Archive for the 'Leben' Category

31 August
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Hello New York

Heute nochmal etwas mit Fotos, diesmal aus New York und auch noch ziemlich viele davon. Ich war vor 6 oder 7 Jahren für gut eine Woche im Big Apple und bis heute hat mich diese Stadt in ihren Bann gezogen. New York ist glänzend und dann wieder schäbig. Einerseits laut und an manchen Orten still wie eine Kleinstadt. Reich und arm wechseln sich ab. Am meisten Spaß haben mir die nächtlichen Streifzüge durch das Innenleben der Stadt gemacht. An irgendeinem Deli abwechselnd einen Kaffee oder ein Bier gekauft und das Nachtleben beobachtet. Ich habe mein Bier mit Obdachlosen geteilt, die mir aus ihrem Leben erzählten und mit Bankern auf Bänken gesessen, die mitten in der Nacht Frust über ihren Job ablassen mussten. Mit pakistanischen Hot Dog-Verkäufern über deutsche Literatur gefachsimpelt, die sie während ihres Studiums in Deutschland kennengelernt haben und mit anderen Leuten über die amerikanische Außenpolitik diskutiert.

New York ist in jeder Hinsicht vielfältig, und vielleicht nicht die schönste, aber bestimmt die eindrucksvollste Stadt, die ich je besucht habe. Einige Impressionen findet ihr im Blog Hello New York, das viele, viele Fotos auf Lager hat.

31 August
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Zauber und Poesie

“Ich möchte Sie heute mitnehmen auf eine Reise
in ein Land voller Zauber und Poesie,
wo man Gesichter “Fressen” nennt…
in unser aller Heimat – ins Ruhrgebiet.”

Still-Leben Ruhrschnellweg, 18.07.2010

Das Original, via cartoonist

11 August
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Der nette Mann

Ich erinnere mich an den Doktor immer als einen freundlichen Menschen. Sehr viel habe ich nie mit ihm zu tun gehabt, einfach weil wir in verschiedenen Bereichen gearbeitet haben. Zuerst habe ich ihn Anfang der Neunziger getroffen, als ich als junger Zivi ins Haus kam. Seit 2002 arbeite ich in unserer Suchtbehandlung und seitdem ist man sich auch immer wieder kurz über den Weg gelaufen. Ich kann mich nicht erinnern, dass er auch nur einmal unfreundlich oder kurz angebunden gewesen wäre. Er hatte einige Schrullen, von denen manche für die, die mit ihm zusammen gearbeitet haben, bestimmt zuweilen anstrengend waren, doch insgesamt waren sie wohl eher liebenswert. Anfang der Woche haben wir erfahren, dass er sich am Wochenende während seiner Dienstzeit in einem Bereitschaftszimmer des Krankenhauses das Leben genommen hat.

Das sind Momente, die den normalen Alltag durchbrechen, weil sie einen schockiert und traurig zurücklassen. Am Freitag wird eine Trauerfeier im Krankenhaus stattfinden. Ich denke, es wird voll werden.

05 August
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Eltern lassen ihr Kind kiffen

Das Amtsgericht Marburg hat gegen die Eltern eines 14jährigen 6 Monate Haft für die Mutter und ein Jahr Haft gegen den Vater auf Bewährung verhängt. Sie hatten ihrem Sohn nicht nur erlaubt, Cannabis zu rauchen, sondern ihm wahrscheinlich auch noch ein eigenes Zimmer dazu zur Verfügung gestellt. Im Artikel steht zwar nichts davon, aber ich hoffe doch, dass zusätzlich noch eine Kontrolle durch das Jugendamt eingesetzt worden ist. Eltern die so grob fahrlässig handeln, muss vielleicht nicht sofort dass Sorgerecht entzogen werden, aber überwachen sollte man sie unbedingt. Aus welchen Gründen die Eltern den Drogenkonsum ihres Sohnes erlaubt haben ist unerheblich, anscheinend sind sie nicht in der Lage, ausreichend Verantwortung für ihr Kind zu übernehmen und die Folgen zu bedenken.

Wenn Erwachsene kiffen, ist das – abgesehen davon, dass es immer noch illegal ist – ihre Entscheidung. Bei Kindern ist das eine andere Geschichte. In der Entgiftung in der ich arbeite, haben wir immer häufiger junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren, die von THC entgiften. Die meisten haben auch mit 14 oder 15 Jahren angefangen zu kiffen und sind, wenn sie zu uns kommen, komplett lebensunfähig. Viele haben zudem mannigfaltige psychische Störungen, bei denen man oft nicht mehr auseinander halten kann, ob sie durchs Kiffen entstanden oder dadurch begünstigt worden sind. Der Endeffekt ist aber derselbe: In der Regel sind das Menschen, die wahlweise keinen Schulabschluss haben oder wegen Kiffen aus ihrer Lehre geflogen sind.

Ein Teenager, der mal auf einer Party an einem Joint zieht, muss nicht zwangsläufig so enden. Doch wenn es erstmal zum täglichen Konsum ab dem Aufstehen kommt, ist der restliche Weg eigentlich schon vorprogrammiert. Da nützt auch kein Hinweis darauf, dass Cannabis gegenüber Alkohol die angeblich harmlosere Droge sei. Das stimmt nicht. Den Gegenbeweis sehe ich ständig auf meiner Arbeit.

27 Juli
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Stuhlkreis-Weicheier

Alles in allem machen es sich Eltern und Pädagogen oft zu einfach: Funktioniert das Kind zu Hause nicht, geben die überforderten Eltern ihre Pflicht ab an pädagogisches Personal. Pflegt der Bub einmal im Monat einen Wutanfall im Kindergarten, wird es der Erzieherin zu viel und rät, das Kind doch in eine Ergotherapie zu stecken. Und so weiter, und sofort… Kinder, und hier eben aufgrund ihres Bewegungsdranges vornehmlich Buben, werden weitergereicht. Mit jeder Station kranker geredet. Das muss sich ändern.

Sina hat einen lesenswerten Beitrag zum Thema “Sind Jungen heute schwieriger als früher?” aus der Sicht einer Mutter geschrieben. Vater bin ich zwar nicht, dafür war ich aber mal ein äußerst quirliger kleiner Junge mit dem Prädikat “Zappelphilipp”. In der Schule habe ich mich so manches Mal gedroschen und bin oft genug mit einem blauen Auge nach Hause gekommen. Deshalb bin ich wirklich froh, meine Kindheit in den 70er und 80er Jahren verlebt zu haben. Heute hätten mich meine Eltern womöglich auf Druck der Schule zum Kinderarzt geschleppt, der mir weil es ins Schema passt, ein ADHS diagnostiziert hätte. (Also nichts gegen ADHS, es wird aber meiner Meinung nach einfach oft zu vorschnell diagnostiziert.) Ich denke Jungs brauchen in erster Linie viel Auslauf, dann mehr Auslauf und danach müssen sie wild herum rennen dürfen. Ich merke das selbst noch an unseren jungen Patienten, die von THC und Amphetaminen entgiften. Die sind oft unausstehlich und sich selbst im Weg. Sobald man ihnen Sport oder stramme Spaziergänge anbietet, sind sie wie ausgewechselt. In diesem Sinne plädiere ich dafür, Jungen einfach mal wieder erlauben, sich wie Jungen zu benehmen. Diejenigen, die tatsächlich auffälliges Verhalten an den Tag legen, filtern sich schon heraus.

14 Juli
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Mein Tascheninhalt

Die @manomama hat per Twitter dazu aufgerufen, ihr ein Foto mit dem Inhalt seiner Tasche zu schicken. Hier ist also der Kram, der sich heute in meiner Tasche befindet. Klickt auf das Foto, um eine größere Ansicht zu sehen. Sina betreibt übrigens einen Laden mit Biobekleidung und hat nebenbei ein interessantes Blog, in dem sie Einblicke in ihre Arbeit gewährt.

05 Juli
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Rauchverbot: Aktivismus vs. Bürgerrecht

In Bayern wird im Namen der Volksgesundheit von einer Minderheit ein Grundrecht beschnitten und alle freuen sich über den Sieg der Basisdemokratie. Verkehrte Welt würde ich sagen. Nein, das Rauchen in Kneipen sehe ich nicht als Grundrecht an. Das Recht des Betreibers einer Kneipe selbst zu bestimmen, was dort erlaubt ist und was nicht, dagegen schon. Wird dort von staatlicher Seite aus eingegriffen – das ist das Resultat des Volksentscheids – ist das meiner Meinung nach ein unzulässiger Eingriff des Staates. Die Gesundheit ist sicherlich ein hohes Gut, die persönliche Freiheit des Einzelnen werte ich allerdings noch höher. Ich habe kein Recht auf Rauchen überall, genauso wenig hat ein Nichtraucher das Recht auf ein rauchfreies Lokal. Lediglich der Besitzer sollte darüber zu entscheiden haben. Den Staat geht das alles überhaupt nichts an, solche privaten Belange fallen nicht in seine Zuständigkeit. Deshalb sollte man vorsichtig damit sein, diesen Volksentscheid zu schnell als Gewinn der Basisdemokratie zu bejubeln. Was die Mehrheit entscheidet (in diesem Fall war es allerdings nur eine Minderheit), muss nicht zwangsläufig auch richtig sein.

Vielleicht ist das auch der Unterschied zu Nichtrauchern im Gegensatz zu anderen Aktivisten. In den letzten Jahrzehnten haben schwul-lesbische Buchläden eröffnet, vegane Restaurants haben ihre Besucher gefunden und auch in einer Kneipe nur für Frauen bin ich mal gelandet. Ich habe nur nie davon gehört, dass irgendwo eine Kneipe für Nichtraucher von Nichtrauchern eröffnet worden wäre. Vielleicht wäre das sogar cool gewesen. Stattdessen auf Verbote, staatliche Bevormundung und die Beschneidung der Rechte anderer zu setzen, halte ich für sehr bedenklich. Wahrscheinlich passt das aber auch besser in unsere Zeit.

Zur Orientierung: Beim bayrischen Volksentscheid ging es nicht um Nichtraucherschutz. Der bestand dort genau so wie in anderen Bundesländern. Jetzt wurde nur noch über das Verbot der letzten Ausnahmeregelungen entschieden.

Links zum Thema:
Von Kindern, Rauchern und Brettern vorm Kopf
Ein Volk
Rauchverbot: Die grünen Nannies
Warum man rauchen sollte
Rauchverbot – ein gefährlicher Sieg der Minderheit
Wie Bayerns Nichtraucher-Rebell Politik ändern will

03 Juli
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1. Hagener Twitter BBQ Come Together

Da soll es immer noch Menschen geben, die Twitter in Bausch und Bogen als digitale Zeitverschwendung verdammen. Dabei ist es neben dem kurzweiligen Aspekt oft genug sehr sinnvoll. Ohne Twitter würde zum Beispiel das heutige 1. Hagener Twitter BBQ Come Together überhaupt nicht stattfinden. Alle Anwesenden stammen aus Hagen, twittern und haben sich über diese Plattform kennengelernt. Heute treffen wir uns außerhalb des Internet zum Fußballgucken, Grillen und was sich sonst noch ergibt. Genau so hat sich Sir Berners-Lee, Begründer des World Wide Web das übrigens vorgestellt: Menschen kommunizieren über das Internet, um sich dann real zu treffen. So schließt sich die für mich ohnehin sehr kleine Lücke zwischen der Online- und Offline-Kommunikation. Ich freue mich jedenfalls; einige der Teilnehmer habe ich schon persönlich kennengelernt, bei anderen bin ich sehr gespannt. Jetzt muss die deutsche Elf nur noch Argentinien rauskicken, dann wird es ein perfekter Tag.

27 Juni
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Wieder zurück aus dem Urlaub

Da bin ich wieder. Heute Nachmittag, kurz nach Ende des Spiels gegen England, das ich live im Radio mitverfolgt habe, hatte mich Hohenlimburg wieder. Somit war der Sieg gegen die englischen Löwen der krönende Abschluss eines wunderbaren Urlaubs. Ich habe schöne Städte gesehen, viel leckeres Essen und Bier zu mir genommen und reichlich entspannt. Vor allem hatten Frau Leibowitz und ich seit langer Zeit mal wieder 14 Tage nur für uns, ohne jeglichen Alltagsstress. Was wir erlebt und gesehen haben, könnt ihr – falls ihr es nicht sowieso verfolgt habt – im Urlaubsblog anschauen.

10 Juni
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Urlaubsreif

Diese kleine, idyllische Terrasse liegt im französischen Vence und ist ab Samstag für 14 Tage mein. Teilen brauche ich sie nur mit Frau Leibowitz, mit der ich morgen in den Urlaub an die Côte d’Azur fahre. Ausreichend urlaubsreif fühle ich mich spätestens seit Ende des Landtagswahlkampfs, der meine Reserven endgültig aufgebraucht hat. Ich kann hier alles nicht mehr sehen und freue mich darauf, ins Meer zu schauen, über die Strandpromenade von Nizza zu flanieren und endlich vor der Polizeiwache in Saint Tropez zu stehen. Morgen fahren wir bis zur Jugendherberge in Lugano, am Samstag geht es weiter bis nach Vence. Da morgen auch die Fußball-WM beginnt, freue ich mich auch schon darauf, ein paar Spiele in französischen Kneipen zu sehen. Das beste sind aber 14 Tage ohne Arbeit und Alltagstrott, stattdessen umso mehr neue Eindrücke sammeln und das sprichwörtliche die Seele baumeln lassen.

Da ich mir einen kompletten Offline-Urlaub nicht mehr vorstellen kann, habe ich ein Reisetagebuch eingerichtet, auf dem ich Fotos und was sich sonst so ergibt veröffentlichen werde. So seid ihr fast live dabei und müsst euch nicht grämen, dass es hier nichts Neues gibt. Meldungen über neue Einträge gibt es über Twitter und Facebook, wahlweise könnt ihr auch den RSS-Feed des Blogs abonnieren. Bis demnächst und bleibt mir gewogen.