianz in Einklang zu bringen ist.

Nein, die Kritik der Bischöfin hat Hand und Fuß. Der empörte Aufschrei unserer politisch Verantwortlichen zeigt, dass sie den Finger in eine offene Wunde gelegt hat, die die Regierung nicht schließen kann oder will. Es ist nur legitim, dass da von christlicher Seite unbequeme Forderungen gestellt werden.

28.12. 2009

Marie – Eine Kurzgeschichte

Das Weihnachtsfest liegt hinter uns und in den Geschäften tummeln sich die Menschen um ihre Geschenke umzutauschen. Doch da die Weihnachtszeit noch lange nicht vorbei ist, sondern gerade erst begonnen hat, ist es nicht zu spät für eine kleine Weihnachtsgeschichte. Gelesen wird sie vom Autor Tobias Faix selbst und dauert nur knapp drei Minuten. Die Geschichte stammt aus seinem neuesten Buch Würde Jesus bei IKEA einkaufen?

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03.12. 2009

Sonderauktion Bedeutende Ikonen

Die Tage hatte ich eine Überraschung in Form eines Katalogs im Briefkasten. Nicht irgendein Katalog, sondern der einer Auktion, bei der mehr als 200 russische und griechische Ikonen versteigert werden. Da mir Ikonen ausgesprochen gut gefallen, habe ich mich über den farbigen Katalog mit schönen Fotos der Objekte natürlich sehr gefreut. Deshalb an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, wer auch immer mir den Katalog hat zukommen lassen. Viele der zu ersteigernden Ikonen sind wirklich sehr schön und sind zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert entstanden. Ihr könnt sie euch alle im Onlinekatalog von Hargesheimer und Günther ansehen. Die Versteigerung selbst findet am 11. Dezember in Düsseldorf statt. Falls ihr noch ein hübsches Geschenk für Weihnachten braucht, würde sich das doch anbieten.

30.11. 2009

Warum das Verbot von Minaretten der Schweiz schadet

Die Schweiz hat laut Stand vom Juli 2009 7.739.100 Einwohner. Von den Schweizer Bürgern sind 41 Prozent römisch-katholisch, 40 Prozent reformiert, 0,18 Prozent christkatholisch, 2,5 Prozent in Freikirchen und 11 Prozent ohne Zugehörigkeit. Von den in der Schweiz lebenden Ausländern ist die Mehrheit christlich und 18 Prozent gehören dem Islam an, was nach Stand von 2000 4,26 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. Das entspricht einer Zahl von ca. 400.000 Muslimen. Zur Zeit gibt es in der Schweiz 12 Moscheen, von denen die erste bereits 1963 erbaut wurde und lediglich vier davon besitzen Minarette. Anhand dieser Zahlen kann man dem Schweizer Islam keine zunehmende Ausdehnung oder gar eine eine Islamisierung der Schweiz unterstellen. Dafür sind 12 Moscheen in 46 Jahren einfach zu dürftig.

Die schlichte Realität hat aber die Mehrheit von 57,5 Prozent der Schweizer nicht davon abgehalten, bei einer Volksabstimmung für das Verbot zum Bau von weiteren Minaretten zu stimmen. Das bedeutet in erster Linie einen klaren Sieg für die Populisten der SVP und EDU, die es mit ihren Kampagnen geschafft haben, aus dem Nichts eine Bedrohung für die Bevölkerung zu zaubern. Das war es dann auch schon an Gewinnern, alle anderen Beteiligten haben verloren. Zuerst die Schweizer Regierung, die nicht in der Lage war, den Unsinn dieser Abstimmung als solche klarzustellen. Dann natürlich die Mehrheit der Schweizer Bürger, die augenscheinlich nicht in der Lage ist, zwischen Realität und rassistischen Parolen zu unterscheiden. Die Muslime in der Schweiz sind natürlich auch unterlegen. Sie dürfen sich ab jetzt zu Recht als diskriminierte Minderheit fühlen und müssen sich bei jedem Kontakt fragen, ob sie nicht einem Islamophoben gegenüberstehen.

Politisch betrachtet haben die Schweizer Verfassung und das Ansehen der Eidgenossenschaft jedoch am meisten gelitten. Die Verfassung garantiert Religionsfreiheit. Dazu gehört für mich auch die Freiheit einer Gemeinschaft, Gebäude zu errichten, in denen sie ihre religiösen Rituale verrichten kann. Betrachtet man die Anzahl von bisher 4 Moscheen mit Minaretten in der gesamten Schweiz, kann man nicht behaupten, dass die Muslime dieses Recht missbraucht haben. Sicherlich kann man aus bautechnischen und ästhetischen Gründen über die Höhe eines Minaretts diskutieren, ein generelles Verbot ist aber meiner Meinung nach ein klarer Verfassungsbruch.

Das Ansehen der Schweiz als Demokratie dürfte im Ausland erstmal gelitten sein, auch wenn diese Abstimmung auf demokratischem Wege stattfand. Wie will man denn von den islamischen Staaten Religionsfreiheit als Menschenrecht einfordern, wenn man sich in diesem Punkt auf dieselbe Stufe stellt? Ach ja, ein Gewinner dieser Abstimmung fällt mir doch noch ein: Die Art Muslime, gegen die man ankämpfen will. Nach dieser Abstimmung werden es verrückte Imame deutlich leichter haben, die Schweiz und westliche Demokratien als Feinde des Islam darzustellen. Damit haben sich die Schweizer einen wichtigen Punkt für die Radikalisierung muslimischer Fanatiker selbst geschaffen.

29.11. 2009

1. Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
Die Flockenheerde wie ein Hirt,
Und manche Tanne ahnt, wie balde
Sie fromm und lichterheilig wird;
Und lauscht hinaus. Den weissen Wegen

Streckt sie die Zweige hin – bereit,
Und wehrt dem Wind und wächst entgegen
Der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke, Quelle

28.11. 2009

Die großen Mythen der Bibel

Die Geschichten des Alten Testaments haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Sie sind das Gründungsdokument des Judentums und die Quelle der christlichen Zivilisation, ihr erstes großes Epos. Das Alte Testament, die Hebräische Bibel, versammelt Sagen, Gesetze, Dichtung, Prophezeiungen und historische Schilderungen. Es beginnt mit den fünf Büchern Mose, die in der jüdischen Überlieferung Thora genannt werden.
Seit je gibt es Streit, wie denn diese Texte zu lesen und zu verstehen seien. Sind sie historisch verbürgte Wahrheit? Oder nur spannende, interessante, lebenskluge, manchmal auch grausame Erzählungen? Hat die Bibel recht? Irrt sie absichtlich? Lügt sie gar?

So die Beschreibung des Sonderheftes von National Geographic, Die großen Mythen der Bibel, das ich während der letzten drei Nächte gelesen habe. Der Autor versucht darin neueste wissenschaftliche und theologische Erkenntnisse mit den Aussagen im Alten Testament in Einklang zu bringen. Diejenigen, die die Bibel nur wortwörtlich lesen, sollten das Heft besser links liegen lassen. Alle anderen an der Bibel Interessierten dürften aber auf ihre Kosten kommen. Denn auch wenn (oder gerade weil) der Autor nicht christlich motiviert ist, zeigt er was die Schreiber des AT im Sinn hatten, selbst wenn ihre Aufzeichnungen beim jetzigen Stand der Wissenschaft falsch erscheinen. Ob in dem Heft wirklich die endgültigen Erkenntnisse beschrieben sind, sei dahingestellt, interessant ist es allemal. Zudem ist es wie man es von National Geographic gewohnt ist, mit vielen schönen Fotos angereichert. Das Heft liegt zur Zeit an vielen Kiosken aus und wird bestimmt auch bald über den Verlag zu bestellen sein. Weitere Informationen mit Beschreibungen zu den einzelenen Themen findet ihr auf dieser Seite.

02.07. 2009

Ride the Lightning

Blitzeinschlag

Am 2. Juli 1505 geriet ein Student der Rechtswissenschaften auf dem Heimweg von seinen Eltern in einen Sturm. Die Legende besagt, dass es ein Unwetter der ganz besonders widerlichen Art war. Als der junge Mann mitten durch das Gewitter in Richtung Erfurt eilte, schlug plötzlich ein Blitz direkt neben ihm im Boden ein und warf ihn zu Boden. Pladdernass und zu Tode geängstigt rief er die Heilige Anna, Patronin bei Gewittern an ihm beizustehen. “Lässt Du mich leben, so will ich ein Mönch werden.” schrie er und wurde tatsächlich erhört. Durch dieses Gelübde getrieben, trat er in ein Kloster ein und machte dadurch seinen Vater stinksauer. Einige Jahre später verärgerte er sogar den Papst und eine ganze Menge anderer Leute, doch da war Luther schon längst als Reformator bekannt. Man sieht also, dass durch einen Blitzeinschlag eine Menge in Bewegung kommen kann. Aus diesem Grund gibt es heute nur für Martin Luther, eine prima Live-Version aus dem Jahr 1987 von Metallica’s Ride the Lightning.

15.06. 2009

Das Grillfest der Diözese Linz 2009

Grillfest in Linz 2009Da soll noch jemand behaupten, der Österreicher könnte nur Mozartkugeln rollen und Murmeltiere auskochen. Am letzten Donnerstag bewies die Diözese Linz, dass man auch in der schönen Alpenrepublik in der Lage ist, ein prima Grillfest auf die Beine zu stellen. Fünf katholische Pfarreien hatten den arbeitsfreien Feiertag Fronleichnam genutzt, um ihre Schäflein zu einer großen Grillparty auf dem Platz des Ars Electronica Centers einzuladen. Man hatte einen extra großen Tisch gedeckt, auf dem ausreichend leckeres Grillgut und Getränke zur Verköstigung beriet standen. Um Streitigkeiten am Grill zu vermeiden, hatte Dechant Helmut Part schon im Vorfeld für jeden der fünf Pfarrer eine eigene Grillzange gekauft, die von den geistlichen Grillmeistern auch freudig angenommen wurde. Auf dem Foto sehen Sie einen der Pfarrer der zugegeben etwas übermütig gleich ein ganzes Fladenbrot auf den Grill legen will. Aber so ist der Österreicher eben, er lässt keine Gelegenheit aus um ausgelassen zu feiern. So zeigte sich Dechant Part auch sichtlich begeistert: “Auch der einsetzende Regen tat der Feierstimmung keinen Abbruch und die Leute haben bis zum Schluss mitgefeiert“. Zum Abschluss des Festes bekam jeder Gast noch eine lecker gegrillte Murmeltierwurst auf den Weg, um einen schönen Tag an der Donau abzuschließen. Von diesem Grillfest wird man sich bestimmt noch lange erzählen. Leider gibt es einige militante Vegetarier, die auch bei so einer schönen Feier immer nach einem Haar in der Suppe bzw. an der Grillzange suchen müssen. Aber die Nörgler sterben eben nie aus.

31.05. 2009

Pfingstgedanken

Der Heilige Geist als Taube
Foto: Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Sucht nicht nach stolzen Worten für das Hohe,
Das stillste Gleichnis gibt sein treueres Bild,
Nicht in des Blitzes greller Flammenlohe,
Im sanften Säuseln kam Jehova mild.
Ein Arbeitsmann im Kittel rauh und schlicht,
Schuf Christus seinen großen Geistesbau,
Nicht Gold ist’s, das die Heldenstirn umflicht,
Nur junger Lorbeer aus der Frühlingsau.
Nicht stolzem Wissen ward das Paradies,
Die Einfalt führt zu ihm, der Kinderglaube,
Nicht zeptertragend, nicht im gold’nem Vließ,
Erschien der Geist, er kam als schlichte Taube.

Maria Janitschek, 1892, Quelle: Wikisource

31.05. 2009

Was bedeutet Pfingsten?

Darstellung des Heiligen Geistes im Petersdom

Pfingsten ist wohl das zu Unrecht unterprivilegierteste Fest der Christenheit weshalb über den Hintergrund auch die größte Unklarheit besteht. Laut einer Umfrage glauben 16 Prozent der Deutschen, Jesus sei an Pfingsten auferstanden, drei Prozent glauben, dass Jesus zu Pfingsten gekreuzigt worden ist. Jeder Zehnte glaubt, Maria sei an dem Tag in den Himmel aufgefahren. Insgesamt weiß also jeder Zweite in Deutschland nicht Bescheid. Für das christliche Abendland ein recht blasses Ergebnis, deshalb an dieser Stelle etwas Nachhilfe zur Bedeutung von Pfingsten:

Kurzfassung
Pfingsten wird am fünfzigsten Tag nach Ostern gefeiert und bedeutet den Abschluss der Osterzeit. Es ist das christliche Fest der Entsendung des Heiligen Geistes und wird gleichzeitig als Geburtsstunde der Kirche gedeutet.

Hintergrund
Nachdem Jesus nach seiner Auferstehung in den Himmel zurückgekehrt war, versammelten sich die verblieben 10 11 Apostel (Judas war tot) mit Maria, der Mutter Jesu und anderen Frauen im selben Haus in Jerusalem, in dem auch das letzte Abendmahl stattfand. Am Pfingsttag wurden sie alle zusammen vom Heiligen Geist erfüllt und konnten plötzlich in fremden Sprachen reden. Da der Heilige Geist bei seinem ersten Erscheinen ziemlich laut gewesen sein muss, kamen die Anwohner zum Haus gelaufen und jeder hörte die Apostel samt Maria in seiner Muttersprache sprechen. Im Neuen Testament ist es so beschrieben:

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. [Apg 2,1-4]

Einige der Bürger unterstellten den Jüngern daraufhin dass sie betrunken seien, woraufhin der Apostel Petrus die erste Pfingstpredigt in der Geschichte hielt. Darin wies er auf die Ankündigung von Pfingsten im Alten Testament hin (Joel 3,1-5) und erklärte es den Juden als Beweis dafür, dass Jesus der erwartete Messias gewesen ist. Nach dieser Predigt sollen sich ungefähr 3000 Menschen haben taufen lassen und wurden Christen.

Damit sollten Sie über genug Wissen verfügen, um bei der nächsten Umfrage die richtige Antwort geben zu können. Weitere Informationen zu Pfingsten finden Sie in den nachfolgenden Links. Ansonsten wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein frohes Pfingstfest und angenehme Feiertage.

Übersichtsseite zu Pfingsten bei der Katholischen Kirche
Pfingsten im Ökumenischen Heiligenlexikon
Artikel zu Pfingsten in der Wikipedia
Stichwort: Heiliger Geist – Vortrag von Kardinal Ratzinger von 1968
Pfingsten erklärt von Kardinal Meisner
Sehr schönes Video vom Domradio zum Thema Pfingsten

19.05. 2009

Karneval ist ein heidnisches Fest


Direktlink zu YouTube

Torben und Becki aus Castrop-Rauxel leiten beide eine Kindergruppe in ihrer evangelischen Pfarrgemeinde. Außerdem sind sie große Fans von Tokio Hotel und spielen auch selbst Instrumente, Torben die Gitarre und Becki Blockflöte. Gemeinsam betreiben sie ein Video-Blog mit Themen, die auch junge Christen beschäftigen. Durch ihre lockere und natürliche Art können sie so glaubwürdige Antworten auf wichtige Fragen geben. In diesem Video beschäftigen sie sich mit den wahren Hintergründen und Gefahren des Karnevals. Nur damit Sie im nächsten Jahr nicht sagen können, Sie hätten nichts davon gewusst.

12.04. 2009

Der Osterspaziergang

Alfred Sisley: Obstgarten im Frühling, 1881

Zu Ostern darf natürlich der Osterspaziergang von Meister Goethe nicht fehlen. Da ich ihn zum letzten Osterfest schon veröffentlicht habe, gibt es in diesem Jahr nur einen Link zum Gedicht. Beim Lesen wurde ich daran erinnert, dass mein Osterspaziergang im letzten Jahr ein Leben gerettet hat. Ganz so dramatisch wird es in diesem Jahr nicht zugehen und ich hoffe, Ihr Ostersonntag wird auch recht entspannt.

Johann Wolfgang von Goethe: Der Osterspaziergang, Text & Hörbuch

punchintheface

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