Barbara, Patronin der Kanalarbeiter

Bild: Wikimedia Commons
Was würde ich bloß ohne meine Leserinnen und Leser anfangen?! Ich bedanke mich für die vielen E-Mails, auch wenn kein direkter Patron der Kanalarbeiter gefunden werden konnte. Hier scheint es also noch Nachholbedarf für die zuständige Stelle im Vatikan zu geben. Als Ersatz hat die große Mehrheit von Ihnen die heilige Barbara vorgeschlagen, die unter anderem Schutzpatronin der Bergarbeiter ist. Die gute Barbara war eine schöne Türkin, die Ende des dritten Jahrhunderts lebte und zum Christentum konvertierte, was ihr Vater, der wahlweise ein König, ein wohlhabender Kaufmann oder römischer Leibgardist war nicht gut heißen konnte. Er sperrte die widerspenstige Tochter in einen hohen Turm, die wurde dadurch aber nur in ihrem Glauben bestätigt und ließ sich christlich taufen. Daraufhin ließ ihr Vater sie einsperren und grauenhaft foltern, bis er sie schließlich selbst mit dem Schwert tötete. Die Waffe noch blutig in der Hand, traf ihn ein Blitz und er verbrannte mit Stumpf und Stiel. Die Beziehung zum Bergbau ergibt sich durch eine Felsspalte, die sich während Barbaras kurzer Flucht vor ihrem Vater auf wundersamer Weise öffnete um ihr Zuflucht zu gewähren.
Mehr aus dem Leben der Heiligen Barbara und warum sie auch das Patronat über die Artilleristen führt erfahren Sie im Artikel der Wikipedia. Thomas war so freundlich und hat in seinem Zweitblog gleich einige Heiligenbildchen veröffentlicht.





Jetzt werde ich rechthaberisch, aber:
Der Türke lebte zu der Zeit in Zentralasien!
Also laut dem Artikel in der Wikipedia lebte Barbara, wenn sie denn gelebt hat in Nikomedia, dem heutigen Izmit in der Türkei. Überhaupt sind wir alle irgendwie Türken, schließlich ist Noah mit seiner Arche dort gelandet :-)
Dann war Winnetou aber auch WASP!
Was bedeutet denn bitte WASP?
Die Mehrheit der 14 Nothelfer, wozu Barbara ja auch gehört, hätte heute -lebten sie in ihrer angestammten Heimat- einen türkischen Pass.
Frank, der üsprüngliche Fehler mag ja noch verständlich sein, aber darauf zu bestehen?
Nein, nein, nein, die heilige Barbara war keine Türkin, denn vor 1070 gab es keine Türken in Kleinasien.
Auch Noah ist nicht in der Türkei gelandet. Mal abgesehen davon, daß der Ararat nicht in türkisch besiedeltem Gebiet liegt.
Willst du ernst genommen werden, solltest du’s ändern.
White
Anglo-
Saxon
Protestant
Frank hält’s mit dem ius soli, dilettantus mit dem ius sanguinis. Wie soll man da zu einer Einigung kommen?
Ich selbst tendiere übrigens zum ius sanguinis (die Hl. Barbara war ethnisch gesehen verm. Griechin): denn etwa ein Aware, der im 5. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Ungarn lebte, war ja schließlich auch kein Ungar, denn die waren damals noch in der Gegend des Kaspischen Meeres…
@str1977
Ich gehe davon aus, dass meine Leserinnen und Leser keine Haarspalter und zudem intelligent genug sind um zu wissen, dass die Republik Türkei gegen Ende des dritten Jahrhunderts noch nicht existiert hat. Trotzdem behalte ich es mir vor, die heilige Barbara als schöne Türkin zu bezeichnen. Im übrigen finde ich auch, dass das reichlich Aufhebens um eine Person ist, die möglicherweise nie existiert hat.
Petra,
auch nach dem ius solis war Barbara keine Türkin, denn der Boden auf dem sie geboren wurde war nun mal römisch und das noch ca. 1000 Jahre später.
Frank,
ich halte es nicht für eine Haarspalterei, eine dezidiert falsche Aussage richtigzustellen. Die Beharrlichkeit an dieser Fehlinformation festzuhalten ist schon etwas bedenklich. Übrigens gehe ich den Weg vom “historisch nicht belegt” zu “hat vermutlich gar nicht existiert” nicht mit – liegt vermutlich an meiner historischen Bildung. Aber egal, wenn sie nicht existiert hätte, dann ist sie trotzdem keine Türkin.