Posted by Frank Mazny in
Musik
Der Winter ist ein rechter Mann,
kernfest und auf die Dauer.
Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an
und scheut nicht süß noch sauer.
Aus Blumen und aus Vogelsang
weiß er sich nichts zu machen,
hasst warmen Trank und warmen Klang
und alle warmen Sachen.
Doch wenn die Füchse bellen sehr,
wenns Holz im Ofen knittert
und um den Ofen Knecht und Herr
die Hände reibt und zittert;
wenn Stein und Bein von Frost zerbricht
und Teich und Seen krachen,
das klingt ihm gut, das hasst er nicht,
dann will er tot sich lachen.
Sein Schloss von Eis liegt ganz hinaus
beim Nordpol an dem Strande.
Doch hat er auch ein Sommerhaus
im lieben Schweizerlande.
Da ist er denn bald dort, bald hier,
gut Regiment zu führen.
Und wenn er durchzieht, stehen wir
und sehn ihn an und frieren.
Zum Sonntag mal wieder etwas Kultur im Orden, diesmal ein altes Volkslied über den Winter, der uns ja zur Zeit durch seine Botin Daisy eisige Zeiten beschert. Den Text schrieb vor 200 Jahren Matthias Claudius, mehr darüber gibt es bei der Welt zu lesen. Wer sich das Lied vertont anhören möchte, sollte mal bei Detlef Cordes vorbeischauen. Euch einen schönen Wintersonntag.