Da haben wir in NRW gerade unseren Parteitag überstanden, da kommt der nächste kleine Aufreger aus Berlin:
Sie nennen sich “Piratinnen” und haben sich unter dem Motto “Klar machen zum Gendern” das Ziel gesetzt, zu einem besseren Verständnis von Zielen, Wünschen und Nöten der Frauen in einer überwiegend von Männern dominierten Piratenpartei beizutragen. Die Piratinnen möchten einen Schutzraum bieten, in dem auch die leisen Stimmen unter den Frauen Gehör finden können und laden daher bewusst ausschließlich Frauen in ihr Netzwerk ein.
Diese Sätze stammen aus einer Pressemitteilung der frisch gegründeten “Piratinnen“, die das meiner Meinung nach über Bord geworfen geglaubte Geschlechterdenken wieder zum Programm erhoben haben. Sie haben sich vorgenommen “zu einem besseren Verständnis von Zielen, Wünschen und Nöten der Frauen in einer überwiegend von Männern dominierten Piratenpartei beizutragen” und wollen Schutzräume für Frauen innerhalb der Partei bieten. Näher betrachtet ist die Sache zwar halb so wild, denn wie ich bei Mela las, hat diese Gruppe sagenhafte vier Mitglieder und hat die Pressemitteilung eigenmächtig veröffentlicht. Trotzdem werden dadurch wieder unselige Diskussionen heraufbeschworen.
Zur Frauenfrage bei den Piraten hatte ich schon früher geschrieben und der Parteitag am letzten Wochenende hat meine Meinung bestätigt. Piraten haben Themen an denen sie arbeiten und es ist völlig egal, von wem sie vorgestellt werden. Wenn es Kritik gibt werden Frauen und Männer absolut gleich schlecht behandelt. Aber Scherz beiseite, zumindest in NRW habe ich nicht den Eindruck, dass die weiblichen Piraten in irgendeiner Weise nicht zu ihrem Recht kommen. Alle Frauen die ich bisher kennenlernen durfte, sahen nicht danach aus, als dass sie sich von irgendwem unterbuttern ließen. Außerdem wirken zum Beispiel die Damen Elle und Steffi nicht so, als dass Mann mit ihnen Streit anfangen wollte.
Ich weiß nicht welche Probleme die “Piratinnen” gehabt haben, dass sie sich entschlossen haben, eine eigene Gruppe in der Partei zu gründen. Nur werden Schutzräume für Frauen und eine Mailingliste, an der Männer nicht teilhaben dürfen uns bei diesem Thema nicht weiterbringen. Da besteht die Gefahr, dass man irgendwann bei einer für Frauen peinlichen Frauenquote landet oder sogar bei den diskriminierenden Methoden der Grünen endet. Das haben weder unsere Frauen noch die Partei insgesamt verdient.
Update: Blogeintrag zum Thema von Anika Tanck