160 Jahre Deutsche Revolution
Veröffentlicht am 18.03. 2008
Politisch war es irgendwie immer

Am 18. März 1848 kam es in Berlin zum Barrikadenaufstand und zu Straßenkämpfen der Revolutionäre gegen die regulären preußischen Truppen. Im Vorfeld hatte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. wegen der revolutionären Ereignisse in der Stadt seit dem 6. März Zugeständnisse an die Aufständischen gemacht, die forderten, einen Landtag einzuberufen, die Pressefreiheit einzuführen, Zollschranken zu beseitigen und den Deutschen Bund zu reformieren. Nach der Verlesung des entsprechenden Patents fielen zwei Schüsse aus Militärgewehren und vertrieben Tausende der auf dem Schlossplatz versammelten Bürger, woraufhin es zu blutigen Straßenschlachten kam, bei dem die Revolutionäre überraschend die Oberhand gewannen. Am 19. März musste der König seine Truppen zurückziehen und war gezwungen, den im Aufstand gefallenen Bürgern die Ehre zu erweisen und dabei die Farben schwarz-rot-gold zu tragen.

Die damalige Revolution fand aber nicht nur in den großen Hauptstädten statt, sondern auch in der Provinz. In meiner Stadt Hohenlimburg, die seinerzeit noch Limburg hieß bildeten sich politische Vereine und es entwickelte sich eine freie Presse. Im Jahr 1849 als im benachbarten Iserlohn der sogenannte Iserlohner Aufstand stattfand, um die preußische Gegenrevolution aufzuhalten, zeigten sich die Hohenlimburger schließlich von ihrer revolutionären Seite. Im Mai bildete sich ein Sicherheitsausschuss, der beschloss, die vier riesigen uralten Kanonen aus dem Hohenlimburger Schloss zur Unterstützung der aufständischen Truppen nach Iserlohn zu schaffen. Da die Waffen nicht nur alt sondern auch reichlich schwer waren, und die Strecke damals selbst unter normalen Bedingungen bestimmt einen Tag dauerte, kam die Hilfe aus Hohenlimburg natürlich viel zu spät. Was zählt ist aber der gute Wille.

Die revolutionären Truppen in Iserlohn wurden genauso wie fast überall in Europa geschlagen, und das Ideal der Freiheit und Einheit geriet vorläufig in den Hintergrund. Trotzdem konnten die Revolutionäre Erfolge wie die Auflösung der feudalen Ordnung, eine größere Transparenz der Gerichtsbarkeit und Auflockerung der Pressezensur erreichen. Die eigentlichen Ziele wurden erst hundert Jahre später mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland umgesetzt. Einige wichtige Punkte in unserem Grundgesetz wie zum Beispiel die Rede- und Versammlungsfreiheit, wurden aus der Verfassung des Deutschen Reiches vom 27. März 1849, die von der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche beschlossen wurde übernommen.
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