Orden des Leibowitz



18.06. 2008

Fünf Mönche und der Mond

In this year, on the Sunday before the Feast of St. John the Baptist, after sunset when the moon had first become visible a marvelous phenomenon was witnessed by some five or more men who were sitting there facing the moon. Now there was a bright new moon, and as usual in that phase its horns were tilted toward the east; and suddenly the upper horn split in two. From the midpoint of this division a flaming torch sprang up, spewing out, over a considerable distance, fire, hot coals, and sparks. Meanwhile the body of the moon which was below writhed, as it were, in anxiety, and, to put it in the words of those who reported it to me and saw it with their own eyes, the moon throbbed like a wounded snake. Afterwards, it returned to its proper state. This phenomenon was repeated a dozen times or more, the flame assuming various twisting shapes at random and then returning to normal. Then after these transformations the moon from horn to horn, that is along its whole length, took on a blackish appearance. The present writer was given this report by men who saw it with their own eyes, and are prepared to stake their honor on an oath that they have made no addition or falsification in the above narrative.

Am 18. Juni 1178 sahen fünf Mönche aus Canterbury eine seltsame und für sie schreckenerregende Erscheinung am nächtlichen Himmel. Gervase von Canterbury, der Chronist der Abtei beschrieb, dass der obere Teil des Mondes “plötzlich in zwei Teile brach und aus der Mitte eine brennende Fackel sprang, die Feuer, heiße Kohlen und Funken spie. Der Körper des Mondes krümmte sich und erzitterte wie eine verwundete Schlange”. Was hatten die Männer gesehen? Viele Astronomen aus unseren Tagen nahmen an, dass die Mönche an diesem Abend Augenzeugen des Einschlags waren, der den Mondkrater Giordano Bruno entstehen ließ. Dieser ist mit einem Durchmesser von 22 Kilometern einer der kleineren Krater und liegt auf der uns abgewandten Seite des Mondes.

Mondkrater Giordano Bruno
Foto: NASA / Lage des Mondkrater Giordano Bruno

Der neueren Forschung kann diese Theorie allerdings nicht standhalten, denn ein derartiger Einschlag hätte 10 Millionen Tonnen Mondgestein aufgewirbelt, das als Meteoritensturm über Wochen auf die Erde nieder gegangen wäre. Eine solche Katastrophe wäre bestimmt aufgezeichnet worden, doch kein Astronom dieser Zeit hat so etwas beschrieben. Bleibt also die Frage, was die fünf Männer vor 830 Jahren gesehen haben. Eine mögliche Erklärung ist dass sie das Glück hatten, einen Meteor der in der Erdatmosphäre verglühte, direkt vor dem Mond gesehen haben. Ein großer Meteorit dürfte ein ordentliches Spektakel veranstaltet haben, das auf die Beschreibung passen könnte. Auf Menschen des Mittelalters muss das tatsächlich gewirkt haben, als würde der Mond zerbrechen.

Wenn Sie also das nächste Mal auf einer Party das Eis brechen möchten, beginnen Sie doch einfach mit dem Satz: “Wussten Sie eigentlich, dass der Mondkrater Giordano Bruno jahrelang mit der Sichtung einiger Mönche im Jahr 1178 in Verbindung gebracht wurde?” [via Wired]

Kategorie: Dies & das
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