Orden des Leibowitz



25.11. 2007

Glück und Seligkeit?

In Bielefeld findet sich ein meiner Meinung nach besonders trauriges Beispiel für das Kirchensterben in Deutschland. Dort wurde die evangelische Martini-Kirche von der Gemeinde verkauft und 2005 in eine Kneipe mit Restaurant umgebaut. Seitdem residiert dort das Glück und Seligkeit, das kostenlos zum Bier ein ganz besonderes Ambiente anbieten kann. Dem Besitzer kann man dabei keine Vorwürfe machen, denn die ehemalige Kirche ist für meinen Geschmack wirklich stilvoll umgebaut worden und man hat es geschafft, die architektonischen Besonderheiten des Gebäudes zu erhalten. Trotzdem könnte ich dort kein Bier trinken, selbst wenn das Gotteshaus längst Geschichte ist. Oder bin ich in dieser Hinsicht zu pingelig? [via Context 21]

Website Glück und Seligkeit mit Fotos der Umbauten
Eine Kirche als Kneipe – Artikel vom WDR

Kategorie: Dies & das
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aardvarks

Bisher 4 Kommentare

  1. liao sagt:

    fresser und säufer im ehemaligen gotteshaus?

  2. Thomas sagt:

    Na ja, ein komisches Gefühl hätte ich da schon auch im Magen.

  3. wessnet sagt:

    Der Mensch lebt nicht vom Brot (oder Bier) allein, und ehrlich gesagt würde mir das Bier dort trotz ansprechendem Ambiente nicht recht schmecken. Erinnert mich an den alten Witz:
    “Du, ich war gerade in der Kirche, und was sehe ich in der letzten Bank? Nen Typ mit Fluppe im Mund!”
    “Und dann?”
    “Da ist mir vor Schreck das Bierglas aus der Hand gefallen!”
    Andererseits hängt mein Herz mehr am Reich Gottes als an Kirchengebäuden. Schade, dass das Interesse der örtlichen Gemeinde scheints so niedrig am “normalen” Gottesdienstangebot war, dass das Betreiben des Kirchengebäudes nicht tragbar war. Von daher gesehen wäre das umgekehrte Experiment interessant: Man lässt GoDis dort stattfinden, wo sich sonst die Menschen vergnügen, z.B. auch mal in einer Kneipe. Ein bißchen liebevolle Umgestaltung, und schwupps wird es gemütlich (und würdevoll).
    Trotzdem mag ich nicht daran denken, wie Europa aussähe, hätte es seine alten Kirchen nicht mehr, oder die wären alle “Eventgastronomie”. Vielleicht sollten sich die christlichen Konfessionen stärker solidarisieren, was das Nutzen der Gebäude angeht.
    Wo schon Herbert Grönemeyer in ZDF-Wahlen zum größten Musikstar Deutschlands auserkoren wird anstelle z.B. Bach, sollte nicht auch dieses Kulturerbe verschandelt werden!

  4. [...] Gemeinden, die die Bauten gern übernehmen und ihnen so das Schicksal der Entweihung und Nutzung als Restaurant ersparen könnten. Bei einigen Kirchen ist jedoch die Nutzung ungewiss – bis zum Abriss ist [...]

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punchintheface

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