Orden des Leibowitz



18.12. 2008

Himmlische Nothilfe

Himmel . . . wo ist denn der Fluch-Napf . . . ! Also ich werde Ihnen das erklären! Jetzt passen Sie gut auf: Die Leute beten doch allerhand und wünschen sich zu Weihnachten so allerhand. Daraufhin hat der liebe Gott mit uns Engeln sowie auch mit den zuständigen Heiligen beraten: Wenn man das den Leuten alles erfüllt, dann gibt es ein Malheur. Immer. Denn was wünschen sie sich? Sie wünschen sich grade in der letzten Zeit so verd . . . so vorwiegend radikale Sachen. Einer will das Hakenkreuz. Einer will Diktatur. Einer will Diktatur mitm kleinen Schuß; einer will Demokratie mit Schlafsofa; eine will einen Hausfreund; eine will eine häusliche Freundin . . . ein Reich will noch mehr Grenzen; ein Land will überhaupt keine Grenzen mehr; ein Kontinent will alle Kriegsschulden bezahlen, einer will . . .

Ein Hilfsengel entdeckt, dass es im Himmel zwei Weihnachtsmänner gibt und ist verwirrt. Schließlich hatte er in der Schule nur von einem gehört. Ein etwas gestresster Oberengel erklärt ihm, weshalb es zwei Weihnachtmänner geben muss. Diese amüsante Satire aus dem Jahr 1930 entstammt der Feder von Kurt Tucholsky und ist das Türchen für den heutigen Tag. Zum Schluss wird es sogar aktuell, wenn der Hilfsengel nach der Börse fragt, aber das müssen Sie schon selbst anhören. Mit etwas mehr als vier Minuten brauchen Sie auch nicht allzu viel Zeit opfern. [Quelle: Vorleser.net]

Kurt Tucholsky: Himmlische Nothilfe als Hörbuch (MP3, 4,39 Min.)
Der Text der Geschichte bei Zeno.org

Kategorie: Advent 2008
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