Archive for August, 2009

30 August
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Kommunalwahl in Hagen

Einen Monat vor dem großen Wahltag durften wir in Hagen heute schon zur Wahlurne schreiten um unter anderem einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. Seit 2004 hatte Peter Demnitz von der SPD dieses Amt inne und hat es gemeinsam mit den Kollegen von der CDU geschafft, die Stadt endgültig in die völlige Pleite zu treiben. Insgesamt ist Hagen jetzt mit mehr als einer Milliarde Euro in den Miesen. Das hat die Stadt mit der Zustimmung von CDU, SPD, Grüne und FDP allerdings nicht davon abgehalten, für gut 27 Millionen Euro ein neues Museum für den hier geborenen Künstler Emil Schumacher zu errichten. Da bleibt für mich nur die freie Wählergemeinschft Hagen-Aktiv sowie Bürger für Hohenlimburg als Alternative übrig. In ein paar Minuten schließen die Wahllokale und nachher werden wir sehen, ob sich hier irgendwas ändert oder ob die Inkompetenz nur durch andere Gesichter ausgetauscht wird.

Update 31. August: So, Hagen hat gewählt, auch wenn die Wahlbeteiligung von 45,7 Prozent nicht umwerfend ist. Das die CDU die Wahl gewinnt war abzusehen, auch wenn ich mir nur schwer vorstellen kann, dass sich mit Jörg Dehm als Oberbürgermeister wirklich etwas verändern wird. Immerhin ist es nicht Jochen Weber von der SPD geworden. Hagen-Aktiv kann sich auch als Wahlgewinner bezeichnen, denn jetzt können sie 5 Plätze im Rat besetzen und haben Fraktionsstärke.

29 August
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Die Prophezeihung

Richmodis brauchte nicht lange zu suchen: Was sie im rechten Seitenschiff fand, war nur nicht ganz das, was sie erwartet hatte. Unter ihren Füßen breitete sich eine riesige, schwarzglänzende Lache aus – geronnenes Blut. Zu viel geronnenes Blut für einen Fuchs, zu viel selbst für einen Hund.
Im Flackern der Kerzenflamme erkannte sie die entstellten Züge von Bruder Fulbert aus St. Gereon. In seiner Mundhöhle funkelte und blitzte reines Silber, seine Nase war schwarz angelaufen.
Sie biss sich auf die Lippen, um einen Schrei zu unterdrücken und beugte sich zu ihm hinunter: Fulberts aufgerissener Mund war vollgestopft mit Geldstücken, seine Nasenlöcher voller Ruß – es sah aus, als habe man ihn brutal erstickt. Verstört leuchtete sie mit der Kerze an seinem Leichnam entlang, wobei ihr herunterfließendes Wachs die Handgelenke verbrannte. Richmodis keuchte vor Schmerz und Entsetzen. Fulberts Kittel war bis unter die Brust geschoben. In seinem Unterleib klaffte ein gräßliches Loch.

Dies ist ein kleiner Auszug aus einem Krimi, den Elsa häppchenweise auf ihrem Blog veröffentlicht. Die Geschichte spielt im Köln des Jahres 1163 und die Protagonistin Richmodis von Cey ist Schreiberin im Kloster St. Ursula. In den frühen Morgenstunden entdeckt sie in der Kirche die Leiche eines Mönchs, der wie sich herausstellt, ein eher lästerliches Dasein geführt hat. Wie es sich für einen Krimi gehört, macht sich Richmodis daran, den Mörder ausfindig zu machen. Die ersten zwei Episoden lesen sich sehr stimmig, so dass ich direkt den Geruch von altem Blut (riecht wirklich metallisch) in der Nase hatte. Ich lese ja eigentlich sehr wenig Krimis, auch wenn ich natürlich mein Pensum Agatha Christie und Sherlock Holmes erfüllt habe. Die Geschichte um Richmodis von Cley scheint aber spannend zu werden und ich will wissen, wie es weitergeht. Hier geht’s direkt zum ersten Teil der Prophezeihung.

29 August
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Zweimal Horst

Zweimal Horst am Kühlschrank
Foto: Benjamin Wasner

Wer hätte gedacht, dass mein uralter Aufkleber nach mehr als 10 Jahren mal ausgedruckt einen Kühlschrank in Freiburg zieren würde? Neben Kanzlerkandidat Schlämmer macht er sich auch richtig gut. Für alle, die ebenfalls ihre Heimatgefühle bezeugen möchten, habe ich hier eine eingescannte Version zum Ausdrucken hochgeladen.

29 August
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Segel wieder gesetzt

Einigen ist vielleicht die kleine Flaute die sich über dieses Blog gelegt hat aufgefallen. Gründe dafür gab es mehrere, der wichtigste war der, dass sich mein altes Leid, die Depression samt seiner unseligen Begleiterscheinungen in letzter Zeit wieder stärker hervorgetan hat. Keine Angst, ich werde euch nicht mit Details nerven, es ist einfach eine Sache die unglaublich anstrengend ist. Denn in der Bloggerei steckt eigentlich mein Herzblut, seitdem ich vor gut sieben Jahren den ersten Eintrag geschrieben habe. Wenn also selbst bloggen nicht mehr klappt, wird es endgültig Zeit, die Sache wieder in Angriff zu nehmen. An dieser Stelle noch ein Dankeschön an alle, die sich in den letzten Wochen bei mir gemeldet und mich auch ein wenig zum Weitermachen genötigt haben.

Hier soll es aber auch wieder weitergehen, deshalb habe ich die Segel neu gesetzt und etwas aufgeräumt. Das neue Theme mit dem schönen Namen Old Popular Yolk finde ich nicht nur sehr übersichtlich und gut lesbar, es enthält auch keinerlei Schnickschnack, der vom eigentlichen Sinn eines Blogs ablenkt. Ebenso über Bord gegangen ist die Google-Werbung und weniger sichtbar auch Google-Analytics und die Weiterleitung des RSS-Feeds über Feedburner. Der Feedburner-Feed ist zwar immer noch aktiv, so dass alle Abonnenten weiterhin beliefert werden, hier im Blog gibt es aber nur den Standard-Feed von WordPress. Warum das Ganze? Ganz einfach, genau wie das Blog wollte ich auch mich von allem Unnützen befreien. Dazu zählt für mich eben auch der Optimierungswahn und die Jagd nach mehr Ziffern im Zähler des RSS-Feeds. Denn in meiner persönlichen Blog-Rückschau habe ich entdeckt, dass mir bloggen am meisten Spaß bereitet hat, als ich mich um diesen Kram noch keinen Deut geschert habe. Also zur Hölle mit allen Statistiken und Optimierungen, hier wird wieder im Sinne des guten alten Web 1.0 gebloggt.

12 August
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SPD-Experte Oppermann hält Ziele der Piratenpartei für kriminell

Thomas Oppermann ist der Schatten-Innenminister im “Kompetenzteam” des Kanzlerkandidaten der SPD, Frank-Walter Steinmeier. Im Interview mit Spiegel Online erklärt er warum die SPD nur gefühlt weit hinter der CDU zurückliegt, spricht über den Wahlkampf und auch die Piratenpartei. Mir sind folgende zwei Passagen ins Auge gefallen:

SpON: Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung oder biometrische Pässe – Kritiker haben für Schäubles Politik den Begriff Stasi 2.0 geprägt. Ist die Große Koalition mit ihrer Sicherheitspolitik zu weit gegangen?

Oppermann: Die Maßnahmen fielen uns nicht leicht, aber sie waren notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten. Einige Gesetze haben wir ja auch befristet. Wir werden sie nicht verlängern, wenn das nicht notwendig ist.

Ach was, die Maßnahmen zum Überwachungswahn fielen Herrn Oppermann also nicht leicht? Selbst wenn ich ihm das glauben würde, warum sollte ich jemanden wählen, dem es trotzdem ein leichtes war meine freiheitlichen Rechte einzuschränken und anscheinend genauso wie Herr Schäuble in jedem Bürger primär einen potentiellen Terroristen sieht? Erstaunlicherweise behauptet er an anderer Stelle im selben Interview, dass er die Zukunft Deutschlands nicht als Polizeifestung sieht. Dabei hat er doch selbst mitgeholfen, genau das vorzubereiten.

Oppermann: Die Piratenpartei wird eine vorübergehende Erscheinung sein. Das Internet gehört allen und wir werden es nicht zulassen, dass es sich eine kleine Minderheit aneignet und selbst die Regeln bestimmen möchte. Ich finde die Piratenpartei intolerant.

SpOn: Warum?

Oppermann: Sie plädieren für die Freiheit des Internets, aber immer dann, wenn jemand Regeln fordert, reagieren sie unduldsam und empfindlich. Ein anderes Beispiel: Downloads von Musik und Literatur. Die Piraten tun immer so, als sei es das Selbstverständlichste der Welt, sich im Internet das anzueignen, was andere erarbeitet haben – ohne entsprechendes Entgelt zu leisten. Das ist kriminell und unsozial. Da muss man mit der Internetcommunity offensiv diskutieren.

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man fast glauben, Herr Oppermann hätte von der Piratenpartei Geld für diese Aussagen erhalten. Anschaulicher hätte er es nicht verdeutlichen können, dass er das Parteiprogramm der Piratenpartei anscheinend nicht gelesen hat. Darin geht es beim Thema Kopieren lediglich um eine freie Privatkopie. Von einer kriminellen Aneignung kann keine Rede sein. Die Aussage wirkt auf mich eher wie der verzweifelte Versuch einen Gegner mit unlauteren Mitteln schlecht zu reden. Darüber wird die Internetcommunity möglerweise diskutieren, aber wohl kaum im Sinne von Herrn Oppermann. Insofern hätte sich die Piratenpartei keine bessere Werbung für sich wünschen können.

Das Interview mit Thomas Opperman, SPD bei Spiegel Online

07 August
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Einen für Willy DeVille

Willy DeVille live 1995

Wie seine Familie mitteilte, ist Willy DeVille am vergangenen Donnerstag an Krebs verstorben. Ein Neuzugang im großen Orchester im Himmel mehr und für uns einen der wenigen wirklich einzigartigen Musiker weniger. Ich hebe mein Glas auf Herrn DeVille und lasse noch ein wenig Musik von ihm laufen. Nach dem Klick gibt’s seine wunderbare Version von “Hey Joe” zu sehen.

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