Alles in Butter

Eine Packung ButterWinterbutter ist eher von fester Konsistenz, während sich Sommerbutter leichter verstreichen lässt. Das liegt daran, dass die Kühe im Winter Heu essen und im Sommer auf Weiden grasen können. Jetzt haben Sie für den heutigen Tag schon etwas gelernt, aber es das war noch nicht alles. Im vergangenen Nachtdienst habe ich mich nämlich mit einigen Patienten über widerliche Arbeitsunfälle unterhalten. Einer von ihnen hat früher bei einem in NRW bekannten milchverarbeitenden Unternehmen gearbeitet, in dem auch Butter hergestellt wird. Um den schon erwähnten Unterschied zwischen Sommer- und Winterbutter zu vermeiden, friert man einfach die Hälfte der jeweiligen Butter ein und vermischt sie, um eine gleichbleibende Qualität zu bekommen. Zum Vermischen werden riesige Brocken gefrorener Butter in einen noch viel größeren Tank geworfen und mit Hilfe von unglaublich scharfen rotierenden Messern umgewälzt. Ein unachtsamer Kollege meines Patienten wollte die Konsistenz der Masse kontrollieren und griff dazu in eine Öffnung des Tanks ohne sich vorher zu vergewissern, dass die Klingen abgeschaltet sind. Das Ergebnis waren vier in sekundenschnelle abgetrennte Finger, die auf diese Weise in dem Buttertank landeten.

Nun ging es hierbei nicht um ein paar Liter sondern gleich um einige tausend Liter Butter, die natürlich auch einen entsprechenden Marktwert haben. Also entschloss man sich nach einigem Abwägen dazu, die gesamte Maschine noch eine Zeit lang auf Hochtouren laufen zu lassen, bis sich auch der kleinste Fingerknorpel in die homogene Masse eingefügt hatte. So wird es seinerzeit ein paar Kunden in Deutschland gegeben haben, die sich über eine leichte rötliche Färbung in ihrer Butter wunderten. So war man froh, eine gesamte Tagesproduktion gerettet zu haben, nur der etwas voreilige Kollege konnte sich darüber nicht recht freuen.



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