Orden des Leibowitz



09.09. 2009

Piraten und die Frauenfrage

Über diesen Artikel bei Felix bin ich auf die gerade laufende Diskussion zur Geschlechterfrage innerhalb der Piratenpartei aufmerksam geworden, die bisher an mir mir vorbeigegangen ist. Wenn ich es richtig verstanden habe, wird den Piraten von einigen Frauen der Vorwurf gemacht, dass sie bisher mehr männliche als weibliche Mitglieder haben und das es im internen Sprachgebrauch keine “Piratin” gibt, sondern der Begriff “Pirat” für alle gilt. Das geht soweit, dass Antje sich dazu versteigt, die Piratenpartei als sexistisch zu diffamieren und sie für Feministinnen als unwählbar zu erklären (macht sie doch nicht). Ich muss zugeben, dass mich derlei Diskussionen immer ein wenig fassungslos zurücklassen, weil ich einfach nicht den Hauch für Verständnis dafür aufbringen kann. Zudem wenn auch noch behauptet wird dass man die Ziele der Partei eigentlich gut findet, sie aber aus oben genannten Gründen nicht wählen würde. Deshalb freue ich mich sehr über Artikel wie die von Elle oder Mela, die obwohl beide Frauen sind, meine Sicht dieser Dinge treffend darlegen. Frauenanteil und feministischer Sprachgebrauch ist sowas von 20. Jahrhundert und hat in einer Partei, die sich zwar nicht nur aber eben auch an die sogenannten “digital natives” richtet nichts verloren. Und ich denke, dass die Frauen in der Partei dass wahrscheinlich ähnlich sehen, sonst wären sie ja nicht eingetreten. Da sollten sich die (weiblichen und männlichen) Piraten keine Sorgen von Außen aufdrücken lassen, die bisher überhaupt kein Thema waren. Schließlich gibt es ausreichend wichtiger Punkte denen man sich annehmen muss.

Update: Als weiteren Link hier noch der Beitrag zum Thema von Anika Tanck, der Spitzenkandidatin der Piratenpartei in Schleswig-Holstein.

Kategorie: Leben
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aardvarks

Bisher 4 Kommentare

  1. hallo Frank, ein weiterer User der auf “sowas von 20. Jh.-zug aufspringt.” Ok,

    also
    1. Venachteiligung von Frauen ist sowas von 19. Jh. um mal in Deiner Sprache zu bleiben
    2. Konnte mir bisher keiner erklären, warum das wesentlichste Menschenrecht auf Gleichheit denn im 21. Jh. nichts mehr gilt.
    3. Zu “Und ich denke, dass die Frauen in der Partei dass wahrscheinlich ähnlich sehen, sonst wären sie ja nicht eingetreten.”: Ebent… deswegen sind viele Frauen und Männer bislang nicht bei den Piraten eingetreten. Hier in Schleswig-Holstein gäbe es viele, die die Piraten als Alternative zu den Linken wählen würden. Doch wo man sich so frauenfeind geriert kann man nur jedem von dieser Option abraten.

    Die Piraten betreiben erfolgreichen Antiwahlkampf gegen ihre Kernthemen, die so behaupte ich mal eigentlich Bürgerrechte wären. Aber Bürgerrechte sind ja sowas von 20. Jh….?

  2. Frank Mazny sagt:

    Hallo thilo,
    ich habe geschrieben “Frauenanteil und feministischer Sprachgebrauch ist sowas von 20. Jahrhundert” und das meine ich auch so. Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Gleichberechtigung kein Thema des 21. Jahrhunderts ist. Für mich ist sie selbstverständlich.

  3. Nur mal so: Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Feministinnen Piraten nicht wählen können. Im Gegenteil, mein Post endet ja mit dem Satz, dass wir vielleicht “durchaus hin und wieder eine Weile mit ihnen segeln” können. Und in den Kommentaren schreib ich sogar auch nochmal irgendwo, dass ich sie vielleicht wähle. Ich sehe das Thema ein bisschen komplexer als bloß “für oder gegen Piraten”. Die Piraten waren für mich bloß der Anlass, um einen allgemeinen gesellschaftlichen Trend zu beschreiben.

  4. Frank Mazny sagt:

    Hallo Antje,
    danke für deinen Hinweis. Ich habe es im Eintrag direkt geändert. Ist das denn aber nicht ein wenig inkonsequent? Ich meine einerseits wirfst du den Piraten allerlei unschöne Dinge vor und könntest dir aber trotzdem vorstellen, sie zu wählen. Finde ich etwas verwirrend.

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