Orden des Leibowitz



02.03. 2010

Berlin 1970

Heute haben wir daheim etwas gekramt und umgeräumt und dabei ein kleines Fotobüchlein entdeckt, das Bilder der ersten Reise der guten Frau Leibowitz nach Berlin enthält. Schätzungsweise stammen die Fotos aus dem Jahr 1970, sind also 40 Jahre alt. So ein Zeitdokument muss natürlich unbedingt im Orden erhalten bleiben.

01.03. 2010

Gendering und kein Ende

Da haben wir in NRW gerade unseren Parteitag überstanden, da kommt der nächste kleine Aufreger aus Berlin:

Sie nennen sich “Piratinnen” und haben sich unter dem Motto “Klar machen zum Gendern” das Ziel gesetzt, zu einem besseren Verständnis von Zielen, Wünschen und Nöten der Frauen in einer überwiegend von Männern dominierten Piratenpartei beizutragen. Die Piratinnen möchten einen Schutzraum bieten, in dem auch die leisen Stimmen unter den Frauen Gehör finden können und laden daher bewusst ausschließlich Frauen in ihr Netzwerk ein.

Diese Sätze stammen aus einer Pressemitteilung der frisch gegründeten “Piratinnen“, die das meiner Meinung nach über Bord geworfen geglaubte Geschlechterdenken wieder zum Programm erhoben haben. Sie haben sich vorgenommen “zu einem besseren Verständnis von Zielen, Wünschen und Nöten der Frauen in einer überwiegend von Männern dominierten Piratenpartei beizutragen” und wollen Schutzräume für Frauen innerhalb der Partei bieten. Näher betrachtet ist die Sache zwar halb so wild, denn wie ich bei Mela las, hat diese Gruppe sagenhafte vier Mitglieder und hat die Pressemitteilung eigenmächtig veröffentlicht. Trotzdem werden dadurch wieder unselige Diskussionen heraufbeschworen.

Zur Frauenfrage bei den Piraten hatte ich schon früher geschrieben und der Parteitag am letzten Wochenende hat meine Meinung bestätigt. Piraten haben Themen an denen sie arbeiten und es ist völlig egal, von wem sie vorgestellt werden. Wenn es Kritik gibt werden Frauen und Männer absolut gleich schlecht behandelt. Aber Scherz beiseite, zumindest in NRW habe ich nicht den Eindruck, dass die weiblichen Piraten in irgendeiner Weise nicht zu ihrem Recht kommen. Alle Frauen die ich bisher kennenlernen durfte, sahen nicht danach aus, als dass sie sich von irgendwem unterbuttern ließen. Außerdem wirken zum Beispiel die Damen Elle und Steffi nicht so, als dass Mann mit ihnen Streit anfangen wollte.

Ich weiß nicht welche Probleme die “Piratinnen” gehabt haben, dass sie sich entschlossen haben, eine eigene Gruppe in der Partei zu gründen. Nur werden Schutzräume für Frauen und eine Mailingliste, an der Männer nicht teilhaben dürfen uns bei diesem Thema nicht weiterbringen. Da besteht die Gefahr, dass man irgendwann bei einer für Frauen peinlichen Frauenquote landet oder sogar bei den diskriminierenden Methoden der Grünen endet. Das haben weder unsere Frauen noch die Partei insgesamt verdient.

Update: Blogeintrag zum Thema von Anika Tanck

27.02. 2010

Korschenbroich or bust

Nachher geht es zum 2. Parteitag der Piratenpartei NRW im schönen Korschenbroich. Die Themen für das kommende Parteiprogramm habe ich gelesen und sicherheitshalber auf meinem Netbook und Handy gespeichert, falls das WLAN wieder so überlastet wie auf dem letzten Parteitag sein sollte. Übernachten werde ich mit einigen anderen Mitgliedern der Piraten Hagen in irgendeiner Pension, wo es abends Schnitzel mit Bratkartoffeln geben soll. Das klingt wenigstens nach echt westfälischem Essen. Ansonsten bin ich gespannt ob die Tagesordnung eingehalten werden kann, so dass wir endlich ein Programm für die Landtagswahlen verabschieden können. Ich werde versuchen, ein paar Fotos der Veranstaltung bei Flickr zu posten, weitere Informationen gibt es über Twitter. Die Hashtags dort lauten #lptnrw und #lmvnrw.

21.02. 2010

London in Sechzigern

Hier gibt’s was zum Gucken, und zwar jede Menge Fotos von London in den 1960er Jahren. Wem das noch nicht genug ist, kann sich noch weitere Bilder der Stadt aus den 1950er und 1970er Jahren ansehen. [via]

05.02. 2010

Zufrieden Hilde?

Während ich gestern frierend an der Straße stand um auf meinen freundlichen Fahrdienst zum piratischen Stammtisch (ausnahmsweise) in Ennepetal zu warten, fiel mein Blick auf diese Frage an der Mauer. Diese zwei Worte stehen schon seit Jahr und Tag auf den Backsteinen geschrieben und ich kann nicht zählen, wie oft ich gedankenlos an ihnen vorbei marschiert bin. Dabei wirft die Frage einige neue Rätsel auf. Wer ist der unbekannte Autor und warum soll Hilde zufrieden sein? Wer ist Hilde überhaupt?

03.02. 2010

Frauen in der israelischen Armee

Fotos von Frauen in der israelischen Armee hatte ich schon mal. Während die Aufnahmen von Rachel Papo aber das Alltagsleben der Soldatinnen darstellen, zeigt diese Sammlung auch einige private Bilder. Woher sie stammen weiß ich nicht, sie illustrieren aber eindeutig die attraktive Seite der Armee. In Israel besteht die Wehrpflicht für beide Geschlechter, Frauen brauchen aber nur zwei Jahre bei den Streitkräften dienen. Nun aber zu den Damen der israelischen Armee.

01.02. 2010

Die Madonna im Holzscheit

Es gibt immer wieder Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht so leicht zu erklären sind und ich bin froh, dass ich meinen Leserinnen und Lesern zuerst davon berichten kann: Heute wollte Frau Leibowitz wie jeden Tag den Kamin anzünden, als sie das Wunder bemerkte. Die Madonna und der Hl. Geist sind uns im Holzscheit erschienen! Ich sehe Hohenlimburg schon als Wallfahrtsort vor meinem inneren Auge, den Pilger aus aller Welt besuchen, um das wundersame Holz zu sehen. Sicherlich wird es wieder Zweifler geben, die in der Erscheinung eine natürliche Ursache sehen, doch ich denke das Foto ist ein eindeutiger Beweis der Echtheit. Hier könnt ihr es in einer größeren Auflösung ansehen. Jetzt müssen wir erstmal in aller Ruhe und Demut überdenken, wie es weitergeht. Was für ein denkwürdiger Tag.

14.01. 2010

Hilfe für die Opfer des Erdbebens in Haiti

Das Ausmaß der Zerstörung durch das Erdbeben in Haiti würde wohl jedes Land hart treffen. Das Haiti eines der ärmsten Länder ist, macht die Katastrophe für die Menschen dort nur noch schlimmer, denn es ist das einzige Land des amerikanischen Doppelkontinents, das zu den am wenigsten entwickelten Ländern gezählt wird. Zur schwachen Wirtschaft kommt eine instabile politische Lage mit zahlreichen Unruhen, weshalb im letzten Jahrzehnt über drei Millionen Haitianer ausgewandert sind.

Die tatsächlichen Folgen und die Anzahl der Opfer durch das Erdbeben sind wohl immer noch nicht richtig abzuschätzen, deshalb ist Unterstützung für die Helfer vor Ort gefragt. Auf der Website der Tagesschau gibt es eine Liste von Hilfsorganisationen, die um Spenden bitten. Ich bin sicher, dass dabei jeder Betrag willkommen ist.

11.01. 2010

Ihr braucht uns nicht scannen – Wir sind schon nackt

Einer unserer Ärzte im Suchtbehandlungszentrum machte neulich den Vorschlag, anstatt überall teure Nacktscanner aufzustellen, sollte doch besser ein Nacktfluggebot ins Leben gerufen werden. Mitglieder der Piratenpartei hatten dieselbe Idee und haben sie auch in die Tat umgesetzt. Auf mehreren deutschen Flughäfen fanden deshalb gestern Flashmobs statt, um nackt (oder zumindest fast) gegen den geplanten Einsatz von Körperscannern zu demonstrieren. Anbetracht der Temperaturen die uns Daisy zur Zeit beschert, kann man die Aktionen durchaus als heroisches Unternehmen bezeichnen. Einige Videos und Fotos der Flashmobs samt einer kurzen Erklärung findet ihr auf der Website der Piraten.

06.01. 2010

Einer von 25 Millionen: Update

Hier noch ein kleines Update zu meinem Eintrag über die defekten Chips in Millionen von EC-Karten. Nun, meine war überhaupt nicht davon betroffen. Sie war schlichtweg nur bis Ende 2009 gültig. Aber hey, wer sieht schon ständig nach, wie lange die EC-Karte gültig ist? Gestern habe ich sie in meiner Filiale artig gegen die Neue eingetauscht, und schon war ich wieder flüssig. Die neue Karte ist bis 2013 gültig, deshalb habe ich mir vorsorglich in meinen Kalender eingetragen, die Nächste rechtzeitig abzuholen. Ich bin mir aber trotzdem noch nicht ganz sicher, ob dadurch die Gefahr gebannt ist, dass Geldautomaten eines Tages die Weltherrschaft übernehmen.

Schuld an dem Desaster ist ja der französische Hersteller Gemalto (das Motto der Firma ist witzigerweise “Security to be free”), der jetzt verzweifelt versucht, das Problem mit einem Update der Software zu beheben. Sollte das nicht gelingen, müssen alle 30 Millionen EC- und Kreditkarten ausgetauscht werden, was Kosten von mindestens 240 Millionen EUR verursachen würde. Erfindungsreiche Einzelhändler haben da eine wesentlich günstigere Lösung gefunden; sie kleben den Chip auf den defekten Karten einfach mit Klebeband zu. Dadurch greifen die Bezahlterminals automatisch auf den Magnetstreifen zurück, bei dem keine Probleme auftreten.

01.01. 2010

Die Zeit ist aus den Fugen

Man weiß nicht ein, und man weiß ebensowenig aus. Die christliche Weltanschauung, die seit zweitausend Jahren auch von den fortgeschrittensten Geistern doch im ethischen Teil akzeptiert wurde, erfährt in einem jenseits von Gut und Böse arbeitenden System die schwerste und brutalste Anbohrung. Die Verbrecherinstinkte rücken zur Philosophie auf. [...] Uralte Kulturländer Europas sind an der Stirn gezeichnet. Spanien ist ausgebrannt, Italien kommt nicht mehr ernsthaft in Betracht, und Frankreich, im tödlichen Niedergang, könnte das Schicksal Polens haben, an einem bösen Tag. Adieu, charmant pays de France!

Das liest sich wie eine Kulturkritik der FAZ oder die Neujahrsansprache von Kardinal Meisner, wurde aber schon 1899 geschrieben. Die Zitate stammen aus einem Silvester-Brief des Berliner Kritikers und Essayisten Alfred Kerr, der heute wohl nur noch Eingeweihten ein Begriff ist. Diese Bestandsaufnahme vor dem Wechsel ins 20. Jahrhundert ist nicht nur historisch interessant, sie ist auch erschreckend aktuell. Denn es zeigt, dass man auch vor 110 Jahren schon einem Kulturpessimismus anhing, der dem heutigen sehr ähnlich ist. Anscheinend ist es wirklich so, dass die Menschen ihre Zeit für die jeweils schlimmste halten. Vielleicht werden auch unsere Nachfahren in 100 Jahren über die Sorgen von 2010 lächeln, weil sie aus ihren Geschichtsbüchern wissen, wie es ausgegangen ist. Den gesamten Brief von Herrn Kerr gibt es bei Welt online zu lesen. Er schließt mit den folgenden guten Worten:

Adieu, Leser. Es schadet nichts, wenn wir einer dem anderen für den neuen Zeitabschnitt recht viel privates Glück wünschen.

28.12. 2009

Marie – Eine Kurzgeschichte

Das Weihnachtsfest liegt hinter uns und in den Geschäften tummeln sich die Menschen um ihre Geschenke umzutauschen. Doch da die Weihnachtszeit noch lange nicht vorbei ist, sondern gerade erst begonnen hat, ist es nicht zu spät für eine kleine Weihnachtsgeschichte. Gelesen wird sie vom Autor Tobias Faix selbst und dauert nur knapp drei Minuten. Die Geschichte stammt aus seinem neuesten Buch Würde Jesus bei IKEA einkaufen?

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24.12. 2009

Frohe Weihnachten

Wie in jedem Jahr kam auch dieser Heiligabend wieder etwas überraschend auf mich zu. Doch dank der Unterstützung des lieben Kindes konnte es gelingen, dass ich kurz vorm Fest tatsächlich alle meine Geschenke zusammen hatte. Unser Baum steht geschmückt im Wohnzimmer und Frau Leibowitz hat wieder zahlreiche Köstlichkeiten zubereitet. Weihnachten kann also kommen. Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest und viele Geschenke. Zankt euch nicht und denkt daran, dem Weihnachtsmann eine Flasche Bier vors Haus zu stellen.

13.12. 2009

Mitgliederversammlung der Piraten Hagen 2009

Mitgliederversammlung der Piratenpartei Hagen 2009

Es ist vollbracht. Unser Einstand, die Mitgliederversammlung zur Wahl der Direktkandidaten für die kommender Landtagswahl in NRW ist reibungslos über die Bühne gegangen. Bis auf kleinere Schwierigkeiten, wie ein zu Anfang fehlender Druckertreiber hat die gesamte Organisation ziemlich gut funktioniert. Ich bin für die Veranstaltung sogar für so wichtige Ämter wie die stellvertretende Vertrauensperson und bei der zweiten Wahl als eine der zwei Personen, die das ganze hinterher eidesstattlich unterschreiben gewählt worden. Ihr sollt ja nicht glauben, dass so eine Wahl unkompliziert sei, denn es gilt eine ganze Menge Vorschriften für Parteien einzuhalten. Dazu gehört eben, dass vorher ein Versammlungsleiter, ein Wahlleiter und andere Posten gewählt werden müssen, damit die Veranstaltung auch für den Gesetzgeber korrekt abläuft. Unsere organisatorische Feuertaufe haben wir also bestanden, hier sind ein paar Fotos der Veranstaltung:

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11.12. 2009

Von der Parteiarbeit

Am Samstag ist es endlich soweit: Auf einer Mitgliederversammlung für die Piraten aus der Region werden die zwei Direkt­kan­di­­daten für Hagen, Brecker­feld, Ennepe­tal und Gevels­berg zur Land­tags­wahl 2010 in NRW gewählt. Was erstmal recht unspektakulär nach einer unbedeutenden Wahl in der Provinz klingt, bedeutete im Vorfeld eine Menge Organisation und vor allem Zeitaufwand. Da wir bei den Piraten Hagen alle noch Neulinge im politischen Gewerbe sind, mussten wir uns über den genauen Ablauf einer solchen Wahl erst kundig machen. Denn vor die Parteiarbeit hat der Gesetzgeber eine Menge Vorschriften gesetzt, die es einzuhalten gilt. Das fängt schon mir der korrekten Einladung aller Mitglieder an (zum Glück kann man alle Piraten per E-Mail benachrichtigen), bis hin zur richtigen Abfolge der Wahl nach den einzelnen Wahlkreisen, die nicht gleichzeitig stattfinden darf. Dazu kommt noch der gesamte organisatorische Aufwand, denn für eine Mitgliederversammlung braucht es einen passenden Raum, etwas Technik muss besorgt werden und jemand muss auch eine Kaffeemaschine mitbringen. Zusätzlich muss auch eine Pressemitteilung geschrieben und brauchbare Wahlkarten entworfen werden, es soll ja schließlich nicht wie die Wahl eines Klassensprechers aussehen. Von den vielen Diskussionen, die eine basisdemokratisch organisierte Partei mit sich bringt, ganz zu schweigen.

Die ganzen Vorbereitungen wird man der Veranstaltung wahrscheinlich nicht anmerken, aber genau das ist Parteiarbeit. Ich weiß nicht wie solche Dinge in anderen Parteien gehandhabt werden, aber ich vermute einfach, dass durch die längere Erfahrung alles etwas leichter von der Hand geht. Aber genau dieses Neuland und ein gewisses Maß an Improvisation ist es was mir bei den Piraten gefällt. Nicht nur dass sie von der gesamten Ausrichtung eine ganz neue Art von Partei ist, wird sie von der Basis her von Menschen am Laufen gehalten, die vorher in der Regel nichts mit dem politischen Geschäft zu tun hatten. Und das funktioniert auch noch. Die etablierten Parteien vermitteln oft den Eindruck, es bräuchte eine Art herrschende Klasse um Politik zu organisieren. Das stimmt aber nicht. Jede Frau und jeder Mann kann Politik gestalten, man muss sich nur aufraffen.

Die Wahl der unserer Direktkandidaten ist bestimmt nicht das große politische Ding, doch für uns in Hagen war es die erste Herausforderung. Wir haben mit relativ wenigen aber dafür engagierten Leuten eine Mitgliederversammlung organisiert. Dann bekommen wir auch den Rest auf die Reihe. Falls du in der Nähe wohnst und Lust hast, ein paar Piraten aus der Nähe zu betrachten, kannst du gerne bei der Veranstaltung vorbeikommen. Du erkennst mich an dem tollen Namensschild. Die haben wir extra besorgt.

punchintheface

Zumindest bist du am Ende dieser Seite angelangt, deshalb noch schnell das Kleingedruckte:

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Falls du dich für die Piratenpartei interessierst, kannst du dich über unsere Aktivitäten in Hagen informieren oder einen Stammtisch in deiner Nähe besuchen. Klarmachen zum Ändern klappt nur mit deiner Hilfe :)

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