Wie Ursula von der Leyen Umfragen manipuliert
Das Internet steht für Demokratie und Meinungsfreiheit, die wir alle schützen müssen. Aber eine Freiheit ohne Verantwortung kann es auch in diesem unverzichtbaren neuen Medium nicht geben. Ich freue mich sehr, dass nicht nur der Bevölkerungsschnitt, sondern eine fast ebenso große Mehrheit der Menschen, die das Internet täglich nutzen, die Sperrung von Kinderpornografie im Netz begrüßen. Um das behaupten zu können, hat Familienministerin Ursula von der Leyen noch schnell vor der Verabschiedung des Gesetzes für Internet-Sperren eine Allensbach-Umfrage auf die Bevölkerung losgelassen, die repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren sein soll. Interessant ist dabei die Fragestellung der Umfrage. Eine Frage lautet zum Beispiel:
“Ich bin zwar der Meinung, dass Kinderpornographie bekämpft werden muss, aber die Blockade von Internetseiten geht mir zu weit. Es kann nicht sein, dass der Staat festlegt, was sich der Einzelne im Internet anschauen darf und was nicht. Auf diese Weise wird die Freiheit der Bürger zu sehr eingeschränkt.”
Das Gegenargument dazu:
“Das sehe ich anders. Die Informationsfreiheit hat ihre Grenzen, und wenn es um Kinderpornographie geht, wird diese Grenze deutlich überschritten. Daher sollte der Zugang zu Internetseiten mit solchen Inhalten blockiert werden.”
Diese Fragestellung geht komplett an den Kritikpunkten der Gegner vorbei, denn meines Wissens wurde nie die eingeschränkte Informationsfreiheit kritisiert. Das ist aber nur ein Beispiel aus dieser Umfrage, wie man durch falsche Fragestellung und das Weglassen von Hintergrundinformationen gute Werte erhalten kann. Das bei der Umfrage nur 1832 Personen befragt wurden, die 134014 Unterzeichnern der Petition gegen Internet-Sperren gegenüberstehen sei da nur am Rande erwähnt. Geschickt eingefädelt, Frau Von der Leyen.
Aktuelle Allensbach-Umfrage zur Sperrung von Kinderpornografie im Internet



