Orden des Leibowitz



30.03. 2008

Miss Landmine

Screenshot misslandmine.org

Die 25jährige Maria Restino Manuel arbeitet als Verkäuferin, ihr Traum aber wäre es den Beruf der Krankenpflegerin zu erlernen. Zur Zeit hat sie einen festen Freund und blau ist ihre Lieblingsfarbe. Außerdem hat ihr 1997 eine aus rumänischer Herstellung stammende Landmine mit 120g TNT das rechte Bein zerfetzt. Damit ist sie bei der Wahl zur Miss Landmine allerdings keine Besonderheit, denn alle 10 Teilnehmerinnen sind durch eine dieser Waffen verstümmelt worden. Auf der Website dieser Misswahl können Sie noch bis zum zweiten April über die Favoritin abstimmen, die als Preis eine Beinprothese erhält.
Diese ungewöhnliche Aktion hat der norwegische Künstler Morten Traavik ins Leben gerufen, der damit ein “Kunstprojekt mit humanitärem Anspruch” vorstellen möchte. Durch diese Projekt hat sich Traavik viele Kritiker geschaffen, die die Wahl “geschmacklos und voyeuristisch” finden und der Meinung sind, dass die Opfer dadurch ausgebeutet werden. Insbesondere wird kritisiert, dass mit den Daten der Frauen auch die Preise der Kleider und des Schmucks erwähnt werden. Dabei ist gerade das interessant, denn dadurch erfährt man, dass die jeweilige Landmine bloß die Hälfte eines Kleides gekostet hat.
Das mag zynisch erscheinen, man könnte es aber auch als schlichten Realismus bezeichnen. Denn solange ein afrikanischer Machthaber oder Rebellenführer aus dem später ein schlimmerer Despot wird als sein Vorgänger, für eine Mine weniger bezahlt als eine Frau für ein hübsches Kleid wird dieses Übel wohl kein Ende nehmen. Dass diese ungewöhnliche Misswahl längerfristig zur Bewältigung dieses Problems beiträgt sei dahin gestellt. Trotzdem hat sie zumindest kurzfristig an die Landminen in Afrika erinnert.
Miss Landmine Angola 2008

25.03. 2008

Sammlung deutscher Filmplakate

Filmplakat Godzillas TodesprankeMögen Sie Filmplakate? Wenn ja, sind Sie auf der Homepage von Herrn Volkmann genau richtig. Der gute Mann hat über die Jahre gut 2000 deutsche Filmplakate gesammelt und online gestellt. Als langjähriger Freund der Riesenechse gefallen mir natürlich die Plakate zu den Godzilla-Filmen sehr gut, aber es gibt auch weitere Schätze aus allen Sparten des Film-Genres zu bewundern. Wunderbar sind fast alle Plakate aus der Trash-Ecke, die schon einen Vorgeschmack auf die Qualität des Film bieten. Beim ersten Stöbern haben mir “Nachts wenn das Skelett erwacht“, “Neun Mädchen auf der Hölleninsel” und “Der Koloss von Konga” gut gefallen. Interessant scheint auch “Nacht der Vampire” zu sein, in dem unser pelziger Freund Chewbacca aus Star Wars die Hauptrolle übernommen hat. Die Seite selbst ist sehr übersichtlich und die Filmplakate sind alphabetisch geordnet. Filmfreunde können dort ausgiebig stöbern.
Filmplakat-Oldies

25.03. 2008

Sankt Leibowitz und der Server des Grauens

Alte Computer
Möglicherweise ist jemandem meiner Leserinnen und Leser aufgefallen, dass der Orden des Leibowitz in letzter Zeit nicht immer online ist. Begonnen haben die Ausfälle im Februar und treten seit diesem Monat immer häufiger auf. In den letzten Tagen war der Server dann bis zu dreimal täglich für manchmal mehrere Stunden nicht mehr zu erreichen. Bisher gab es noch keine Stellungnahme des Providers, obwohl inzwischen mehrere Personen die Probleme im hauseigenen Forum angesprochen haben.
Am Anfang sagte ich mir noch: “Was soll’s? Irgendwas ist ja immer”, doch langsam wird es ärgerlich. Bisher war ich immer zufrieden mit den Leistungen, für die ich umgerechnet lediglich 3,30,- EUR im Monat bezahle und mir ist auch bewusst, dass ich bei einem solchen Preis keine Wunder erwarten kann. Zumindest sollte aber der Server auf dem die Seiten liegen erreichbar sein. Ich warte ab. Falls sich in den nächsten Tagen nichts ändert, muss ich mich wohl oder übel auf die Suche nach einem neuen Provider begeben. Dabei würde ich gerne darauf verzichten, denn jede/r der mal mit mehreren .com- und .org-Domains samt einer MySQL-Datenbank umgezogen ist, wird wissen wovon ich rede. Hoffen wir also alle das beste.

24.03. 2008

Wallpaper Frau unter Wasser

Fotografie von Tono Frissel

Toni Frissel (1907 – 1988) war eine amerikanische Fotografin, die für ihre Mode-Fotos, Bilder aus dem zweiten Weltkrieg und Porträts berühmter Amerikaner und Europäer, Kinder und Frauen aus allen Schichten bekannt war. Viele ihrer Bilder sind heute gemeinfrei, da sie sie der Library of Congress, der inoffiziellen Staatsbibliothek vermacht hat. Das dargestellte Foto stammt aus dem Jahr 1947 und stellt eine Frau beim Unterwassertanz dar. Es hat mir so gut gefallen, dass ich eine Wallpaper daraus gemacht habe, die Sie hier herunterladen können.

1600×1200px / 1280×960px / 1152×864px / 1024×768px / 1440×900px / 1280×800px / 1152×720px

23.03. 2008

Osterspaziergang

Heute Mittag stand ich vor der Wahl, entweder einen weiblichen Teenager so lange anzubrüllen, bis sie drei Tage weinend in ihrem Bett gelegen hätte oder mich in mein Auto zu setzen und einen Freund zu einer ungelegenen Zeit mit einem spontanen Besuch zu belästigen. Da in meinem Kopf ab und zu noch Funken von Vernunft aufblitzen, habe ich letzteres gewählt, und bin dadurch an einen ausgedehnten und entspannenden Osterspaziergang geraten. Angesichts dessen und der Veröffentlichung von Goethes Faust vor 200 Jahren, soll hier die Hymne an den Frühling und an das Menschsein aus Goethes Drama erwähnt sein:

Vom Eise befreyt sind Strom und Bäche,
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Thale grünet Hoffnungs-Glück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Ueberall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen.
Aus dem hohlen finstern Thor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feyern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbes Banden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß, in Breit’ und Länge,
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s seyn.

Aus: Faust I, Vor dem Tor, Quelle: Wikisource

Den kompletten Akt können Sie beim Projekt Gutenberg nachlesen und Vorleser.net bietet kostenlos eine vorgelesene Version des Osterspaziergangs im MP3-Format an.

Anmerkung: Für diesen Artikel ist kein weiblicher Teenager angebrüllt oder verletzt, geschweige denn mit einem Kopfkissen erstickt worden. Danken Sie Gott und Herrn Goethe.

23.03. 2008

Papiermodelle von Segelschiffen

In der letzten Zeit landen immer wieder Menschen auf diesem Weblog, die über diverse Suchmaschinen nach Papiermodellen von Segelschiffen gesucht haben und bisher bitter enttäuscht worden sind. Da ich die traurigen Gesichter und die kleinen rotgeweinten Augen vor meinem inneren Auge nicht länger ertragen kann, stelle ich an dieser Stelle zwei wunderbare Segelschiffe vor:

Die Sagres II

Papiermodell des Segeschiffs Sagres 2Die Sagres (ex Albert Leo Schlageter, Guanabara) ist eine portugiesische Bark. Sie diente ursprünglich als Segelschulschiff unter dem Namen Albert Leo Schlageter der deutschen Kriegsmarine. Seit 1961 fährt sie mit dem Namen Sagres als Segelschulschiff unter portugiesischer Flagge. Diesen Namen trug bereits ihre Vorgängerin, eine im Ersten Weltkrieg von England beschlagnahmte Bark, die unter deutscher Flagge den Namen Rickmer Rickmers trägt. Das Schiff wird daher häufig, vor allem außerhalb Portugals, als Sagres II bezeichnet. (Quelle: Wikipedia)
Download des Papiermodells mit ausführlicher Anleitung

Die Nippon Maru

Papiermodell des Segeschiffs Nippon MaruDie Nippon Maru ist eine Viermastbark aus Stahl, die heute als Museumsschiff in einem umgebauten Dock vor dem Yokohama Maritime Museum, Japan liegt. Sie wurde in der Kawasaki-Werft in Kobe unter der Baunummer 557 als Segelschulschiff für die Schule der Handelsmarine gebaut und lief am 27. Januar 1930 vom Stapel. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie bis auf die Masten abgetakelt und lief für das Postministerium als Frachtschiff unter Motorkraft innerhalb Japans Gewässern. Nach dem Krieg wurde sie zu 29 Repatriierungsfahrten für japanische Staatsbürger eingesetzt. Von 1952 bis 1984 fuhr sie dann erneut als Segelschulschiff, auch wieder auf Strecken in die USA, bevor sie von der Nippon Maru II abgelöst wurde. (Quelle: Wikipedia)
Download des Papiermodells mit ausführlicher Anleitung

23.03. 2008

Frohe Ostern!

Historische Osterpostkarte

Die Damen und Herren vom Goethezeitportal haben zum diesjährigen Osterfest eine kleine Sammlung historischer Postkarten aus dem frühen 20. Jahrhundert zusammen gestellt, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern und eine geruhsame Zeit, wie auch immer Sie sie verbringen werden. Falls Ihnen jedoch kleine geflügelte Jungen, die auf von Hähnen gezogenen Eiern reiten begegnen, sollten Sie die Finger vom Eierlikör lassen.

Ostereier in Bildern und Texten

23.03. 2008

Wen sucht ihr?

Auferstehung Christi

In der Nacht aber, in welcher der Herrentag aufleuchtete, als die Soldaten, jede Ablösung zu zweit, Wache standen, erscholl eine laute Stimme im Himmel, und sie sahen die Himmel geöffnet und zwei Männer in einem großen Lichtglanz von dort herniedersteigen und sich dem Grabe nähern. Jener Stein, der vor den Eingang des Grabes gelegt war, geriet von selbst ins Rollen und wich zur Seite, und das Grab öffnete sich, und beide Jünglinge traten ein. Als nun jene Soldaten dies sahen, weckten sie den Hauptmann und die Ältesten – auch diese waren nämlich bei der Wache zugegen. Und während sie erzählten, was sie gesehen hatten, sehen sie wiederum drei Männer aus dem Grabe herauskommen und die zwei den einen stützen und ein Kreuz ihnen folgen und das Haupt der zwei bis zum Himmel reichen, dasjenige des von ihnen an der Hand Geführten aber die Himmel überragen. Und sie hörten eine Stimme aus den Himmeln rufen: “Hast du den Entschlafenen gepredigt?”, und es wurde vom Kreuze her die Antwort laut: “Ja.”

Auferstehung Christi

In der Frühe des Herrentages nahm Maria Magdalena, die Jüngerin des Herrn – aus Furcht wegen der Juden, da (diese) vor Zorn brannten, hatte sie am Grabe des Herrn nicht getan, was die Frauen an den von ihnen geliebten Sterbenden zu tun pflegten – mit sich ihre Freundinnen und kam zum Grabe, wo er hingelegt war. Und sie fürchteten, die Juden würden sie sehen, und sprachen: “Wenn wir auch an jenem Tage, da er gekreuzigt wurde, nicht weinen und klagen konnten, so wollen wir solches wenigstens jetzt an seinem Grabe tun. Wer aber wird uns auch den Stein, der an den Eingang des Grabes gelegt ist, wegwälzen, damit wir hineingelangen, uns neben ihn setzen und tun, was sich gehört? – denn der Stein war groß – und wir fürchten, dass uns jemand sieht. Und wenn wir es nicht können, so wollen wir wenigstens am Eingang niederlegen, was wir zu seinem Gedächtnis mitbringen, wollen weinen und klagen, bis wir wieder heimgehen.”

Und als sie hin gingen, fanden sie das Grab geöffnet. Und sie traten herzu, bückten sich nieder und sahen dort einen Jüngling sitzen mitten im Grabe, anmutig und bekleidet mit einem hell leuchtenden Gewand, welcher zu ihnen sprach: “Wozu seid ihr gekommen? Wen sucht ihr? Doch nicht jenen Gekreuzigten? Er ist auferstanden und weggegangen. Wenn ihr aber nicht glaubt, so bückt euch hierher und sehet den Ort, wo er gelegen hat, denn er ist nicht da. Denn er ist auferstanden und dorthin gegangen, von wo er gesandt worden ist.” Da flohen die Frauen voller Entsetzen.

Aus dem apokryphen Petrusevangelium, einem nichtgnostischen Evangelium, dessen erhaltene Fragmente teilweise in das 2. Jahrhundert zu datieren sind. Es gehört wie das Nikodemusevangelium (Acta Pilati) zu den Passionsevangelien, die sich vorwiegend mit Jesu Tod und Auferstehung befassen. Die wesentlichen Fragmente entstammen aus einem im Winter 1886/1887 im oberägyptischen Akhmim geöffneten Grab eines Mönches. (Quelle: Wikipedia)

22.03. 2008

Das Periodensystem in Comics

Periodic Table of Elements in Comic Books

Den Link zu dieser Seite hatte ich vor Jahren entdeckt und dann durch einen kompletten Absturz von Windows 98 wieder verloren. Tatsächlich hat es Jahre gedauert, bis ich die Website heute wiedergefunden habe. Eine Website mit einem Periodensystem der Elemente ist ja an sich nicht besonderes, aber hier können Sie auf ein Element klicken und bekommen sein Erscheinen in alten amerikanischen Comics angezeigt. Wenn Sie zum Beispiel auf Radium klicken, können Sie sehen, dass es im Oktober 1979 in der 188. Ausgabe der Rächer auf Seite 17 erwähnt worden ist. Das ist nicht unbedingt die Art von Wissen, die man fürs Leben braucht, könnte Ihnen aber helfen, auf Parties mit amüsantem Halbwissen zu protzen.

The Periodic Table of ComicBooks

22.03. 2008

Erzbischof Robert Zollitsch im Gespräch

Die evangelische Kirche ist theologisch gesehen nicht im gleichen Sinne Kirche wie wir, und sie will es in diesem Sinne auch nicht sein. Diesen Unterschied muss man sehen. Aber etwas anderes ist die soziologische Sicht. Unter diesem Aspekt kann ich ihr das Kirchesein nicht absprechen. Zu meinem theologischen Verständnis von Kirche gehört, dass Kirche eine sichtbare Gemeinschaft ist, dass sie durch das Amt geprägt ist, dass sie die Vollzahl der Sakramente hat.

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, über alte Riten, den neuen Atheismus, zu wenige Kinder in Deutschland und die Rolle des Glaubens in den USA. Außerdem erläutert er seine Äußerungen zum Zölibat und zum Kirchesein der EKD aus einem vorhergegangenen Interwiew.

Interview mit Erzbischof Zollitsch

Nebenbei: Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Redaktion der Welt online nicht endlich die Kommantarfunktion löscht. Die dortigen Kommentare haben in der Regel nicht einmal das schlechte Niveau des Heise-Forums zu seinen besten Zeiten und sind bei bestimmten Themen ein Tummelplatz für Islamophobe und andere Gestörte.

22.03. 2008

Die Höllenfahrt Christi

Die Höllenfahrt Christi

Da nun alle in solcher Freude waren, kam Satan, der Erbe der Finsternis, und sprach zu Hades: “Unersättlicher, Allesverschlinger, höre meine Worte! Da gibt es einen aus dem Judenvolk, der Jesus heißt und sich Gottes Sohn nennt. Er ist (aber nur) ein Mensch, und auf mein Betreiben hin haben ihn die Juden gekreuzigt. Und da er jetzt tot ist, so sei in Bereitschaft, damit wir ihn hier einsperren. Denn ich weiß, dass er (nur) ein Mensch ist, und ich habe ihn klagen hören: “Meine Seele ist betrübt bis an den Tod” Er hat mir viel Böses in der Welt droben angetan, als er mit den Sterblichen zusammenlebte. Denn wo er immer meine Diener fand, trieb er sie aus, und alle die Menschen, welche ich bucklig, blind, lahm, aussätzig und dergleichen mehr gemacht hatte, die heilte er durch bloßes Wort, und viele, die ich reif gemacht hatte, begraben zu werden, auch die machte er durch bloßes Wort wieder lebendig.”

Die Höllenfahrt Christi

Während Satan und Hades so miteinander sprachen, ertönte wie Donner eine gewaltige Stimme: “Öffnet, ihr Herrscher, eure Tore, gehet auf ewige Pforten! Einziehen wird der König der Herrlichkeit” Als Hades das hörte, sprach er zu Satan: “Geh hinaus, wenn du kannst, und tritt ihm entgegen!” Satan ging nun hinaus. Dann befahl Hades seinen Dienern: “Verrammelt gut und kräftig die ehernen Tore, schiebt die eisernen Querbalken vor, behaltet meine Verschlüsse in der Gewalt, steht gerade und schaut nach allem! Denn kommt er herein, wird Wehe über uns kommen.”

Die Höllenfahrt Christi

Da packte der König der Herrlichkeit den Obersatrapen Satan am Kopfe und übergab ihn den Engeln mit den Worten: “Mit Eisenketten fesselt ihm Hände und Füße, Hals und Mund!” Dann übergab er ihn Hades und sprach: “Nimm ihn und halte ihn fest bis zu meiner zweiten Ankunft!” Und Hades nahm Satan in Empfang und sprach zu ihm: “Beelzebub, Erbe des Feuers und der Pein, Feind der Heiligen, was zwang dich, den Kreuzestod des Königs der Herrlichkeit zu veranstalten, so dass er hierhin kam und uns entmachtete? Wende dich um und schaue, dass kein Toter bei mir zurückgeblieben ist und dass du alles, was du durch das Holz der Erkenntnis gewonnen, durch das Holz des Kreuzes verloren hast!

Deine ganze Freude wurde in Trauer verkehrt. Indem du den König der Herrlichkeit töten wolltest, hast du dich selbst getötet. Wie konntest du darauf ausgehen, einen solchen Menschen in diese Finsternis hinabzuführen und dich durch ihn aller von Anbeginn an Verstorbenen berauben zu lassen?”

Die Höllenfahrt Christi

Während Hades so mit Satan sprach, streckte der König der Herrlichkeit seine rechte Hand aus, ergriff den Urvater Adam und richtete ihn auf. Dann wandte er sich auch zu den übrigen und sprach: “Her zu mir alle, die ihr durch das Holz, nach dem dieser griff, sterben musstet! Denn seht, ich erwecke euch alle wieder durch das Holz des Kreuzes.” Darauf ließ er sie alle hinaus. Und der Urvater Adam, dem man ansah, dass er voller Freude war, sprach: “Ich danke deiner Majestät, Herr, dass du mich aus der tiefsten Unterwelt hinaufgeführt hast.” Ebenso sprachen auch alle Propheten und Heiligen: “Wir danken dir, Christus, Heiland der Welt, dass du unser Leben aus dem Verderben hinaufgeführt hast.”

Als sie so gesprochen hatten, segnete der Heiland den Adam, indem er das Kreuzeszeichen auf seine Stirn machte. Und so tat er es auch bei den Patriarchen, Propheten, Märtyrern und Vorvätern. Dann stieg er mit ihnen aus der Unterwelt empor. Während er ging, folgten ihm die heiligen Väter und stimmten den Lobgesang an: “Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Alleluja! Ihm gebührt Ehre und Lob von allen Heiligen.”

Aus der “Höllenfahrt Christi” der apokryphen Acta Pilati. Die Acta Pilati (lat.:, deutsch: „Pilatusakten“), seit dem Mittelalter oft auch als Nikodemusevangelium bezeichnet, sind eine apokryphe christliche Schrift. Sie wird wie das Petrusevangelium zu den Passionsevangelien gerechnet, die sich vorwiegend mit Jesu Tod und Auferstehung befassen. Den Namen „Nikodemusevangelium“ verdankt die Schrift einer Angabe im Prolog, der als Autor „Ananias“, einen kaiserlichen Leibgardisten im Offiziersrang nennt. Dieser behauptet, der Text sei ursprünglich in hebräischer Sprache vom Pharisäer Nikodemus verfasst worden, welcher nach dem Zeugnis der neutestamentlichen Evangelien bei der Kreuzigung Jesu anwesend war. Ananias habe diesen Text frei ins Griechische übersetzt. (Quelle: Wikipedia)

21.03. 2008

Die Pilatusakten

Jesus und Pilatus

Als Jesus hineinging, während die Standartenträger die Standarten hielten, da verneigten sich die kaiserlichen Brustbilder auf den Standarten und bezeugten Jesus ihre Ehrfurcht. Als die Juden sahen, wie sich die Standarten vor Jesus neigten, pöbelten sie die Standartenträger an. Pilatus wunderte sich und sagte zu ihnen: “Staunt ihr nicht darüber, wie die Kaiserbilder sich neigten und Jesus anerkannten?” Die Juden riefen: “Wir sahen nur, dass die Standartenträger die Standarten senkten und ihm damit ihre Ehrfurcht bezeugten.” Da rief der Statthalter die Standartenträger und fragte sie: “Warum habt ihr das getan?” Sie antworteten: “Wir sind griechische Männer im Tempeldienst. Warum sollten wir ihn ihn verehren? Die Kaiserbilder neigten sich von selbst um ihn verehren.”

Ecce homo

Pilatus ging wieder ins Prätorium und fragte Jesus unter vier Augen: “Du bist der König der Juden?” Jesus antwortete: “Ist das deine Meinung, oder haben dir andere das von mir erzählt?” Pilatus entgegnete Jesus: “Ich bin doch kein Jude! Dein Volk und die Hohepriester haben dich mir ausgeliefert. Was hast du getan?” Jesus antwortete: “Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Anhänger kämpfen, damit du mich nicht verurteilst. Mein Reich ist aber nicht von hier.” Pilatus fragte ihn erneut: “Bist du also ein König?” Jesus antwortete ihm: “Du sagst es. Ich bin ein König. Denn ich bin ich geboren und gekommen, damit jeder, der aus der Wahrheit ist, meine Stimme hört.” Darauf Pilatus: “Was ist Wahrheit?”. Da erwiderte ihm Jesus: “Die Wahrheit stammt vom Himmel.” Und Pilatus: “Gibt es auf Erden keine Wahrheit?” Darauf Jesus zu Pilatus: “Du siehst doch, wie die die Wahrheit sagen, von den weltlichen Machthabern verurteilt werden.”

Als Pilatus diese Worte hörte, bekam er Angst und er gebot den Massen zu Schweigen, weil sie noch immer schrien, und fragte sie: “Hat Herodes damals diesen Mann gesucht?” Die Juden antworteten: “Ja, er ist es.” Da nahm Pilatus Wasser, wusch sich die Hände vor der Sonne und sagte: “Dieser Mann ist unschuldig. Ich trage keine Schuld an seinem Tod. Da mögt ihr zusehen.” Wiederum schrien die Juden: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! Da ließ Pilatus den Vorhang vor den Richterstuhl ziehen, auf dem er saß, und sprach zu Jesus: “Dein Volk hat dich der Anmaßung des Königsnamens überführt. Daher habe ich entschieden, dass du entsprechend des Römischen Gesetzes zuerst gegeißelt und danach ans Kreuz geschlagen wirst. Die Verbrecher Dysmas und Gestas sollen mit dir gekreuzigt werden.”

Jesus verließ das Prätorium gemeinsam mit den beiden Verbrechern. Als sie an der Hinrichtungsstätte ankamen, entkleideten sie ihn, banden ihm einen Leinentuch um die Hüften und setzten ihm eine Dornenkrone auf. Aber Jesus sprach: “Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun” Und die Soldaten verteilten seine Kleider untereinander. Das Volk verspottete ihn mit den Hohepriestern die sagten: “Er hat anderen geholfen, jetzt soll er sich selbst helfen. Wenn er der Sohn Gottes ist, soll er vom Kreuz absteigen!” Die römischen Soldaten verhöhnten ihn auch, indem sie ihm mit Galle vermischten Essig zum Trinken anboten. Pilatus hatte nach der Urteilsverkündung den Befehl gegeben, die ihm zur Last gelegte Schuld in griechischer, römischer und hebräischer Sprache als Inschrift anzubringen entsprechend der jüdische Anklage, er sei König der Juden.

Gegen Mittag verdunkelte sich die Sonne und der Vorhang im Tempel zerriss in der Mitte. Jesus rief mit lauter Stimme: “Vater, baddach ephkid ruel”, was bedeutet: In deine Hände befehle ich meinen Geist. Danach starb er. Als der Hauptmann dass sah, lobte er Gott und sprach: “Dieser Mensch war unschuldig und gerecht!” Die Schaulustigen bereuten und bekehrten sich.

Frei nacherzählt aus den apokryphen Acta Pilati. Die Acta Pilati (lat.:, deutsch: „Pilatusakten“), seit dem Mittelalter oft auch als Nikodemusevangelium bezeichnet, sind eine apokryphe christliche Schrift. Sie wird wie das Petrusevangelium zu den Passionsevangelien gerechnet, die sich vorwiegend mit Jesu Tod und Auferstehung befassen. Den Namen „Nikodemusevangelium“ verdankt die Schrift einer Angabe im Prolog, der als Autor „Ananias“, einen kaiserlichen Leibgardisten im Offiziersrang nennt. Dieser behauptet, der Text sei ursprünglich in hebräischer Sprache vom Pharisäer Nikodemus verfasst worden, welcher nach dem Zeugnis der neutestamentlichen Evangelien bei der Kreuzigung Jesu anwesend war. Ananias habe diesen Text frei ins Griechische übersetzt. (Quelle: Wikipedia)

21.03. 2008

Die Karfreitagsfürbitte näher betrachtet

Die Italienische Rabbinerversammlung hat die Gespräche mit der katholischen Kirche vorerst auf Eis gelegt, Berlins Rabbiner Walter Homolka wirft dem Papst “antisemitische Tendenzen” in der Kirche vor und hat die Teilnahme am bevorstehenden Katholikentag in Osnabrück abgesagt. Grund der Verstimmung ist die Neufassung der Fürbitten in der Karfreitagsliturgie des außerordentlichen Messritus, auch tridentinische Messe genannt, der im letzten Jahr wieder für alle Gemeinden zugelassen wurde. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch meint, dass sie “eine subtile Aufforderung zur Judenmission” enthalte und damit “einer Geringschätzung der jüdischen Religion das Wort geredet” werde. Im Detail geht es um den Satz “Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott unser Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen”.
Soweit so verärgert. Um die Unterschiede zwischen den einzelnen Textfassungen zu verdeutlichen, habe ich sie an dieser Stelle in deutscher Übersetzung aufgelistet:

Messbuch von 1570

Lasst uns auch beten für die treulosen Juden: Gott, unser Herr, möge den Schleier von ihren Herzen wegnehmen, auf dass auch sie unseren Herrn Jesus Christus erkennen. [...] Allmächtiger, ewiger Gott, der du auch die jüdische Untreue nicht von deiner Erbarmung ausschließt, erhöre unsere Gebete, die wir ob der Verblendung jenes Volkes vor dich bringen. Mögen sie das Licht deiner Wahrheit, das Christus ist, erkennen und ihrer Finsternis entrissen werden…

Messbuch von 1962

Lasst uns auch beten für die Juden: Gott, unser Herr, möge den Schleier von ihren Herzen wegnehmen, auf dass auch sie unseren Herrn Jesus Christus erkennen. [...] Allmächtiger, ewiger Gott, der du auch die Juden nicht von deiner Erbarmung ausschließt, erhöre unsere Gebete, die wir ob der Verblendung jenes Volkes vor dich bringen. Mögen sie das Licht deiner Wahrheit, das Christus ist, erkennen und ihrer Finsternis entrissen werden…

Messbuch von 1970

Lasst uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will. [...] Allmächtiger, ewiger Gott, du hast Abraham und seinen Kindern deine Verheißung gegeben. Erhöre das Gebet deiner Kirche für das Volk, das du als erstes zu deinem Eigentum erwählt hast: Gib, dass es zur Fülle der Erlösung gelangt.

Neufassung außerordentlicher Ritus von 2008

Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott unser Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen. [...] Allmächtiger ewiger Gott, der Du willst, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Gewähre gnädig, dass beim Eintritt der Fülle der Völker in Deine Kirche ganz Israel gerettet wird.

Betrachtet man die Texte von 1570 und 1962 fällt auf, dass die neue Version dagegen deutlich entschärft worden ist. Insofern kann ich die Verärgerung vieler jüdischer Geistlicher nicht nachvollziehen. Der Text von 1962 ist aus heutiger Sicht wesentlich unkorrekter (“Schleier von ihren Herzen wegnehmen”, “ob der Verblendung jenes Volkes”), wurde aber bis 2008 benutzt, wenn auch nur von Gruppen, die die Erlaubnis zur Feier der alten Liturgie hatten. Das Christentum ist eine von ihrem Wesen her missionarische Religion mit dem Anspruch, den einzigen Weg zur Erlösung gefunden zu haben, das drückt sich natürlich auch in den Gebeten der Kirche aus. Da würde den älteren Geschwistern des christlichen Glaubens etwas mehr Gelassenheit gut zu Gesicht stehen. Schließlich haben sie den gleichen Anspruch auf Exklusivität und könnten gut über diesen Dingen stehen. Letztendlich wäre es sehr schade, wenn der jüdisch-christliche Dialog an einem Gebet, das einmal im Jahr von einer Minderheit in der Kirche gebetet wird zu Fall kommen würde.

20.03. 2008

Porno für Frauen

Foto aus Porn for woman

Keine Angst, den Bildband Porn for woman der Cambridge Women’s Pornography Cooperative können Sie bedenkenlos Ihrer Schwiegermutter oder der neu-apostolischen Arbeitskollegin schenken. In diesem Buch falten gutaussehende Männer Wäsche, kochen aufwändige Menüs, hören stundenlang zu und sagen Sätze wie “Solange ich zwei gesunde Beine habe, wirst du niemals den Müll rausbringen müssen”. Für viele Frauen dürfte das selbst heutzutage immer noch eine Traumwelt sein, aber wenn Sie mal ernsthaft darüber nachdenken, wann Sie zuletzt zwei bis drei Stunden lang ununterbrochen mit zwei Partnern kopuliert haben, ist es auch nicht unrealistischer als echter Porno, dafür aber wesentlich lustiger. [via ohdeedoh]

Porn for woman

18.03. 2008

Die beste Grußkarte zu Ostern 2008

Es gibt Dinge, die sind derart unfreiwillig komisch, dass man sich fragt, warum man nicht selbst auf so eine Idee gekommen ist. Aus diesem Grund geht der Preis für die beste Grußkarte zu Ostern 2008 eindeutig und verdient an den Bundesverband Rettungshunde e.V., der mir heute per Briefpost eine Spende abringen wollte und dafür eine wunderbare Karte beigelegt hat. Aber sehen Sie selbst:
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