Das Fest Kathedra Petri

Spannend an Kirche ist, dass man immer wieder etwas neues entdecken kann. Gestern zum Beispiel war der kirchliche Festtag Kathedra Petri, der mir noch unbekannt war. Im Schott-Messbuch steht dazu:
Die Zeit vom 13. bis 23. Februar war im heidnischen Rom der Erinnerung an die verstorbenen Angehörigen geweiht. Bei der Feier wurden für die Toten Speisen und ein Stuhl (cathedra) bereitgestellt. Die Christengemeinde gedachte in dieser Zeit des Apostels Petrus, des Vaters ihres Glaubens. Die kirchliche Ablehnung des Totenmahls seit dem 4. Jahrhundert hatte zur Folge, dass man den Stuhl des Petrus nunmehr als Lehrstuhl, als Symbol des Lehramts verstand. Gegenstand des christlichen Festes war aber nicht der Stuhl, sondern die Übernahme des römischen Bischofsstuhls durch den hl. Petrus, oder richtiger: die Berufung des Petrus zum Lehramt in der Kirche.
Von den römischen Totenmahl habe ich vor ein paar Jahren beim Besuch der Priscilla-Katakombe in Rom gehört. Damals traf man sich wohl am Eingang der Katakombe und speiste recht zwanglos. Der Nachfolger hingegen ist ein erzkatholisches Manifest ähnlich wie Fronleichnam, geht aber noch darüber hinaus, da es den Anspruch und die Autorität des Papstes in Rom hervorhebt, wie es Papst Benedikt gestern betonte:
Die Kathedra des Petrus symbolisiert die Autorität des Bischofs von Rom, der innerhalb des ganzen Gottesvolkes zu einem besonderen Dienst berufen ist. Gleich nach dem Martyrium der heiligen Petrus und Paulus wurde der Kirche von Rom ein Primat in der ganzen katholischen Gemeinschaft zuerkannt – eine Rolle, die schon zu Anfang des zweiten Jahrhunderts vom heiligen Ignatius von Antiochien und vom heiligen Irenäus von Lyon bezeugt wird.
Also ein für die Ökumene absolut untaugliches Fest aber muss ja auch nicht, denn jede christliche Glaubensrichtung hat ihre Feste, die ihre eigene Exklusivität besonders darstellt, ansonsten wären sie auch nur beliebig austauschbare Gebilde. Der Unterschied für mich ist lediglich, dass ich den Inhalt für wahr halte. Schließlich hat es mich auch einiges gekostet, ihn anzuerkennen. Außerdem kommt er nach den Tagen der mehr oder weniger gerechtfertigten Papstkritik geradezu gelegen, um einmal an den eigentlichen Sinn und Zweck des Papstamtes zu erinnern. Deshalb weiter unten auch der Link zur Geschichte des päpstlichen Primats.
Lesungen zum Fest Kathedra Petri im Schott Messbuch
Papst betont römischen Primat – Angelusgebet vom 22.02.2009
Kathedra Petri erklärt – Generalaudienz des Papstes vom 22.02. 2006
Geschichte des päpstlichen Primats von Klaus Schatz



