Orden des Leibowitz



31.12. 2009

Einen für Silvester

Wieder mal Zeit für den letzten Eintrag des Jahres. Ging das Jahr eigentlich nur für mich so schnell vorbei, oder habt ihr das auch so erlebt? Ich möchte mich jedenfalls artig bei meinen Leserinnen und Lesern bedanken, dass ihr diesem Weblog ein weiteres Jahr die Treue gehalten habt. Ich wünsche euch einen schönen Silvesterabend, was immer ihr auch treibt, einen guten Rutsch und fürs neue Jahr natürlich alles Gute. Ich bin zwar schon seit langem kein großer Optimist mehr, was Prognosen für die Zukunft angeht aber mehr als abwarten bleibt uns ja sowieso nicht. Ich werde die diesjährige Silvesternacht auf der Arbeit mit den lieben Patienten verbringen. Deshalb könnt ihr euer Glas nachher vielleicht auch auf die vielen Menschen erheben, die heute Nacht irgendwo arbeiten müssen. Ich stoße dann morgen Früh mit einem Bierchen auf 2010 an. Gehabt euch wohl und wir lesen uns im nächsten Jahr wieder.

31.12. 2009

The same procedure as every year!

Miss Sophie feiert ihren 90. Geburtstag. Wie in jedem Jahr lädt sie dazu ihre vier engsten Freunde ein: Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom. Diese sind alle bereits verstorben, weshalb Butler James ihre Rollen übernehmen muss. Ohne Dinner for One aus dem Jahr 1963 wäre Silvester einfach nicht vollständig.

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30.12. 2009

Ein zweiter Zwischenstand

Wie ich neulich berichtete, hat sich auf meinen Eintrag über die unliebsame Durchsuchung der Hagener Polizei, ein Redakteur der Westfalenpost bei mir gemeldet. Heute Nachmittag war er bei mir zu Hause, um einen Artikel darüber vorzubereiten. Mein erster Eindruck war durchaus positiv, denn der Mann ist sympathisch und er hatte sich schon ein wenig auf unsere Gespräch vorbereitet. Ich habe nicht den Eindruck, dass es ihm nur um eine reißerische Story geht, denn er wies gleich darauf hin, wie heikel die Angelegenheit ist. Denn machen wir uns nichts vor, erstmal steht ja nur meine Anschuldigung im Raum. Da kann ich es gut verstehen, wenn ein Journalist zuerst vorsichtig an die Sache heran geht, um Peinlichkeiten für die Zeitung zu vermeiden. Trotzdem glaube ich aber, dass er die Geschichte ernst nimmt und mir Glauben schenkt. Er will im nächsten Schritt ein paar Fragen an die örtliche Dienststelle der Polizei stellen, und ich werde ihm Kopien der Unterlagen, die wir nach dem Einsatz erhalten haben geben. Zudem wird er Einsicht in meine Akte der Polizei bekommen, sobald der Anwalt sie angefordert hat.

Außerdem habe ich heute während der Arbeit zufällig ein weiteres Detail erfahren (kann ich natürlich nicht veröffentlichen), weshalb ausgerechnet ich ins Visier der Ermittler geraten sein könnte. Denn wie ich aus absolut unbestätigten Gerüchten erfahren konnte, bin ich bisher wohl der einzige Mitarbeiter, bei dem eine Durchsuchung vorgenommen wurde. Ich bin wirklich gespannt zu erfahren, weshalb die Ermittler davon ausgehen, dass ich die Tat begangen habe. Ich denke, im neuen Jahr wird sich weiteres ergeben und dann werde ich natürlich darüber berichten. Bis dahin weiterhin vielen Dank für euer Interesse an meinem Fall.

28.12. 2009

Marie – Eine Kurzgeschichte

Das Weihnachtsfest liegt hinter uns und in den Geschäften tummeln sich die Menschen um ihre Geschenke umzutauschen. Doch da die Weihnachtszeit noch lange nicht vorbei ist, sondern gerade erst begonnen hat, ist es nicht zu spät für eine kleine Weihnachtsgeschichte. Gelesen wird sie vom Autor Tobias Faix selbst und dauert nur knapp drei Minuten. Die Geschichte stammt aus seinem neuesten Buch Würde Jesus bei IKEA einkaufen?

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26.12. 2009

Bloggen mit WP2Go

Ich habe mir gerade WP2Go aus dem Android-Market auf mein neues HTC Hero, dass mir das freundliche Christkind gebracht hat geladen. Mit diesem kleinen Programm kann man Einträge in einem Wordpress-Blog vom Telefon aus schreiben. Die Oberfläche ist sehr übersichtlich und einfach zu bedienen. Es gibt die Möglichkeit Fotos einzubinden sowie die wichtigsten Optionen, den Text zu formatieren. Der fertige Text kann den vorhandenen Kategorien zugeordnet und mit Tags versehen werden. Will man den Eintrag noch nicht veröffentlichen, kann er auch erst gespeichert werden.

Sicher ist bloggen über eine Touchscreen-Tastatur nicht die beste Methode um einen Eintrag zu schreiben und garantiert nicht die schnellste. Doch für unterwegs ist es genau dass, was ich gesucht habe. Zudem ist diese nette kleine App auch noch kostenlos.

24.12. 2009

Frohe Weihnachten

Wie in jedem Jahr kam auch dieser Heiligabend wieder etwas überraschend auf mich zu. Doch dank der Unterstützung des lieben Kindes konnte es gelingen, dass ich kurz vorm Fest tatsächlich alle meine Geschenke zusammen hatte. Unser Baum steht geschmückt im Wohnzimmer und Frau Leibowitz hat wieder zahlreiche Köstlichkeiten zubereitet. Weihnachten kann also kommen. Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest und viele Geschenke. Zankt euch nicht und denkt daran, dem Weihnachtsmann eine Flasche Bier vors Haus zu stellen.

23.12. 2009

Ein erster Zwischenstand

Hier mal ein kleiner Zwischenstand der Reaktionen auf meinen Eintrag über das Erlebnis mit der Hagener Polizei. Hier im Blog gab es viele aufmunternde Kommentare (Dankeschön!) und Trackbacks aus anderen Blogs, die den Eintrag verlinkt haben. Die Retweets meiner Meldung bei Twitter kann ich längst nicht mehr zählen und sogar Gulli.com hat darüber berichtet. Zudem hat sich gestern ein Redakteur der Westfalenpost per E-Mail bei mir gemeldet, der die Geschichte veröffentlichen möchte. Ich werde ihn heute anrufen um weiteres zu erfahren. Ich denke dafür, dass ich die Geschichte erst am Montag veröffentlicht habe, ist das doch ein gutes Zwischenergebnis.

Ich möchte auch allen danken, die mir Hinweise zu Gerichtsurteilen in ähnlichen Fällen gegeben haben. Einige davon lesen sich für mich sehr positiv, andere wiederum nicht. Für mich als Laie ist die gesetzliche Lage daher absolut undurchschaubar. Ich habe mir deshalb eifrig Notizen gemacht, die ich dem Anwalt vorlegen werde. Alle weiteren Schritte möchte ich ganz in Ruhe überdenken, da eine Sache sobald sie vor Gericht ist weitreichende Folgen haben kann. Versteht mich nicht falsch, sollte es eine Möglichkeit mit Aussicht auf Erfolg geben, gegen diese Aktion vorzugehen, möchte ich sie auch in Anspruch nehmen. Nur da das Kind jetzt sowieso in den Brunnen gefallen ist, kommt es auf etwas Zeit für gründliche Überlegungen nicht an. Momentan kommt es mir als ersten Schritt darauf an, die Geschichte öffentlich zu machen. Im Netz ist der Stein ins Rollen gekommen und eine Veröffentlichung in den Offline-Medien kann es nur besser machen.

Zum Schluss noch kurz etwas zu meiner momentanen Gemütslage, da mich mehrere Leute darauf angesprochen haben. Mir geht es mit der ganzen Sache natürlich nicht gut. Die regelmäßigen Leser werden wissen, dass ich seit geraumer Zeit unter einer Depression leide, die sich durch diesen Vorfall nicht gerade verbessert hat. Das ärgert mich besonders deswegen, da ich vor dieser unseligen Angelegenheit einige Schritte in Angriff genommen hatte, die mir seit langem mal wieder Hoffnung auf eine Besserung gegeben haben. Jetzt sind die alten Schlafstörungen wieder am Start und bei jedem Klingeln an der Tür geht mein Puls automatisch auf 130, um nur zwei der geringsten Auswirkungen zu benennen. Auch deswegen und nicht nur um der Tat selbst willen, ist es mir ein Anliegen darauf aufmerksam zu machen. Da meine Geschichte ja beileibe kein Einzelfall ist, ermuntert es vielleicht auch andere auf ihren Fall aufmerksam zu machen. Deshalb vielen Dank für alle Reaktionen und ich werde euch über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden halten.

20.12. 2009

Was mit Polizei und Bürgerrechten

Letzten Montag gab es für mich eine vorweihnachtliche Überraschung der besonderen Art. Morgens kurz nach 8 Uhr wurden Frau Leibowitz und ich durch wüstes Sturmklingeln an der Haustür geweckt. Wie meistens war sie schneller aus dem Bett als ich und öffnete die Tür. Damit begann unser morgendlicher Albtraum. Während ich versuchte in eine Jeans zu kommen, stürmten drei Herren und eine Dame der Kriminalpolizei wie ein Rollkommando unsere Wohnung und trieben uns in die Küche. Von dem Lärm geweckt kam auch die Tochter von Frau Leibowitz aus ihrem Zimmer und wurde ebenfalls in der Küche festgehalten. Richtig vorgestellt hat sich von der Polizei eigentlich niemand, der Leiter der Aktion brüllte nur irgendwas von Durchsuchungsbefehl und dass wir uns viel Ärger ersparen könnten, wenn wir alles sofort zugeben. Bis dahin hatte ich keinen blassen Schimmer um was es überhaupt ging, deshalb fragte ich nach, weshalb sie morgens in unsere Wohnung eindringen würden. Als ich den Grund erfuhr, wurde mir zwar einiges klar, fassungslos war ich aber immer noch. Neulich wurde im Krankenhaus in dem arbeite eingebrochen und anscheinend bin ich derart verdächtig, dass man Ermittlungen gegen mich eingeleitet hat. Ich weiß natürlich ein paar mehr Details, die darf ich aber während der laufenden Ermittlungen nicht veröffentlichen.

Da standen wir also frisch aus dem Bett gescheucht mit der Polizei in der Küche und wussten nicht recht, wie uns geschah. Ich für meinen Teil muss nach dem Aufstehen erstmal meine Blase erleichtern, weshalb ich das den Herren mitteilte und ins Badezimmer gehen wollte. Sofort versperrten sie mir zu zweit den Weg, und brüllten mich an, dass das jetzt nicht gehe, denn vorher müsste der Raum durchsucht werden. Auf meine Nachfrage, warum sie sich nicht wie normale Menschen benehmen könnten und weshalb sie mir das Recht vorenthalten, in meiner Wohnung die Toilette aufzusuchen, bekam ich lediglich zur Antwort man könne mich schließlich auch einfach zu Boden werfen und mir Handschellen anlegen, wenn ich mich jetzt nicht ruhig verhalten würde. Danach durchsuchte einer der Beamten die äußerst verdächtigen Kosmetikartikel meiner Damen, während ein anderer mich abtastete. Bevor er in meine Hosentaschen griff fragte er noch süffisant, ob ich irgendwelche scharfen Gegenstände wie Spritzennadeln darin hätte. Nach dieser peinlichen Prozedur wollte ich dann endlich im Bad verschwinden, als man mir mitteilte, dass die Tür aber geöffnet bleiben müsste. Das ich unter diesen Umständen nicht mehr Pinkeln wollte und konnte, kommentierte einer der Beamten mit den Worten: “Der wollte ja eh nur auf cool machen”.

Frau Leibowitz, die außer dass sie mit mir in einer Wohnung lebt, nichts mit der Sache zu tun hat, erging es nicht viel besser. Auch ihr verweigerte man den Toilettengang und untersagte ihr sogar sich etwas anderes anzuziehen. Schließlich hatte sie nur ihr Nachthemd an und es standen vier fremde Personen, darunter drei Männer in der Wohnung. Der Beamte der mich durchsucht hatte, meinte nur dass sie sich gerne bei geöffneter Tür umziehen könnte, er würde sich auch umdrehen. Dabei war eine Beamtin anwesend, die mit ins Schlafzimmer hätte gehen können. Das wäre zwar immer noch demütigend gewesen, sie hätte sich aber wenigstens nicht mehr in Nachtwäsche präsentieren müssen. Immerhin erlaubten sie ihrer Tochter, die sich nach einiger Zeit mit einem dringenden Bedürfnis meldete, ungefilzt und alleine die Toilette aufzusuchen.

Jetzt begann die Durchsuchung der Wohnung, vor der uns die Beamten sagten, dass sie nach Tresorschlüsseln und nach Schleifscheiben für einen Winkelschleifer suchen würden. Unsere Sachen durchwühlten sie aber recht halbherzig, denn sie nahmen sich hauptsächlich meinen Schreibtisch und den Schrank im Arbeitszimmer vor. Die Seriennummer meines Laptops haben sie sicherheitshalber auch aufgeschrieben, dabei hätten sie einfach nur nach dem Kassenzettel fragen können, den ich immer noch aufbewahre. Ich hatte den Eindruck, diese Ermittler sind davon ausgegangen, dass man Schlüssel und Schleifscheiben ausschließlich im Arbeitszimmer versteckt aber auf gar keinen Fall im begehbaren Kleiderschrank, Schlaf- oder Wohnzimmer. Nachdem sie natürlich nichts gefunden haben, wollte man noch die Außenbereiche der Wohnung inspizieren. Mit einer Taschenlampe leuchteten sie den Schuppen, in dem wir das Kaminholz lagern aus, rührten aber keinen der Holzscheite unter denen man ja prima etwas hätte verstecken können an. Im Keller angelangt stellte der Leiter der Durchsuchung fest, dass diese Räumlichkeiten für jedermann zugänglich seien, wozu wir ihm beipflichten mussten. Dann fragten sie nach ob wir im Besitz eines Winkelschleifers wären. Daraufhin übergaben wir die Flex vom Schwiegervater in spe, der man schon ansah, dass sie seit einiger Zeit nicht mehr benutzt worden war. Trotzdem wurde die Flex samt der beiliegenden Schleifscheiben eingehend untersucht und wahrscheinlich als mögliches Beweismittel gegen mich sichergestellt.

Zum Abschluss sollte mir als Verdächtigen auf richterliche Anordnung eine DNA-Probe entnommen werden. Da ich mit dem Diebstahl nichts zu tun habe und nach dem bisherigen Verhalten der Polizei mittlerweile Angst hatte, habe ich ihnen das bisschen Spucke überlassen. Der Beamte der mir die Wattestäbchen in den Mund steckte, war nur sichtlich verärgert, dass ich mir alle schriftlichen Belehrungen über die Entnahme von DNA durchgelesen habe und die Speicherung meiner Probe zum Vergleich mit weiteren Straftaten verweigerte. Damit war der zweistündige Spuk vorbei und die Polizei verließ das Haus. Auf meine letzte Anfrage nach Namen und Dienstnummern der beteiligten Beamten bekam ich lediglich den genervten Hinweis auf ein Formular zur Durchsuchung, auf dem der Name des Leiters und der Beteiligten stehen würde.

Ich muss zugeben, dass ich nach dieser Aktion regelrecht unter Schock stand. Was da eigentlich passiert ist, wurde mir erst in vollem Ausmaß in den letzten Tagen klar, deshalb war es die letzte Woche auch so still in diesem Blog. Nachdem wir uns also etwas gesammelt hatten, stellte Frau Leibowitz fest, dass die Polizei widerrechtlich in unserer Wohnung war. Man hatte uns zwar ständig einen richterlichen Beschluss vor die Nase gehalten, wir hatten aber zu keiner Zeit die Gelegenheit, ihn uns richtig durchzulesen. Darin wird nur die Entnahme meiner DNA angeordnet, eine Durchsuchung der Wohnung wird nicht erwähnt. Die Polizei ist also ohne richterlichen Beschluss in unsere intimste Privatsphäre eingedrungen, hat in unseren Sachen gewühlt und unsere Bürgerrechte beschnitten. Dazu kommt noch das unverschämte Verhalten der Beamten, das selbst bei einer rechtlich korrekten Durchsuchung inakzeptabel gewesen wäre.

Da wir in einem Rechtsstaat leben sollte man nun erwarten können, dass man gegen eine Solche Behandlung Beschwerde einreichen könnte. Dem ist aber nicht so. Wir haben natürlich einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der hat uns aber wenig Aussicht auf Erfolg gegeben. Denn es gibt ein paar Urteile im Zusammenhang mit der Fahndung nach Terroristen der RAF aus den 1970er Jahren, die Wohnungsdurchsuchungen ohne richterliche Anordnung nachträglich für Rechtens erklärt haben. Bis letzten Montag dachte ich noch, das wir halbwegs in einem Rechtsstaat leben würden und man solange als unschuldig gilt, bis man rechtskräftig verurteilt worden ist. Das Verhalten der Polizei und die Urteile unserer Richter haben mich aber inzwischen eines besseren belehrt. So wie es aussieht gibt es keine rechtliche Möglichkeit dagegen vorzugehen, deshalb bleibt mir nur der Weg die Sache öffentlich zu machen. Da man nicht alles glauben soll was in Blogs steht, versichere ich dass sich die Aktion wie von mir beschrieben zugetragen hat und alle Unterlagen unserem Anwalt vorliegen. Über weitere Ergebnisse der Ermittlungen werde ich euch auf dem Laufenden halten.

13.12. 2009

Mitgliederversammlung der Piraten Hagen 2009

Mitgliederversammlung der Piratenpartei Hagen 2009

Es ist vollbracht. Unser Einstand, die Mitgliederversammlung zur Wahl der Direktkandidaten für die kommender Landtagswahl in NRW ist reibungslos über die Bühne gegangen. Bis auf kleinere Schwierigkeiten, wie ein zu Anfang fehlender Druckertreiber hat die gesamte Organisation ziemlich gut funktioniert. Ich bin für die Veranstaltung sogar für so wichtige Ämter wie die stellvertretende Vertrauensperson und bei der zweiten Wahl als eine der zwei Personen, die das ganze hinterher eidesstattlich unterschreiben gewählt worden. Ihr sollt ja nicht glauben, dass so eine Wahl unkompliziert sei, denn es gilt eine ganze Menge Vorschriften für Parteien einzuhalten. Dazu gehört eben, dass vorher ein Versammlungsleiter, ein Wahlleiter und andere Posten gewählt werden müssen, damit die Veranstaltung auch für den Gesetzgeber korrekt abläuft. Unsere organisatorische Feuertaufe haben wir also bestanden, hier sind ein paar Fotos der Veranstaltung:

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11.12. 2009

Von der Parteiarbeit

Am Samstag ist es endlich soweit: Auf einer Mitgliederversammlung für die Piraten aus der Region werden die zwei Direkt­kan­di­­daten für Hagen, Brecker­feld, Ennepe­tal und Gevels­berg zur Land­tags­wahl 2010 in NRW gewählt. Was erstmal recht unspektakulär nach einer unbedeutenden Wahl in der Provinz klingt, bedeutete im Vorfeld eine Menge Organisation und vor allem Zeitaufwand. Da wir bei den Piraten Hagen alle noch Neulinge im politischen Gewerbe sind, mussten wir uns über den genauen Ablauf einer solchen Wahl erst kundig machen. Denn vor die Parteiarbeit hat der Gesetzgeber eine Menge Vorschriften gesetzt, die es einzuhalten gilt. Das fängt schon mir der korrekten Einladung aller Mitglieder an (zum Glück kann man alle Piraten per E-Mail benachrichtigen), bis hin zur richtigen Abfolge der Wahl nach den einzelnen Wahlkreisen, die nicht gleichzeitig stattfinden darf. Dazu kommt noch der gesamte organisatorische Aufwand, denn für eine Mitgliederversammlung braucht es einen passenden Raum, etwas Technik muss besorgt werden und jemand muss auch eine Kaffeemaschine mitbringen. Zusätzlich muss auch eine Pressemitteilung geschrieben und brauchbare Wahlkarten entworfen werden, es soll ja schließlich nicht wie die Wahl eines Klassensprechers aussehen. Von den vielen Diskussionen, die eine basisdemokratisch organisierte Partei mit sich bringt, ganz zu schweigen.

Die ganzen Vorbereitungen wird man der Veranstaltung wahrscheinlich nicht anmerken, aber genau das ist Parteiarbeit. Ich weiß nicht wie solche Dinge in anderen Parteien gehandhabt werden, aber ich vermute einfach, dass durch die längere Erfahrung alles etwas leichter von der Hand geht. Aber genau dieses Neuland und ein gewisses Maß an Improvisation ist es was mir bei den Piraten gefällt. Nicht nur dass sie von der gesamten Ausrichtung eine ganz neue Art von Partei ist, wird sie von der Basis her von Menschen am Laufen gehalten, die vorher in der Regel nichts mit dem politischen Geschäft zu tun hatten. Und das funktioniert auch noch. Die etablierten Parteien vermitteln oft den Eindruck, es bräuchte eine Art herrschende Klasse um Politik zu organisieren. Das stimmt aber nicht. Jede Frau und jeder Mann kann Politik gestalten, man muss sich nur aufraffen.

Die Wahl der unserer Direktkandidaten ist bestimmt nicht das große politische Ding, doch für uns in Hagen war es die erste Herausforderung. Wir haben mit relativ wenigen aber dafür engagierten Leuten eine Mitgliederversammlung organisiert. Dann bekommen wir auch den Rest auf die Reihe. Falls du in der Nähe wohnst und Lust hast, ein paar Piraten aus der Nähe zu betrachten, kannst du gerne bei der Veranstaltung vorbeikommen. Du erkennst mich an dem tollen Namensschild. Die haben wir extra besorgt.

09.12. 2009

Die Grünen und die Gleichberechtigung

Anika hat sich etwas näher mit der Satzung der Grünen und deren Umgang mit der Gleichberechtigung auseinandergesetzt. Das ist insofern interessant, da die Piratenpartei vor einiger Zeit ja aus genau diesem Grund kritisiert worden ist. Die genauen Gründe habe ich ehrlich gesagt schon wieder vergessen, da bei den Piraten alle gleich behandelt werden. Aber zurück zu den Grünen. In ihrer Satzung findet sich zum Beispiel folgendes:

Redelisten werden getrennt geführt, Frauen und Männer reden abwechselnd. Ist die Redeliste der Frauen erschöpft, ist die Versammlung zu befragen, ob die Debatte fortgesetzt werden soll.

Welche Auswüchse solche Bestimmungen haben, zeigt ein Bericht vom Sonderparteitag der Grünen in Neumünster im August. Dort mussten die Männer während einer laufenden Debatte den Saal verlassen, weil es nur noch männliche Redner zum Thema gab. Die Frauen haben dann darüber entschieden, ob noch weiter diskutiert werden soll oder nicht. Von Gleichberechtigung und Demokratie ist das weit entfernt und widerspricht auch eindeutig dem, was in unserem Grundgesetz in Artikel 3 festgelegt ist. Noch hanebüchener als dieser Teil der Satzung sind aber die Reaktionen einiger Grüner Frauen auf Anika’s Artikel, die sie Gottseidank nur teilweise veröffentlicht hat:

Bist du dir sicher, das du eine weibliche Frau bist? Frauen werden in unserer Gesellschaft unterdrückt und die Grünen wirken dem, mit ihrer Satzung, glücklicherweise entgegen.

Weibliche Frau? Dazu muss man wirklich nichts schreiben. Auch schön ist folgendes Zitat:

Mit deinen frauenfeindlichen Beiträgen schadest du der Frauenbewegung. Ich hoffe, dass du es irgendwann mal merkst, dass wir Frauen, auch du, unterdrückt werden. Dies fängt mit dem Türaufhalten an. Dagegen müssen wir ankämpfen…

Beim ersten Lesen dieser Zeilen musste ich zwar noch herzlich über diesen Schwachsinn lachen, doch eigentlich ist es doch eher traurig. Anstatt sich um die Schwerpunkte zu kümmern, in denen Frauen auch heutzutage noch benachteiligt sind, beißen sich die Grünen Damen anscheinend an Themen fest, die seit mindestens 20 Jahren überholt sind. Bei der Gleichberechtigung halte ich es wie bei den Schweizer Minaretten: Man kann kein Unrecht mit einem anderem gerade biegen. Was bin ich froh, dass solche Themen bei den Piraten bisher kaum eine Rolle gespielt haben, weil die Gleichberechtigung von Mann und Frau als selbstverständlich erachtet wird. Und natürlich werde ich Frauen weiterhin die Tür aufhalten und die Jacke reichen, weil sich das einfach für einen Mann gehört. Die Damen von den Grünen können sich ja vorher bemerkbar machen, dann lasse ich ihnen auch ungern die Tür vor der Nase zuschlagen.

Anika’s Exkursion in die Satzung der Grünen
Einige Reaktionen auf ihren Artikel

07.12. 2009

Internetnutzer sollen GEZ-Vollzahler werden

Werfen wir mal – nur so aus Neugier – einen Blick auf das Programm von drei öffentlich-rechtlichen TV-Sendern. Am vergangenen Samstag gab es zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr folgendes zu sehen: Auf ARD lief die Eigenproduktion eines langweiligen Krimis, im ZDF konnte man die ewige Nervensäge Thomas Gottschalk samt der Vorzeigeblondine Michelle Hunziker bei Wetten dass? bewundern und im WDR lief ein deutsches Melodram aus der Notaufnahme eines Krankenhauses. Es hätte aber auch genauso gut ein fröhlicher Abend mit Volksmusik oder wahlweise eine neue Folge des Traumschiffs laufen können. Auf den Punkt gebracht ist das Programm von ARD und ZDF zu 90 Prozent Mist, zumindest für Menschen in meinem Alter. Das gesamte Programm – mal abgesehen von einigen Ausnahmen – lässt einen nicht unbedingt in der Gewissheit, seine Rundfunkgebühren für einen guten Zweck bezahlt zu haben.

Nun beraten die Ministerpräsidenten über eine Neuregelung der Gebühren, um auch bei denjenigen voll abzukassieren, die zwar keinen Fernseher aber dafür einen Computer oder ein Handy besitzen. Bisher musste diese Gruppe nur einen verminderte Gebühr für Internetgeräte von 5,76 Euro bezahlen. In Zukunft soll auch sie mit dem vollen Tarif von rund 18 Euro pro Monat zur Kasse gebeten werden. Zusätzlich wird die Beweislast umgekehrt, der Gebührenpflichtige muss nachweisen, dass er keines der Geräte besitzt – nicht mehr die GEZ. Damit soll die ohnehin fragwürdige Zwangsabgabe für staatliches Fernsehen und Rundfunk auch denen voll aufgebürdet werden, die überhaupt keinen Fernseher besitzen.

Sollte das tatsächlich so kommen, müssten die Öffentlich-Rechtlichen im Gegenzug ihr Angebot im Internet deutlich erweitern. Ich erwarte da mindestens ein Online-Archiv aller Sendungen ohne eine zeitliche Beschränkung. Außerdem eine Möglichkeit zum Download in verschiedenen Datei-Formaten, die alle Betriebssysteme berücksichtigt. Zudem müsste eine Website mit angepassten Videos für Smartphones geschaffen werden. An sich sollten diese Möglichkeiten auch jetzt schon existieren aber erst recht, wenn man von reinen Internetnutzern Geld verlangen will. Genaugenommen müsste die GEZ-Gebühr komplett abgeschafft werden, denn wenn der Staat sich eigene Fernseh- und Radiosender leisten will, soll er sie auch selbst bezahlen. Das Geld dafür ist vorhanden, es müsste nur anders eingesetzt werden. [via]

07.12. 2009

Jingo de Lunch – Peace of mind

Jingo de Lunch 1989 in Dortmund

Es war ja nicht alles schlecht 1989. Dieses Konzert von Jingo de Lunch in Dortmund zum Beispiel. Frau Ducksworth ist auch eine der wenigen, die heute immer noch so abrocken wie vor 20 Jahren. Auf der Website der Band gibt’s noch mehr zum Reinhören.

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06.12. 2009

Spaß mit Ameisen

Die Tage haben Frau Leibowitz und ich auf Arte eine Doku über Ameisen gesehen. Darin haben sie allerlei lustige Dinge mit den Tierchen angestellt. Eine wurde an einen winzigen Draht aufgehängt und musste auf einem kleinen roten Ball laufen, eine andere wurde auf einem Plastikstab zu einem Tropfen Zuckerwasser geschickt und musste dann auf dem Rückweg über eine kleine Wippe gehen, auf der sie gewogen wurde. Da fiel uns auf, dass so ein Leben als Insektenforscher nicht so langweilig ist, wie man vielleicht denkt. Immerhin kann man den ganzen Tag Spielsachen für Ameisen bauen und die Viecher darauf herumtoben lassen. Wir haben uns dann vorgestellt, wie die geplagten Wissenschaftler nach 8 Stunden Spielen nach Hause kommen und ihren Frauen, die den ganzen Tag geputzt, eingekauft und Kinder gehütet haben, von ihrem anstrengenden Tag erzählen: “Also Schatz, dieses wissenschaftliche Projekt. Du machst dir keine Vorstellungen…”

06.12. 2009

Vom MacBook zum Desktop-Mac

Was böte sich an einem verregneten Sonntag mehr an, als endlich mit dem seit langem geplanten Umbau eines MacBooks zu beginnen? Das Gerät hat eine defekte Tastatur und auch der Akkubetrieb funktioniert nicht mehr. Deshalb will ich es in einen Desktop-Mac für Frau Leibowitz umbauen, weil das hübscher aussieht als ein kaputtes Notebook mit Monitor dran. Erstmal muss das MacBook aber auseinandergebaut werden. Dabei habe ich nochmals festgestellt, dass die Leute bei Apple wirklich gute Arbeit geleistet haben, denn in dem Gehäuse ist kein Millimeter Platz verschenkt worden. Etwas kompliziert war nur der Abbau des Displays vom restlichen Gehäuse. Da waren eine Menge versteckter Schrauben zu lösen.

Display und Lower Case getrennt

Hier hätten wir dann links das Display und rechts das Lower Case mit Motherboard und CD-Laufwerk. Der eigentliche Herz des Notebooks ist bloß ca. 16cm lang und 12,4cm breit. Dadurch wird Platz im engsten Raum für das zweite Leben des MacBooks.

Das Radio in den der Mac rein soll

In diesem Radio soll der Mac seine Wiederauferstehung als Desktop-Computer erleben. Mir gefällt das Retrodesign und außerdem ist ein normales Radio heutzutage ziemlich unnütz, da ich Radio sowieso nur über Internet höre. So braucht es nicht mehr in der Ecke zu verstauben, sondern kann sich weiterhin nützlich machen.

Das leere Gehäuse des Radios

Bisher habe ich das Innenleben des Radios ausgebaut und die Anordnung für den Einbau von Motherboard und Festplatte überlegt. Das CD-Rom-Laufwerk werde ich wohl weglassen, da man es nicht sehr häufig braucht. Vielleicht gibt es ja externe Gehäuse, in das ich das Laufwerk einbauen kann. Etwas spannend wird noch der Schalter zum Ein- und Ausschalten, da habe ich bisher nur eine Idee, weiß aber noch nicht, wie man sie umsetzen kann. Aber da wird mir schon noch etwas einfallen. Morgen muss ich dann zum Baumarkt um mir eine kleine Handstichsäge zu besorgen. Damit muss ich die Öffnung für Strom, USB-Anschlüsse usw. aussägen. Ich halte euch auf dem Laufenden.

punchintheface

Zumindest bist du am Ende dieser Seite angelangt, deshalb noch schnell das Kleingedruckte:

Dieses Weblog wird von Site 5 in den USA gehostet und mit dem wunderbaren WordPress betrieben. Das Aussehen dieser Website basiert auf dem ebenso wunderbaren Theme Old Popular Yolk von Joshua Goodwin. Bearbeitet und mit Inhalten befüllt wird dieses Blog mit Hilfe des einzigartigen Puppy Linux.

Informationen über den Autor dieses Blogs findest du an dieser Stelle und wenn du mehr über Sankt Leibowitz erfahren möchtest solltest du hier klicken. Bei Fragen oder Hinweisen kannst du mir gerne eine E-Mail an sanktleibowitz@gmail.com senden oder das Kontaktformular benutzen. Alle weiteren vorgeschriebenen Informationen findest du im Impressum und der Datenschutzerklärung.

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