Orden des Leibowitz



12.05. 2010

Gedanken zum Wahlergebnis

Nach dem ersten Frust über das magere Wahlergebnis habe ich mir Gedanken gemacht, woran es gelegen haben könnte und ein paar gänzlich unsortierte Gedanken zusammengestellt. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit, sondern stelle alles vor, was mir halbwegs spontan eingefallen ist. Es soll auch bitte nicht als Bashing missverstanden werden. Ich finde es nur wichtig, alle möglichen Fehler zu sammeln, um sie zu berichtigen. Die Kommentare sind offen für alle, also ist Feedback erwünscht.

Taktische Wahl
Vielen ging es bei der Wahl darum, Rüttgers und die FDP abzuwählen. Ich weiß von mehreren Personen, dass sie deshalb SPD oder die Grünen gewählt haben, obwohl sie den Piraten inhaltlich näher standen. Man kann davon ausgehen, dass dadurch eine Menge Stimmen verloren gegangen sind.

Medien
In den großen Zeitungen wurde sehr wenig über die Piraten geschrieben, teilweise wurden wie in der WELT sogar Falschmeldungen über die Partei veröffentlicht.

Plakate
Ich habe von verschiedenen uns wohlgesonnen Personen gehört, dass sie die Plakate teilweise zu intellektuell fanden. Die Idee komplexe Inhalte über ein Plakat zu vermitteln ist zwar interessant, taugt aber wohl nicht für den Wahlkampf. Mir persönlich haben die Plakate der Grünen am besten gefallen, da sie einprägsam waren und eine kurze, deutliche Botschaft enthielten. Wir sollten uns in Zukunft in diesem Punkt von den Grünen inspirieren lassen.

Themenwahlkampf
Keine Köpfe, sondern das Programm zur Wahl stellen ist erstmal eine gute Idee. Ich glaube aber – und meine Erfahrungen aus dem Wahlkampf unterstützen das – dass die Wähler auch Köpfe haben wollen. Nicht wenige Wähler entscheiden danach, ob ihnen das Gesicht einer Partei sympathisch ist oder nicht. Deshalb sollten wir in Zukunft neben den thematischen Plakaten auch welche mit den Kandidaten aufstellen. Ebenso wichtig sind eigene Websites für die Kandidaten, wie es die meisten anderen Parteien haben.

Programm
Viele Wähler interessieren sich zur Zeit mehr für Arbeitsplätze, die Wirtschaftslage und den Krieg in Afghanistan. Dadurch konnte die Linke selbst mit ihrem platten Parolen punkten. Themen wie Datenschutz und Bürgerrechte stehen wohl nicht im Vordergrund. Zudem ist es wohl nicht ausreichend gelungen, das gesamte Programm der NRW-Piraten zu vermitteln.

Andersarteigkeit
Möglicherweise waren wir zu sehr darauf bedacht zu zeigen, dass wir eine “richtige” Partei wie alle anderen sind. Dadurch ist in den Hintergrund geraten, dass wir zwar eine richtige Partei sind, allerdings nach einem ganz neuen und einzigartigen Konzept arbeiten. Ich glaube, da haben wir Potential verschenkt.

Kernthemen
Durch den Bezug auf das erweiterte Wahlprogramm sind unsere ursprünglichen Kernthemen womöglich in den Hintergrund geraten. Ich will nicht sagen, dass wir unser Programm wieder verkleinern sollten, aber die Kernpunkte müssten wieder mehr propagiert werden.

Wahlwerbespot
Mir hat er recht gut gefallen, aber ich habe von verschiedenen Seiten gehört, dass er wie die Plakate zu intellektuell und zu brav war. Anscheinend müssen wir wieder frecher werden und gleichzeitig versuchen, auch Karl Arsch anzusprechen.

Vorstand
Ich persönlich hätte mir mehr Unterstützung vom NRW-Vorstand gewünscht. Damit meine ich nicht Auftritte in den Medien und auf Veranstaltungen im Wahlkampf, sondern eher moralische Unterstützung für die Kandidaten und Wahlkämpfer. Soweit ich es mitbekommen habe, kam da nichts und das fand ich sehr schade. Vielleicht habe ich es auch nur immer verpasst.

Unübersichtliche Websites
Ein altes Problem der Piraten. Die offiziellen Seiten der Piratenpartei sind reichlich unübersichtlich und einzelne Themen oft nur schwer zu finden. Zudem kam das Portal zum Wahlkampf relativ spät. Ich denke dass da Handlungsbedarf besteht. Inspiration in dieser Hinsicht könnte man sich von den Schweizer Piraten holen.

11.05. 2010

Was mit Tierbabies

In Cherl Kim ist PR-Manager von Samsung Everland, einer Art Disneyland in Südkorea. Anscheinend hat er viel Zeit, durch den hauseigenen Zoo zu streifen und unglaublich niedliche Tierbabies zu fotografieren. Seine Sammlung putziger Tierchen kann man bei Flickr bewundern. Schaut mal rein!

10.05. 2010

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Die Landtagswahl ist vorbei, die Ergebnisse stehen fest. Unser Direktkandidat Dirk Schatz hat 2 Prozent der Stimmen erhalten, die Piratenpartei ist in Hagen auf einen Stimmenanteil von 1,8 Prozent gekommen. Insgesamt erhielt die Piratenpartei in NRW 1,54 Prozent der Stimmen. Das Ergebnis in Hagen ist recht ordentlich und wohl nicht zuletzt unserem vollem Einsatz im Wahlkampf geschuldet. Die landesweiten 1,54 Prozent sind allerdings sehr enttäuschend und liegen weit hinter meinen persönlichen Erwartungen zurück. Dieses Ergebnis kann man sich nicht schön reden, es ist eine echte Wahlschlappe.

Aber Jammern hilft nicht. Ich für meinen Teil werde mögliche Gründe für das schlechte Ergebnis suchen und überlegen, wie man was verbessern kann. Ich halte unser “Produkt” immer noch für richtig, nur haben wir es wohl nicht geschafft, es den Wählerinnen und Wählern angemessen zu vermitteln. Nach der Wahl ist vor der Wahl, der Ball ist rund und weiter geht’s!

Update 12.5.: Unsortierte Gedanken zum Wahlausgang

07.05. 2010

Neue Links im Angebot

Die Macht der Blogger
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat vor der Wahl mit Affären zu kämpfen. Dennoch fasst ihn die etablierte Regionalpresse eher sanft an. Internetportale übernehmen die Recherche.

Koalition gegen kostenlose Telefon-Warteschleifen
CDU und FDP wissen, wie echter Verbraucherschutz funktioniert. Die Forderung der Grünen nach kostenlosen Warteschleifen haben sie deshalb kurzerhand abgelehnt.

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts hat der Millionär Albert Kahn zahlreiche Fotografen um die Welt geschickt, um autochrome Farbaufnahmen zu machen. Diese Aufnahmen haben einen ganz besonderen Reiz und zeigen wirklich eine vergessene Welt.

Die Wahrheit wird euch freimachen
Guter Artikel im Blog von Felix Neumann über das beschämende Verhalten des Bistums Regensburg gegenüber Bloggern, die auf das dortige Fehlverhalten hinwiesen.

Und nochmal Fotos: Dieses stammt aus dem Archiv des Life Magazines und ist Teil einer Sammlung sehr coole Kinderautos. Damit hätte ich früher mehr reißen können, als mit meinem Kettcar.

Rollenspiel Healing Blade
Kartenrollenspiele gibt es viele, doch dieses ist besonders. Es wurde von zwei Ärzten entworfen, um ihren Studenten beim Lernen zu helfen. Die Monster haben alle einen realen Krankheitserreger als Hintergrund und können nur mit echten Wirkstoffen bekämpft werden.

Zitag des Tages
Immer, wenn er unartig war, muss er für Frau @Leibowitz bügeln. Das macht ihn unglaublich sympathisch. – So bin ich noch nie empfohlen worden.

06.05. 2010

Interview mit Simone Brand von der Piratenpartei

Wen wählt man da eigentlich bei der Piratenpartei? Zum Beispiel Simone Brand, die als als Kandidatin in Bochum antritt. Im Interview berichtet sie, wie sie zur Piratenpartei gefunden hat und wie sie sich ihre politische Arbeit vorstellt. Das Video ist technisch nicht perfekt, aber es kommt doch schließlich auf die Inhalte an. Simone hat auch ein Benutzerprofil im Piratenwiki, außerdem ist bei Abgeordnetenwatch.de zu finden und natürlich twittert sie auch.

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03.05. 2010

Prinzessin Leia wäscht dein Auto

So kann Benefiz richtig Spaß machen: Die Spieleseite G4 hat kürzlich eine Autowaschaktion gestartet, bei der man sich den Wagen von attraktiven Damen in Prinzessin Leia-Kostümen waschen lassen konnte. Der Erlös dieses Waschtages ging an die Organisation Make a wish. Eine Menge Fotos könnt ihr bei G4 selbst ansehen, im YouTube Channel von Chris Gore gibt es ein paar nette Videos. [via]

01.05. 2010

Das gläserne Mobil in Hagen

Das gläserne Mobil der Piratenpartei in Hagen

Gestern war das Gläserne Mobil der Piratenpartei wieder zu Gast in Hagen. Das Mobil ist ein umgebauter Anhänger, der mit einer hübschen Wohnzimmereinrichtung ausgestattet ist. Durch die große Glasfront kann man darin persönlich das Gefühl erleben, auf Schritt und Tritt überwacht zu werden. Ich habe ein ganz kurzes Video erstellt, um euch einen kleinen Einblick in diese Aktion zu bieten. Da ich Nachtdienst hatte konnte ich nicht die ganze Zeit dabei sein, es muss aber zum späteren Abend recht lustig zugegangen sein. Ich hoffe, dass meine anwesenden Hagener Piraten noch ein paar Fotos von der Aktion veröffentlichen. Bis dahin muss eine gefilmte Minute genügen:

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28.04. 2010

Die Ergebnisse des Boobquake

Am letzten Montag fand das globale Experiment Boobquake statt, um herauszufinden, ob weibliche Brüste tatsächlich in der Lage sind ein Erdbeben auszulösen. Bei Facebook hatten sich dazu 213.440 Frauen angemeldet, zahlreiche Damen (wie zum Beispiel die Frau Leibowitz) werden einfach so teilgenommen haben und auch die Initiatorin Jen McCreight zeigte ein beeindruckendes Dekolleté. Doch nun zu den Resultaten: Dazu muss man wissen, dass jeden Tag eine gewisse Anzahl von größeren und kleinen Erdbeben stattfindet, die aber keinerlei Schaden anrichten. Am 26. April gab es 47 Erdbeben im normalen Bereich, also hatte der Boobquake keinen Einfluss auf die tektonischen Aktivitäten der Erde.

Einige Kritiker werteten ein Erdbeben in Taiwan der Stärke 6,5 als Beweis für die übernatürlichen Kräfte von weiblichen Brüsten. Doch statistisch gesehen passieren Erdbeben dieser Stärke ungefähr 147 Mal pro Jahr. Deshalb kann man nicht endgültig beweisen, dass dieses Beben durch den Boobquake entstand oder natürlichen Ursprungs ist. Man kann aber wohl mit ziemlicher Sicherheit die Aussage des iranischen Geistlichen Kasem Sedighi widerlegen, dass Frauen in unzüchtiger Kleidung (zumindest das, was der gute Mann für unzüchtig hält) Erdbeben verursachen würden. Allerdings scheint Jen McCreight noch weitere Experimente zu planen, um alle Ergebnisse hieb- und stichfest zu machen. Als Freund der Wissenschaften kann ich das nur unterstützen. Diese Art von Experimenten sollten solange fortgeführt werden, bis es wirklich absolut gesicherte Analysen gibt.

Alle Details im Blog von Jen McCreight
Hintergrundinformationen zum Boobquake
Jennifer McCreight bei Twitter

26.04. 2010

Quotenfrauen taugen nicht

Das ausgerechnet die CDU die türkischstämmige Muslisma Aygül Özkan als neue Sozialministerin ins niedersächsische Kabinett holte, war die politische Sensation der letzten Tage. Frau Özkan macht was her, denn sie kann beruflich wie politisch auf eine ansehnliche Karriere verweisen und macht schon im Vorfeld klar, dass ihr Kinder von Migranten besonders am Herzen liegen. Soweit so gut, die CDU ist eine Partei des 21. Jahrhunderts, die alle Kinder der Republik unabhängig von ihrer Abstammung ins Boot holt. Leider nicht ganz. Denn als Frau Özkan es wagte, die Trennung von Kirche und Staat konsequent einzufordern, indem sie sich gegen Kruzifixe und Kopftücher in öffentlichen Schulen aussprach, war es um sie geschehen. Die Empörung innerhalb ihrer Partei war so groß, dass sie letztendlich von ihrem Gönner Ministerpräsident Wulff gemaßregelt wurde. Zum Schluss hat sich die Vorzeigefrau für Karriere statt Rückgrat entschieden und ihre Äußerungen allesamt zurückgenommen.

Damit hat sich die CDU selbst ins Knie geschossen und bewiesen, dass Frau Özkan nichts weiter als eine Quotenfrau ist, die potentielle türkische Wählerstimmen locken soll. Gleichzeitig entlarvt die Partei mit dem C im Namen ihr eigenwilliges Weltbild. Einerseits betreibt sie eine Politik, die mit christlicher Nächstenliebe nicht im Entferntesten zu tun hat, macht aber aus einem nutzlosen Kruzifix im Klassenzimmer einen Staatsakt. Die CDU ist von einer modernen Partei weit entfernt und die Berufung von erbärmlichen Vorzeigefrauen macht es nicht besser. Nicht dass mir das schon lange bewusst war, aber durch die Affäre Özkan hat die CDU erneut bewiesen, dass sie mit der Realität in Deutschland nicht zurecht kommt.

26.04. 2010

Frühling der Freiheit – Nachschlag

Gestern habe ich noch weitere Bilder von der Demo Frühling der Freiheit am vergangenen Samstag bekommen. Wer hätte gedacht, dass ich mal mit einer orangefarbenen Blumenkette durch Düsseldorf marschiere? Hier geht es zum ersten Teil der Fotos.


Fotos: © Neele Grimm

punchintheface

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Falls du dich für die Piratenpartei interessierst, kannst du dich über unsere Aktivitäten in Hagen informieren oder einen Stammtisch in deiner Nähe besuchen. Klarmachen zum Ändern klappt nur mit deiner Hilfe :)

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