Orden des Leibowitz



21.06. 2009

Wie man Internet-Sperren umgeht

Viele Schlösser versperren den Zugang

Im Zuge des Gesetzes zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen werden Internet-Sperren eingesetzt, um bestimmte Websites zu blockieren. Technisch funktioniert das mit einer Sperrliste auf den sogenannten Name-Servern der Internet-Provider. Falls Sie jetzt Böhmische Dörfer und Bahnhöfe vor den Augen haben stellen Sie sich ein Telefonbuch vor. Wenn Sie darin unter Erwin Schlonz nachschlagen, müssen Sie anstatt des Namens eine bestimmte Zahlenfolge, die Telefonnummer wählen, um den Teilnehmer zu erreichen. So ähnlich ist es auch im Internet. Wenn Sie in Ihrem Browser die Adresse www.erwinschlonz.de eingeben, landet diese Eingabe auf dem Name-Server Ihres Providers, auf dem ein Programm nachschaut, mit welcher IP-Adresse dieser Name verbunden ist. Die IP-Adresse besteht aus vier Zahlen, die jeweils zwischen 0 und 255 liegen und mit einem Punkt getrennt werden. Vereinfacht gesagt ist die IP vergleichbar mit der Telefonnummer und die WWW-Adresse mit dem Namen im Telefonbuch. Mit Hilfe der Sperrliste wird die ursprüngliche Adresse einer Website ausgetauscht und gegen eine andere ersetzt, die auf das berüchtigte Stoppschild verweist.

Nun gibt es aber nicht nur einen Name-Server für das Internet sondern sogar sehr viele. Um die Internet-Sperren zu umgehen, reicht es also aus, dass Telefonbuch Ihres Providers gegen ein anderes auszutauschen, um wieder ungehinderten Zugang zum Internet zu haben. Technisch ist dieser Austausch so leicht zu handhaben, dass es sogar ein absoluter Laie mit der richtigen Anleitung und ein paar Einstellungen im Betriebssystem handhaben kann. Im folgenden Video wird ausführlich erklärt, welche Einstellungen Sie unter Windows und Ubuntu-Linux vornehmen müssen, um einen anderen DNS-Server als den Ihres Internet-Providers zu benutzen:


Direktlink zu YouTube

Zum Schluss noch die Anmerkung, dass es mir keinesfalls darum geht, den Zugang zu Kinderpornographie zu erleichtern. Vielmehr soll gezeigt werden, dass ein Gesetz zur Bekämpfung von Kinderpornographie, das derartig einfach zu umgehen ist, seinen Namen nicht verdient und den Opfern dieser Verbrechen in keinster Weise hilft. Im Gegenteil, anstatt solche Websites schnellstmöglichst aus dem Internet zu entfernen, wird von Seiten der Regierung versucht sie zu verstecken, was den Betreibern weitere Sicherheit verschafft. Im Gegenzug ermöglicht die Einrichtung solcher Sperr-Vorrichtungen die Ausweitung auf andere von der Regierung unerwünschte Inhalte. Da die Sperrliste nicht öffentlich zugänglich ist und nur von einem fragwürdigem Gremium kontrolliert wird, bietet sich die Umgehung der Internet-Sperren an, um weiterhin freien Zugang zum gesamten Internet zu haben.

Zum Thema:
Domain Name System
IP-Adresse
Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen
Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur
Anleitungen um die Änderungen auf einem Router vorzunehmen

Kategorie: Computer
Tags: , ,

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