Einschränkung oder Freiheit?

Die ZEIT hat in einem Filmbericht gefragt, ob das gesetzliche Rauchverbot eine Einschränkung oder mehr Freiheit bedeutet. Zu Wort kommen Befürworter und Gegner, darunter auch die Bundesdrogenbeauftragte Frau Bätzing. In diesem Zusammenhang finde ich es immer wieder interessant, wie verbissen manche Menschen sind und wie groß ihr geradezu missionarischer Eifer ist.
Video: Genuss gegen Gesundheit
Gleichzeitig formiert sich in Hamburgs Eckkneipen Widerstand. Besitzer von kleinen Eckkneipen sammeln Unterschriften um das Gesetz zu kippen und kündigen an, sich nicht an die neuen Bestimmungen zu halten. Ihre Argumentation ist simpel, schließlich sei es egal, ob sie nun an Bußgeldern oder fehlender Kundschaft zu Grunde gingen.




Also jetzt mal ohne das Video gesehen zu haben, hat bei leider nur sehr stockend trotz guter Verbindung funktioniert, grundsätzlich. Ich mag zwar Liberaler und Raucher sein, aber mir geht diese Argumentation langsam auf den Keks. Deutschland ist ja nun nicht das erste Land, in dem solch strenge Regeln eingeführt werden und wenn ich mich nicht arg täusche, ist die Kneipenkultur in Frankreich oder Irland z.B. auch nicht zusammengebrochen. Und solange es nicht eine Nicht-Raucher-Kneipe auf der einen Straßenseite gibt und eine Raucher auf der anderen, geht auch keine Kneipe pleite.
@Thomas
>Und solange es nicht eine Nicht-Raucher-Kneipe [...] und eine Raucher auf der anderen
Genau darum geht es aber in dem Film. Das sind winzige Kneipen (in einer war ich sogar schon) in denen alle Gäste rauchen und deren Besitzer keine Möglichkeit haben, ein Raucherzimmer einzurichten. Deren Klientel wird entweder abwandern oder ganz zu Hause bleiben.
Die in Deutschland in Jahrhunderten gewachsene Kneipenkultur geht mit dem Gesetz sowieso dahin. Es werden sicherlich Geschäfte in denen man gegen Geld ein Getränk im Glas kaufen kann übrig bleiben. Nur von richtigen Kneipen werden in ein paar Jahren nur noch alte Menschen wie wir erzählen können ;)
Ich muß ja gestehen, daß ich lau geworden bin: Ich rauche nicht mehr bzw. gewöhne es mir gerade ab.
Das Rauchverbot funktioniert schon seit zwei Jahren (oder dreien?) exzellent in Italien, wo, wie ich zugebe, auch die klimatischen Bedingungen zum “vor der Tür rauchen” etwas günstiger sind.
Ging aber alles reibungslos. Selbst als notorische RAUCHERIN fühle ich mich in rauchfreien italienischen Restaurants erheblich wohler als in verräucherten deutschen. Gut, über die Bars und Cafes etc … ließe sich streiten. Aber wo die Grenze ziehen … Nein, selbst als Raucherin bin ich da ganz tolerant und das Verbot kommt ja auch mir selbst zu gute, ich spar Geld und schlote mal einen guten Teil weniger rein, wenn es halt einfach nicht geht.
“Geht nicht geht wirklich gut”. Das gilt auch für ein Tempolimit. Ich seh das relativ entspannt und hab auch nichts dagegen, persönliche Opfer zu bringen*gg*. Die Kneipen werden trotzdem nicht leerer, wage ich zu prophezeien. Es fahren ja auch nicht weniger aggressiv Auto oder Quad, nur weil das Benzin utopisch teuer ist/wird … Der Funfaktor Lebenslust schlägt immer wieder durch und behauptet sich, würd ich postulieren.*nachdenklich Qualmkringel ausstoß*
@Elsa
Zu Italien kann ich nur etwas zum römischen Nachtleben sagen, und das scheint zumindest in den Bars so gut wie tot zu sein. In den wärmeren Monaten mag es anders aussehen aber in diesem Februar habe ich nur halbleere Läden vorgefunden, die spätestens ab 23:00 Uhr geschlossen waren.
In Frankreich habe ich ein paar Gaststätten mehr besucht und dort haben die Gastwirte nur deshalb keine Einbußen, weil das gesetzliche Verbot vielerorts schlichtweg ignoriert wird. Wahrscheinlich funktioniert das deshalb so gut, weil es dort hauptsächlich kleinere Städte gibt in denen sich der Bürgermeister selbst in seinem Stammlokal eine Zigarette anzünden möchte. Ähnliches habe ich mir auch über Irland berichten lassen, wo dass Rauchverbot inoffiziell auch nur in größeren Städten gelten soll.
In Deutschland, dessen Kneipenkultur mit keinem anderen Land zu vergleichen ist, haben einige Wirte Einbußen von bis zu 50 Prozent. Dafür lassen sie sich aber auch einiges einfallen, um das Verbot legal zu umgehen.
“Das gilt auch für ein Tempolimit. Ich seh das relativ entspannt und hab auch nichts dagegen, persönliche Opfer zu bringen*gg*. … Es fahren ja auch nicht weniger aggressiv Auto oder Quad, nur weil das Benzin utopisch teuer ist/wird …”
Ich bin strikt gegen ein Tempolimit. Und ja, mein Grund ist die Lebensqualität.
Und warum bspw. mein Vater immer noch viel mit dem Auto fährt, und wenn, dann auch gerne schnell?
1.) Als Selbständiger mit hunderten von Kunden in ganz Deutschland macht es sich mit den öffentlichen nicht so leicht (btw.: Pendlerpauschale is auch nicht für meinen Vater…)
2.) Er fährt schnell, denn er muß oft schnell am Ziel ankommen. Natürlich fährt er im Rahmen der Geschwindigkeitsbegrenzungen, aber genau deshalb ist er erleichtert, wenn es mal freie Fahrt gibt. Der Zeitplan ruft!
3.) Ja, mein Vater fährt verdammt gerne Auto. Und so fährt er auch gerne mal schnell mit der Karre.
Vielleicht sieht man hier einen Unterschied zw. Mann und Frau, vllt nicht.
Jedenfalls – summa summarum: Es hat nicht NUR was mit Lebenslust oder Funfaktor zu tun, wenn man Auto fährt, sondern schlicht & einfach auch manchmal mit Geld verdienen.
Blöd nur das man durch schnelles Fahren nicht schneller am Ziel ist, kannst du deinem Vater ja mal erzählen! So das man durch ECO-Fahrweise nicht langsamer ist, dafür aber viel mehr Benzin sparen kann.
Um auch über das eig. Thema zu sprechen, kann ich immer nur wieder den Denkanstoß geben, das doch erstmal das Rauchverbot an Schulen konsequent durchgezogen (d.h. kontrolliert) werden sollte, denn die meisten Raucher in den Kneipen haben ihre Sucht nicht in der Kneipe entdeckt sondern in der “Raucherecke”.
och ja komm fingo …Die ganzen Selbständigen in der Schweiz, in Österreich, in Italien, in den USA, die DARBEN ja und haben Einbussen, die ganze Wirtschaft KRACHT deshalb zusammen, oder was? Nee, komm jetzt echt. Die Schweizer Wirtschaft, die haben Limit 120, ist ja berüchtig in Europa dafür, am Krückstock zu gehen, das sind LAHME, Aussätzige dort, und warum ,wegen ihres Limits.
*gg*
Die Schweiz ist ein scheißland, aber was hat das mit der Sache zu tun?
@Benedikt: Blöd nur das man durch schnelles Fahren nicht schneller am Ziel ist, kannst du deinem Vater ja mal erzählen! So das man durch ECO-Fahrweise nicht langsamer ist, dafür aber viel mehr Benzin sparen kann.
Stimmt, mein Vater, mein Bruder und ich sind debil und können nichts beobachten, damit sind mein Vater und ich Experimentalphysiker geworden.
Zu Benedikt und man würde durch schnelles Fahren nicht schneller am ziel sein: t=s/v, oder irre ich mich da? Und empirisches Beocbachten zeigt mir auch, daß man schneller am Ziel ist, wenn man schneller fährt.
“. In diesem Zusammenhang finde ich es immer wieder interessant, wie verbissen manche Menschen sind und wie groß ihr geradezu missionarischer Eifer ist.”
Sehe ich auch so. Wie manche Raucher verursachen NR zum mitrauchen zu beglücken ist schon traurig. Es schreibt ja auch kein NR einem Raucher vor welche Marke er zu rauchen hat, aber der Raucher will dem NR gleich den Rauch komplett aufdrücken.
Die Argumentation der gezeigen Kneipenbetreiber ist einfach nur dumm. Ignorieren sie das Rauchverbot gehen sie an ausbleibenden nichtrauchenden Gästen und Strafen Pleite, halten sie sich dran kommen die Raucher weiterhin, gehen einfach kurz vor die Tür, und alles läuft weiterhin. Das die rauchenden Wirte so borniert und verbissen reagieren ist kein Wunder, schließlich waren sie bisher zu träge kurz mal vor die Tür zu gehen. Wenn man so argumentiert wie diese Wirte, dann dürfte ja jetzt schon niemand mehr in der Kneipe sein weil es “total die Geselligkeit zerstört” das die Leute immer ständig auf die Toiletten rennen müssen.
“In Deutschland, dessen Kneipenkultur mit keinem anderen Land zu vergleichen ist, haben einige Wirte Einbußen von bis zu 50 Prozent.”
Unsinn. Keine Kneipenkultur der Welt braucht den Rauch. Die Gäste kommen doch nicht wegen des rauchens. Und wenn man schon so zu argumentiern versucht:
warum waren 100% der Kneipen die in den letzten Jahren schließen mussten Raucherkneipen?
Warum mussten in den letzten 10 Jahren 25% der getränkeorientieren Lokale in Deutschland schließen?
Ich stell mal eine letzte Behauptung auf: Ohne Rauchverbot würde in 10 Jahren das Kneipenleben brach liegen. Ganz einfach weil es dann nur noch 5% Raucher gibt, die aber alle Kneipen belegen, während die anderen dem Qualm fernbleiben.
@stefan
>kommen die Raucher weiterhin, gehen einfach kurz vor die Tür, und alles läuft weiterhin
Sie werden eben nicht mehr kommen und in ein Lokal gehen, dass einen getrennten Raucherbereich hat. Ich persönlich werde auch nicht in eine Kneipe gehen, in der ich zum Rauchen wie ein Hund vor die Tür muss. Da bleibe ich doch lieber zu Hause vor dem Kamin und kann ein Bier trinken und gleichzeitig dabei Rauchen wenn ich es möchte.
>Unsinn.
Nein. Schlichte Fakten. Selbst wenn es es bei den meisten größeren Gaststätten “nur” 30 Prozent sein sollten, kann das einem Wirt heutzutage schon das Genick brechen. Die winzigen Kneipen um die es in dem Film geht, werden wohl mehr als 50 Prozent Einbußen haben.
>Die Gäste kommen doch nicht wegen des rauchens.
Ich gehe wegen der Gemütlichkeit in eine Kneipe und um den Deckel rund zu trinken. Dazu gehört für mich und die große Mehrheit meiner Freunde und Bekannten auch die Zigarette zum Bier dazu.
@Fingo
>Die Schweiz ist ein Scheißland
Mir hat zwar mal vor 100 Jahren ein Skilehrer aus der Schweiz die Freundin ausgespannt, trotzdem will ich die Schweizer mal nicht in Sippenhaft nehmen. Bitte differenziere doch in Zukunft ein wenig. Dankeschön :)
Was das Tempolimit angeht, bin ich durchaus dafür. Die Straßenlage gibt es außer Nachts um 3:00 Uhr sowieso nicht her, schneller als 160 km/h zu fahren. Außerdem fährt mein Corsa A auch nicht schneller als 130 und da kann ich schon das Lenkrad kaum noch festhalten.
Wenn ich mich kurz einmischen darf:
Ich (Pfeifenraucher) finde das Rauchverbot sehr angenehm. Die Vorstellung, der Gastronomiewirtschaft in Deutschland würde dadurch der Todesstoß versetzt, scheint mir eher so ein Fall zu sein wie die Panikmache Ende ’99, als man vermutete, zur Jahreswende würden alle Computer zusammenbrechen, oder die anlässlich des Antidiskriminierungsgesetzes, als man eine die Gerichte überwältigende Klagewelle befürchtete. Ähnlich wird es wohl nicht nur mit dem Rauchverbot, sondern auch mit dem Tempolimit sein (so es denn überhaupt eingeführt wird). In der Regel bewahrheitet sich eben doch, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird.
Zu fing0 du setzt voraus, dass die Autobahn vollkommen frei ist und dein Vater die gesamte Fahrtstrecke naja sagen wir mal 200 km/h fahren kann, selbstverständlich ist er dann eher da als jemand der auf einer vollkommen freien Autobahn die gesamte Strecke 120km/h fährt.
Es muss aber ja wohl klar sein das es diese vollkommen freie Strecke nicht gibt und so kann auch niemand die gesamte Fahrtstrecke durchgegehend 200 km/h fahren, richtig?
Da muss man sich dann mal mit Durchschnittsgeschwindigkeiten behelfen und wenn du mal bei deinem Vater nachschaust, wirst du feststellen, das er auch bei enorm hohen Höchstgeschwindigkeiten im Endeffekt wahrscheinlich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 60-80 km/h gefahren ist (auch bei einem Autobahn-Anteil von 80% (!!!)).
Und jemand der beispielsweise nur 130 km/h Spitze gefahren hat, wird eine ähnliche Durchschnittsgeschwindigkeit haben. So das der schnelle Raser eben nicht eher da ist (da kannst du auch mit der Formel sehr leicht errechnen) sondern nur durch seine enormen Höchstgeschwindigkeiten deutlich mehr Benzin verbraucht hat (Benzinverbrauch steigt überproportional(!!!)).
Ich beziehe mich überings aus Dipl.Ing. U. Pfeiffer, aber vermutlich wirst du dich auf das berühmte Churchill Zitat berrufen!
Lieber Frank,
Nur wenige Raucher finden es wichtiger ständig drinnen rauchen zu können als die Frage gemeinsam mit ihren Freunden drinnen ein Bier zu genießen und zu feiern. Nur wenige denken da so, und sind so verbohrt wegen 20s draussen (selbstgewählt!) so ein Aufstand zu machen!
“Nein. Schlichte Fakten. Selbst wenn es es bei den meisten größeren Gaststätten “nur” 30 Prozent sein sollten, kann das einem Wirt heutzutage schon das Genick brechen. Die winzigen Kneipen um die es in dem Film geht, werden wohl mehr als 50 Prozent Einbußen haben.”
Erstens mal gibt es keine Rückgänge, und zweitens gibt es noch die NR die mögliche Rückgänge leicht ausgleichen.”
Und die Kneipen haben ja DERZEIT Rückgänge obwohl es kein Rauchverbot gibt, das heißt doch das viele Reißaus vom Rauch nehmen – viele Wirte überleben das nicht!
Kneipen haben keine Rückgänge zu erwarten. Fakt. Gerade kleinere Kneipen leben derzeit nur von wenigen rauchenden Stammgästen, sind teilweise kurz vor dem Bankrott. Kommt das Rauchverbot löst sich die geschlossene Gesellschaft dort, und es kommen neue, zusätzliche Gäste. Von drei rauchenden Stammgästen hat der Wirt nämlich auch nix!
“Ich gehe wegen der Gemütlichkeit in eine Kneipe und um den Deckel rund zu trinken. Dazu gehört für mich und die große Mehrheit meiner Freunde und Bekannten auch die Zigarette zum Bier dazu.”
Ja das war in der Vergangenheit so, die Zigarette ist dabei pure Angewohnheit. Nicht mehr. Für die große Mehrheit der Gäste gehört das atmen dazu.
Weniger als 5% aller Raucher sind wirkliche Hardcoreraucher die eventuell ausbleiben, das kratz aber niemanden, da die Wirte nicht von verkauften Zigaretten sondern Bier leben. Da es ohnehin nur noch 30% Raucher gibt wirkt sich das ganze überhaupt nicht aus, oder warum gehen viele Raucher sogar freiwillig (!) ins Starbucks obwohl sie 2m weiter im Kiosk beim Kaffee rauchen dürfte?
1. Es ist ihnen nicht so wichtig
2. Sie gehen dahin wo die Stimmung ist
3. Sie sind träge – sie wählen das Lokal das am nähesten liegt, egal ob R oder NR
Also, ich als Nichtraucher finde es schon erschreckend, auf welchem Niveau hier beiderseits diskutiert wird. Ganz abgesehen davon, ob das Rauchverbot Kneipen schadet oder nutzt, ob es mir paßt oder nicht, geht es hier einfach um eine weitere Gängelung der Freiheit. Schließlich geht es nicht darum, den Wirten zu erlauben, das Rauchen zu verbieten – das können sie schon längst -, sondern ihnen das Rauchverbot vorzuschreiben. Gegen einen Wettbewerb zwischen Raucher- und Nichtraucherkneipen wäre ja nichts einzuwenden, nur: bisher sind mir keine Nichtraucherkneipen begegnet und nach dem Verbot wird es zwangsweise keine Raucherkneipen mehr geben. (Und viele vergessen hier, daß die Rauchverbieter keineswegs ein Raucherzimmer zulassen wollen.)
Alle Statisken hier (die Autobahnstatistik ausgenommen) werden hier mißbraucht:
“Und die Kneipen haben ja DERZEIT Rückgänge obwohl es kein Rauchverbot gibt, das heißt doch das viele Reißaus vom Rauch nehmen”
Das ist doch totaler Mumpitz. Niemand von uns weiß warum weniger Leute in die Kneipe gingen. Es ist dumm das Gegenteil zu behaupten. Mal ganz abgesehen davon, daß die armen Wirte eben schon jetzt frei sind, das Rauchen zu verbieten, um die angeblich ausbleibenden Nichtraucher herbeizulocken und die “wenigen rauchenden Stammgästen” zu vergraulen. Nur da liegt die Crux: die rückkehrenden Nichtraucher sind Spekulation, die vertriebenen Raucher aber Fakt.
Ich wüßte auch nicht, das das Rauchen einer Zigarette nur 20 Sekunden dauern würde, vom raus- und wiederreingehen mal ganz abgesehen.
““Ich gehe wegen der Gemütlichkeit in eine Kneipe und um den Deckel rund zu trinken. …. ” Ja das war in der Vergangenheit so”
Geht es noch arroganter. Frank hat seine Vorlieben, egal was man von ihnen hält und die kann ihm niemand absprechen.
Ich als Nichtraucher habe nichts gegen frische Luft. Aber
1. nervt mich diese Bevormundung
2. bin ich den Rauchgeruch bei einem Kneipenbesuch gewöhnt und er stört mich daher nicht (im Gegensatz zu einem reinen Speiselokal)
3. führt die “frische” Kneipenluft dazu, daß man den Rauchgerucht bei den von draußen wiederhereinkommenden Rauchern um so mehr wahrnimmt.
Ach ja, zum Film habe ich auch noch was zu sagen: Die Zeit übertrifft sich selbst. Ist sie sonst die Gralshüterin von extremem Liberalismus, fragt sie sich plötzlich ob ein Rauchverbot eine Einschränkung der Freiheit wäre? Ja, natürlich ist sie das. Kann man gut finden oder nicht, aber bestreiten, daß es die Freiheit einschränkt kann man nicht.
Ach ja, und wozu das ganze “in anderen Ländern geht es auch”?
Ist das ein Argument?
Warum denn keine Folter? In China, Birma etc. gehts doch auch!
Wer Niveau fordert, sollte nicht das Rauchverbot mit Folter gleichsetzen.
Herbert Rosendorfer: “Briefe in die chinesische Vergangenheit”
Der Mandarin Kao-tai lernt sehr unterschiedliche Gaststätten kennen. In manchen Restaurants, in denen die servierten Gerichte mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen sind, darf nur ganz leise gesprochen werden. Um so lauter geht es in einfachen Schänken zu, bei denen er wegen des unerträglichen Qualms annimmt, es handele sich um Andachtsstätten für Brandopfer, zumal sich die Großnasen fortwährend kleine weiße Gebetsröllchen für ihren Rauchdämon in den Mund stecken.
@stefan
>Nur wenige denken da so, und sind so verbohrt wegen 20s draussen
So wenige können es nicht sein, allein schon unter meinen Bekannten und Arbeitskollegen sind es durchaus die Mehrheit der Raucher die ähnlich denken wie ich. Ich bin zwar durchaus stolz darauf, ein abolut verbohrter Westfale zu sein, ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass nur wir in der Provinz so denken. Ich mag meine Zigarette eben nicht in 20 Sekunden frierend vor der Tür rauchen. Dann bleibe ich wie schon gesagt lieber zu Hause.
>Gerade kleinere Kneipen leben derzeit nur von wenigen rauchenden Stammgästen, sind teilweise kurz vor dem Bankrott.
Also bei mir in der Provinz sind die kleinen Kneipen immer noch recht gut besucht. Sicherlich nicht mehr so gut wie früher aber das dürfte wohl eher an den gestiegenen Preisen liegen als an den Rauchern. Denn hier in der Gegend sitzen noch zu 80 – 90 Prozent Raucher in den Kneipen.
@Christoph Jarosch
Ich denke auch nicht, dass ein Rauchverbot der Gastronomie den Garaus machen wird. Ich spreche nur von den vielen kleinen Kneipen die keine Ersatzräume und Ersatzgäste zur Verfügung haben. Deshalb sollten für diese Lokale Ausnahmeregelungen gelten.
“Ich denke auch nicht, dass ein Rauchverbot der Gastronomie den Garaus machen wird. Ich spreche nur von den vielen kleinen Kneipen die keine Ersatzräume und Ersatzgäste zur Verfügung haben. Deshalb sollten für diese Lokale Ausnahmeregelungen gelten.”
Das scheint mir das Problem zu sein. Es ist schwierig, zu entscheiden, in welchen Lokalen es den Gästen entgegenkommt, wenn geraucht werden darf, und in welchen nicht. Die Grenze zwischen Kneipe und Café ist fließend. Im Grunde habe ich als jemand, der sich nur alle paar Tage (zu Hause) mal eine Pfeife ansteckt, nichts dagegen, abends mit Kumpels in eine Kneipe zu gehen, wo geraucht wird.
Andererseits dienen viele Kneipen tagsüber als Café und servieren Kaffee und heiße Schokolade an Schulschwänzer und frühstückspausierende Berufstätige. Als ich noch zur Schule gegangen bin, lag direkt neben dem Schulgebäude eine solche Café-Kneipe: Ideal, um vor (oder während, hehe) dem Unterricht etwas Heißes zu trinken, aber schon frühmorgens so verqualmt, dass man an den Tischen kaum die Gesichtszüge seines Gegenübers erkennen konnte. Sorry, aber tagsüber habe ich nicht die geringste Lust, mich schon dem Kippengestank in solcher Intensität auszusetzen.
Ähnliches gilt für Esslokale, in denen man sich auch treffen und gemütlich ein Bierchen oder zwei trinken kann. Der Aufenthalt in solchen Lokalen ist durch das Rauchverbot tatsächlich unglaublich viel angenehmer geworden (ähnliches gilt für Parties und Discos). Und da denke ich, dass es für den Gesetzgeber äußerst schwierig ist, zu differenzieren: Wo wird in erster Linie gegessen, wo wird eher geraucht und getrunken? Im Zweifel bin ich da doch eher für das Rauchverbot, schon aus christlicher Motivation. Denn Christentum heißt eben, die Perspektive des Nächsten einzunehmen, der in diesem Fall der sich durch den Qualm belästigt fühlende Nichtraucher ist. (Und gerade wer Reden über Freiheit schwingt, sollte auch an die Freiheit dessen denken, der in einer – aus seiner Sicht – unverpesteten Atmosphäre seinen Schoppen trinken will!)
Im Grunde müsste es aber auch angesichts dieser Perspektive möglich sein, in Kneipen, die
a) nicht auch nebenher Speiselokal sind und
b) tagsüber keinen Cafébetrieb haben,
eine Ausnahme vom Rauchverbot zuzulassen.
>>Die Schweiz ist ein scheißland, aber was hat das mit der Sache zu tun?>>
äh hallo, die Schweiz hat Tempolimit? Und ich fa
hre (sorry, hab den falschen knopp gedrückt), mehrmals im Jahr durch . Und es ist super, dass einem nicht irgendwelche Hirsche in den Kofferraum fahren, sondern man gemütlich ausscheren und überholen kann. Daneben kann man in der Schweiz NEBEN Autobahnen WOHNEN, es ist sehr angenehm. Wegen der Geschwindigkeitsbegrenzung.
Das hat die Schweiz damit zu tun. Weil es ja ums Tempolimit ging, u.a. Erst ums Rauchverbot, dann aber auch um solche Sachen.
Aber zurück zum Rauchverbot. Ist ja auch V I E L relevanter.
“Ich denke auch nicht, dass ein Rauchverbot der Gastronomie den Garaus machen wird. Ich spreche nur von den vielen kleinen Kneipen die keine Ersatzräume und Ersatzgäste zur Verfügung haben. Deshalb sollten für diese Lokale Ausnahmeregelungen gelten.”
Diese Logik erschließt sich mir nicht ganz, weil große Lokale Raucherzimmer einrichten dürfen, sollen kleine Lokale das rauchen ganz erlauben dürfen, obwohl das dem NR-Schutz wiederspricht? Warum nicht einfach die Raucherzimmer abschaffen?
@Frank:
“Ich mag meine Zigarette eben nicht in 20 Sekunden frierend vor der Tür rauchen. Dann bleibe ich wie schon gesagt lieber zu Hause.”
Steht Ihnen frei. Da es aber nur 25% Raucher und 75% gibt tut das keine Not. Und ich bin mir absolut sicher das 90% der Raucher nicht so denken wie sie – mit Sicherheit ist diesen ein Kneipenbesuch, Freunde treffen, Bier trinken, Spaß haben, wichtiger als eben diese 20s kurz mal draussen.
“mehr so gut wie früher aber das dürfte wohl eher an den gestiegenen Preisen liegen als an den Rauchern. Denn hier in der Gegend sitzen noch zu 80 – 90 Prozent Raucher in den Kneipen.”
Naja, es gibt immer weniger Raucher, gleichzeitig immer mehr NR die nicht bereit sind für Qualm Geld auszugeben – das trifft natürlich auch die kleinen Kneipen. Denn auch auf dem Dorf / Land sind die Raucher in der Unterzahl.
“Im Grunde müsste es aber auch angesichts dieser Perspektive möglich sein, in Kneipen, die
a) nicht auch nebenher Speiselokal sind und
b) tagsüber keinen Cafébetrieb haben,
eine Ausnahme vom Rauchverbot zuzulassen.”
Naja, erstmal ist das rechtlich nicht haltbar, praktisch nicht umsetzbar und würde massive Bürokratie heraufbeschweren (der Ordnungsdienst müsste dann aufpassen das die Leute in diesen Kneipen ja nicht essen! Und danach würden dann auch Clubs, Bistros, Espressobars, Zelte etc. Ausnahmen einfordern.
Ich verstehe nicht warum man es sich da so kompliziert machen will, ist das doch einfachste die erfolgreichen Regelungen aus dem Ausland zu nutzen.
Christoph,
“Wer Niveau fordert, sollte nicht das Rauchverbot mit Folter gleichsetzen.”
Mit Gleichsetzen hat das gar nichts zu tun. Es geht hier um das Argument “in anderen Ländern …” Ersetze ruhig die Folter mit einer x-beliebigen anderen Praxis.
Ist das Rauchverbot gut, dann bedarf es keines Verweises auf andere Länder (über die wir ohnehine nur sehr bedingt Bescheid wissen), ist es schlecht, kann auch der Verweis auf andere Länder nicht retten.
“Das scheint mir das Problem zu sein. Es ist schwierig, zu entscheiden, in welchen Lokalen es den Gästen entgegenkommt, wenn geraucht werden darf, und in welchen nicht. Die Grenze zwischen Kneipe und Café ist fließend.”
Das mag so sein, nur hilft uns da ein Rauchverbot auch nicht weiter. Wie wäre es, die Sache einfach mal dem Wirt zu überlassen, was er in seinen eigenen Wänden zulassen will und was nicht. Er könnte das auch von der Tageszeit abhängig machen.
“Andererseits dienen viele Kneipen tagsüber als Café und servieren Kaffee und heiße Schokolade an Schulschwänzer und frühstückspausierende Berufstätige.”
So, also wegen der Schulschwänzer soll das Rauchen verboten werden? Na ob das so ein guter Grund ist?
“Im Zweifel bin ich da doch eher für das Rauchverbot, schon aus christlicher Motivation. Denn Christentum heißt eben, die Perspektive des Nächsten einzunehmen, der in diesem Fall der sich durch den Qualm belästigt fühlende Nichtraucher ist.”
Nur eine aus Freiheit getane Tat kann als moralisch gut gelten (so ähnlich der damalige Bischof Karol Woityla). Es ist löblich andere von Rauch zu verschonen. Ich als Nichtraucher weiß das zu schätzen. Nur darum geht es hier nicht, sondern um ein RauchVERBOT. Ja, es geht um Freiheit. Vielleicht will ein Raucher rauchen, ohne einen Schoppepetzer vor sich zu sehen. Beide werden entweder sich verständigen oder getrennte Wegen gehen müssen.
“Im Grunde müsste es aber auch angesichts dieser Perspektive möglich sein …”
ja, denkste. Wir sind im Rauchverbotswahn, daher darf es nie nicht Ausnahmen geben. Ich wundere mich allerdings auch, daß hier ständig von Raucherzimmern geredet wird. Da wo ich herkomme, soll es diese nicht geben dürfen.
Nicht Lungenkrebs, sondern Profilierungsneurose ist leider heute die meist verbreiteste Krankkheit in den Behörden in Kommunen, Verbänden und Institutionen.Die Verantwortlichen vertreten nicht mehr den Bürger oder die Mitglieder, nein, sondern dienen eigenen Interessen und vorallem dem Eigennutz! Woher nehmen diese fanatischen Neurotiker, Lohnbezüger der öffentl. Hand oder irgend einer Institution, mit Spendengeldern finanziert die Kompetenz über eine Berufsgruppe einfach so schnell so zu entscheiden, von der Sie wenig bis gar keine Kenntnisse haben? Wenn jemand schreibt, es funktioniere in den Ländern, wo es eingeführt wurde, dann steht niemals wie es funktioniert!! Kein Angestellter, kein Gast ist gezwungen, so ein Lokal zu betreten. Wären Nichtraucherrestaurants ein Business, wäre schon lange ein cleverer Geschäftsmann drauf gekommen, es ist kein Markt. Es sollen solche fanatische Profilierungsneurotiker selber ein Nichtraucherlokal eröffnen, aber es gäbe keine Zuschüsse von der öffentlichen Hand!Diese Leute, die so was inszenieren sollten die Zeche bezahlen! Umsatzeinbussen, Entlassungen, Konkurse, Umbaukosten für Fumoirs etc.,nebst Entlassungen, länderfristige Verträge, wo man nicht aussteigen kann!Bleibt zuhause oder verzieht euch auf eine Nichtraucherinsel!!